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Batterien sind bei Migros, Coop & Co. sehr teuer - obwohl sie im Ausland günstig eingekauft werden können. Das zeigt eine saldo-Recherche.
Aktion: Duracell-Batterien gab es bei Migros und Coop Anfang April fast zum halben Preis. Die Kunden freuts, denn die US-amerikanischen Stromspeicher tragen das Gütesiegel «gut» oder «sehr gut» der Stiftung Warentest. Solche Aktionen sind aber auch ein Indiz dafür, dass Batterien viel billiger sein könnten.
In der Preiskalkulation der Händler steckt tatsächlich viel Luft. Das zeigen Recherchen von saldo. Vier AAA- oder AA-Alkali-Batterien Ultra M 3 von Duracell kosten in Fachgeschäften über 10 Franken, bei Carrefour Fr. 9.90, bei Migros, Coop und Media Markt Fr. 9.50.
Nur Fr. 4.60 kosten dieselben Batterien beim Internethändler Prodiscount.ch. Geschäftsführer Thomas Bleiker legt für saldo seine Einkaufspreise offen: «Wir bezahlen 2 Franken - inklusive Transport in die Schweiz.» Bleiker bezieht die Ware bei einem US-Grossisten. «Wer direkt bei Duracell in den USA einkauft, bezahlt weniger als 1 Franken», sagt Bleiker.
Warum aber kosten Duracell-Batterien bei den grossen Schweizer Anbietern das Zehnfache? Ein Grosshändler, der nicht genannt sein will, sagt dazu: «Es gibt Produkte, bei denen die Kunden auf jeden Rappen achten. Bei Batterien aber haben die meisten kein Gefühl dafür, was sie kosten sollten. Deshalb lässt sich mit Batterien viel Geld verdienen.»
Grossverteiler lassen sich nicht in die Karten schauen
Migros-Sprecherin Monika Weibel will keine genauen Zahlen nennen. Sie sagt aber, die Migros zahle einen höheren Einstand als Prodiscount. Carrefour lehnt es ab, über Einkaufspreise zu reden. Mediensprecher Michel Donath kündigt aber an: «Wir wollen nicht teurer sein als die Konkurrenz und senken den Preis um 40 Rappen.» Coop-Sprecherin Susanne Erdös sagt: «Unsere Margen auf den Batterien sind marktüblich.»
Den Konsumenten hatte Coop im Februar 2006 aber Preissenkungen versprochen. Damals war der Grossverteiler der Einkaufsgemeinschaft Coopernic beigetreten. Fünf europäische Detailhandelsgiganten wollten dank ihrer Marktmacht tiefere Preise für Produkte «multinationaler Konsumgüterhersteller» erzwingen.
Hat Coopernic versagt? Coop-Sprecherin Erdös: «Das ist ein langer Prozess. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.» Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler glaubte indes von Beginn an, dass die Grossverteiler ihre Stärke vor allem für sich selber nutzen. «Ob Coop Preisvorteile im Einkauf an die Kunden weitergibt oder nur die eigenen Margen erhöht, kann niemand kontrollieren», sagt Wangler.
18. April 2007 | Franco Tonozzi
