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Rosen sind nicht vor Pilzkrankheiten gefeit. Doch die Auswahl resistenter Sorten wird immer grösser.
Zum Gedeihen trägt auch der richtige Standort bei.
Mehltau, Sternrusstau, Rost, Grauschimmel, Blattfleckenkrankheit: Die Liste der Pilzkrankheiten ist lang, und leider haben die meisten Rosensorten dem wenig entgegenzusetzen. Sogar etliche Wildrosen sind davor nicht gefeit. Damit sich Rosenliebhaberinnen und -liebhaber am reichen Flor erfreuen können, will die diffizile Königin der Blumen gehegt und gepflegt sein.
Doch zum Glück bringen die unendlichen Möglichkeiten der Züchtung auch eine bessere Widerstandsfähigkeit hervor. Die möglichst lang andauernde Blattresistenz, also die Abwehrkraft gegen Pilze, ist das vorrangige Ziel bei der Rosenzüchtung: «Die Auswahl an resistenten Sorten ist inzwischen gross», sagt Richard Huber, Inhaber der gleichnamigen Rosengärtnerei in Dottikon AG.
Deshalb muss man sich nicht mehr scheuen, anfällige Sorten durch neue Züchtungen zu ersetzen. Beim Kauf kann man sich auf ein Zertifikat verlassen: Die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR) kultiviert neue Sorten über mehrere Jahre in Prüfungsgärten und prüft die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegenüber Pilzkrankheiten. Der 1950 gegründete ADR hat mittlerweile 1500 Sorten mit dem ADR-Rosensiegel ausgezeichnet.
Die richtige Sorte für den gewählten Standort
Der «Schlüssel zum Glück» - also zu gesunden Rosen - ist laut Stefanie Körner, Inhaberin des Landhauses Ettenbühl im deutschen Bad Bellingen, die Wahl der richtigen Sorte für den richtigen Standort. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem englischen Rosenspezialisten John Scarmann, führt sie regelmässig Kurse zu Pflege und Kultur von Rosen durch.
Grundsätzlich unterscheidet man folgende Rosenarten:
Duft- und Edelrosen (Teehybriden)
Die Blumen haben grosse, gefüllte und meist stark duftende Blüten und blühen durch den ganzen Sommer. Verblühtes sofort mit den zwei obersten Blättern abschneiden, um den folgenden Flor zu fördern.
Resistente Sorten: Duftgold (gelb), Whisky (bronzegelb),
Rosemary Harkness (orangegelb)
Pflanzdichte: 8 bis 10 Stück pro Quadratmeter
Beetrosen (Polyantha-und Floribundarosen)
Sie blühen meist in grossen Dolden und eignen sich sehr gut für die Bepflanzung von Beeten und Rabatten. Diese Sorten blühen meist üppiger als Edelrosen und bringen zehn bis zwölf Blüten am Stiel hervor.
Resistente Sorten: Duftrausch (lilarosa), La Sevillana (leuchtendrot), Aprikola (orangegelb)
Pflanzdichte: 8 bis 10 Stück pro Quadratmeter
Kletterrosen (Schling-, Rank- und Climbingrosen)
Diese Rosen bilden Triebe von rund 2 bis 6 Metern Länge, die Blüten sind eher klein. Die Pflanzen eignen sich zur Begrünung von Wänden, Säulen, Bögen, Lauben und Gartenzäunen. Es empfiehlt sich, lange Ranken an einem Gerüst anzubinden.
Resistente Sorten: Ilse Krohn Superior und New Dawn (rosa)
Pflanzabstand: 2 Meter
Ramblerrosen
Rambler sind ausgesprochene Kletterkünstler - selbst grosse Bäume können sie mit ihren meterlangen, weichen Trieben erklimmen. Im Gegensatz zu Kletterrosen blühen sie nur während einer relativ kurzen Zeit, dafür jedoch umso reichhaltiger.
Resistente Sorte: Dorothy Perkins (pink)
Pflanzabstand: 4 Meter
Strauchrosen
Strauchrosen eignen sich in Verbindung mit Blütensträuchern sehr gut für freie Schutzhecken und Böschungen. Sie sehen in Gruppen gepflanzt besonders schön aus. Strauchrosen zählen zu den dankbarsten Blütensträuchern, denn viele sind Dauerblüher.
Resistente Sorten: Astrid Lindgren (hellrosa), Tuscany Superb (dunkelrot), Westerland (kupferorange)
Pflanzabstand: 1 bis 3 Meter
Flächen- und Bodendeckende Rosen
Dazu gehören Rosensorten, die sich zum Begrünen von Böschungen und generell zur Bodenbegrünung eignen. Sie bilden je nach Sorte kriechende oder überhängende Triebe und haben meist einen gedrungenen Wuchs. Die Bodendecker sind sehr pflegeleicht.
Resistente Sorten: Heidefeuer (leuchtendrot), Heidetraum (dunkelrot) und Schneeflocke (weiss)
Pflanzdichte: 3 bis 5 Stück pro Quadratmeter
Bei der Sortenwahl sollte man nach Einschätzung von Profi-Gärtner Richard Huber darauf achten, dass keine allzu wilde Mischung im Garten entsteht. «Mit mehreren Pflanzen der gleichen Sorte erzielen Sie einen besseren Effekt.» Vor allem Strauchrosen sollten in Gruppen gepflanzt werden, damit ein markanter Blickfang im Garten entsteht. Bevor man sich jedoch an die Neugestaltung des Rosenbeets macht, gilt es einiges zu beachten:
- Erfahrene Züchter kennen das Phänomen: Neu gepflanzte Rosen gedeihen schlecht, wenn im Beet schon zuvor Rosen wuchsen. Dies liegt daran, dass die Wurzeln mikroskopisch kleine Bodenorganismen produzieren, die das Wachstum neuer Rosen behindern.
- Rosen bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort. Extrem heisse Plätze, etwa entlang von Mauern, sind jedoch nicht geeignet. «Besser ist ein offener Standort mit Durchzug», rät Huber.
- Mittelschwere Gartenerde mögen die Pflanzen am liebsten. Zu schweren Humus mit einer durchlässigen Rosenerde aus dem Fachhandel auflockern. Torfige Erde sollte wegen ihres hohen Säuregehalts nicht verwendet werden.
«Kunstdünger fördert Mehltau und Rost»
- Beim Pflanzen darauf achten, dass die Veredlungsstelle der Rose rund 5 cm unter der Erde liegt. «So ist die empfindliche Stelle gut geschützt. Und die Edelrose, die auf den Wildrosenstock gepfropft wurde, kann selbst Wurzeln bilden», erklärt Stefanie Körner.
- Düngen sollte man nur mit organischem Material. «Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Kunstdünger das Auftreten von Pilzkrankheiten wie Mehltau und Rost fördert», so Körner. Beispielsweise sind Hornspäne in der oberen Bodenschicht ideal. Auch Kuh- oder Pferdemist ist gut: «Er sollte jedoch gut verrottet sein. Sonst ist er zu scharf und verbrennt die Wurzeln.» Wenn die Rosen trotz Resistenz Pilzkrankheiten aufweisen, kommt man ums Spritzen kaum herum. Biologische Fungizide gibt es nicht. Um die Umwelt zu schonen, sollte man deshalb ein giftklassefreies Spritzmittel wählen. Vorbeugende Massnahmen sind:
- Schlecht ausgebildete Knospen, gestauchte Triebe und weissliche Triebspitzen sofort entfernen. Vorsicht: Pilzsporen kleben auf der Haut und können durch das Berühren anderer Pflanzenteile und Pflanzen übertragen werden.
- Um die Pflanzen zu stärken, aus getrocknetem Schachtelhalm (Fachhandel) und Wasser eine Brühe mischen. Blattbehandlung: 500 g Schachtelhalm auf 250 l Spritzbrühe. Bodenbehandlung: 500 g Schachtelhalm auf 70 l Giessbrühe.
Tipps: Damit Schnittrosen lange halten
- Falls Sie die Rosen nach dem Kauf länger transportieren müssen: Die Blumen mit einem scharfen Messer schräg anschneiden, erst dann ins Wasser stellen.
- Im Gegensatz zu Tulpen oder Gerbera mit krautigen, weichen Stielen benötigen Rosen sehr viel Wasser.
Achten Sie auf eine genügend hohe Vase: Die Stängel der Rosen sollten zur Hälfte im Wasser stehen.
- Rosen wie auch andere Schnittblumen reagieren sehr empfindlich auf frostige Temperaturen.
Stellen Sie die Vase beim Lüften im Winter vom Fenster weg. Wickeln Sie die Blumen vor einem Transport bei Minustemperaturen in mehrere Lagen Seiden- oder Zeitungspapier.
- Lassen die Rosen in der Vase die Köpfe hängen: Schneiden Sie die Stängel schräg an. Blütenköpfe und Stiele fest in einige Lagen Zeitungspapier einwickeln. Danach die Schnittblumen tief in lauwarmes Wasser stellen. Nach einigen Stunden erholen sich die Blumen wieder.
- Rosen, deren Blüten noch ganz geschlossen sind, halten nicht besonders lange: Häufig können sie sich in der Vase nicht genügend entwickeln und lassen die Köpfe hängen, bevor sie aufgehen. Wählen Sie deshalb Rosen, die leicht aufgesprungen sind oder sich bereits entfalten.
09. Mai 2007 | HELEN WEISS
