SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | K-Tipp 8/2007

Gute Bewertung, üble Folgen

Mehr als 60 000 Franken haben 28 Teilnehmer einer Auktion auf Ricardo.ch verloren. Grund: Sie haben ans Bewertungssystem geglaubt.

Wer bei Versteigerungen im Internet mitbietet, sollte prinzipiell misstrauisch sein. Die Bewertungen, mit denen sich Anbieter und Käufer nach getätigtem Geschäft gegenseitig Noten erteilen, tönen zwar oft sehr gut. Doch zuweilen taugen sie nicht viel.

Schon mehrmals haben sich Betrüger zunächst über die korrekte Versteigerung billiger Artikel viele positive Bewertungen «erarbeitet» - um danach zum Beispiel Notebooks anzubieten, das Geld einzukassieren und ohne Lieferung abzutauchen. Auch kann ein Anbieter Bewertungen manipulieren, indem er etwa unter anderem Namen als Käufer der eigenen Ware auftritt.

Über ein ausschliesslich positives Bewertungspro?l verfügte auch Verkäufer «Lanso». 28 Teilnehmer einer Auktion auf Ricardo.ch ahnten deshalb nichts Böses, als sie bei ihm Plasma-TV-Geräte im Gesamtwert von über 60 000 Franken ersteigerten und sogleich bezahlten. Die Ware erhielten sie nie.

Was sie nicht wussten: «Lanso» hatte bereits mehrere negative Bewertungen erhalten. Doch konnte er in diesen Fällen die Bewerter durch Rückzahlung des Geldes und gutes Zureden offenbar dazu bewegen, bei Ricardo.ch die Löschung der schlechten Note zu veranlassen.

Ebenfalls keine Kenntnis hatten die Betroffenen von der Tatsache, dass «Lanso» schon zwölfmal blockiert worden war, weil er die Gebührenrechnungen von Ricardo.ch nicht fristgerecht bezahlt hatte. In seiner Funktion als Verkäufer oder Käufer seien «Lanso» vor der Plasma-TV-Sache aber keine Reglementsverstösse vorzuwerfen gewesen, heisst es bei Ricardo.ch. Man habe somit nie Anlass gehabt, ihn zu verwarnen oder gar auszuschliessen.

Gegen «Lanso» läuft eine Strafuntersuchung. Doch ihr Geld müssen die Opfer abschreiben, denn zu holen ist wohl nichts mehr. Und bestätigt hat sich damit wieder einmal:
- Ein positives Bewertungspro?l garantiert nicht für die Seriosität des Anbieters.
- Ware sollte man nie im Voraus bezahlen, sondern erst nach Erhalt und Prüfung entweder gegen Rechnung oder bei einem Treffen mit dem Verkäufer.

25. April 2007 | Gery Schwager


Beitrag als PDF
Gute Bewertung, üble Folgen
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Verwandtes Buch
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
Die Wahrheit über Aktienfonds Aktiv Kasse machen Indien, China & Co.: Hohe Risiken
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten