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Wer sein Kapital schützen will, sollte keine Kapitalschutzprodukte kaufen. Die Gefahr einer Nullrendite ist zu gross.
Banken bemühen sich momentan stark, das Vermögen ihrer Kunden von Obligationen in sogenannte strukturierte Produkte umzuschichten. Eines ihrer Schlagworte lautet Kapitalschutz. Das Interesse der Banken liegt allerdings in den Gebühren.
Kapitalschutzprodukte wie etwa das Produkt Cliquet Groi-Units on SMI sind eine Wette. Das Wettbüro, in diesem Fall die UBS, sagt: Du gibst mir dein Geld und kriegst nach drei Jahren alles zurück. Zusätzlich erhöht sich deine Rendite in jedem Quartal, in dem der Börsenindex SMI eine positive Performance erzielt, um den entsprechenden Prozentsatz - höchstens jedoch um 2,25 Prozent pro Quartal. Eine negative Quartalsperformance hingegen wirkt sich voll auf deine Gesamtrendite aus.
Die Wette begann am 15. März 2004. Zwölf Quartale später, am 15. März 2007, wurde abgerechnet. Zwölf mal 2,25 Prozent gibt 27 Prozent. Im Maximum wäre also eine Rendite von 27 Prozent möglich gewesen.
Der SMI legte in diesen drei Jahren um 54 Prozent zu und verzeichnete nur ein Quartal mit einem Durchhänger: Zwischen 15. März und 15. Juni 2006 verlor er 8,59 Prozent.
Zwei lausige Quartale - und die Rendite ist weg
Der Investor konnte sich auf eine gute Rendite freuen. Das UBS-Produkt erzielte wegen dieser Beschränkung der positiven Quartalsrenditen auf 2,25 Prozent aber bloss eine Rendite von 2,17 Prozent pro Jahr.
Und der Investor hatte noch Glück. Angenommen die Börsenkrise im Februar und März dieses Jahres wäre kräftiger ausgefallen, hätte eine Nullrendite gedroht. Zwei schlechte Quartale in drei Jahren hätten genügt, um die ganze Performance zunichte zu machen.
Eine Rendite von 0 Prozent hätte auch gedroht, wenn der SMI sich in den letzten Jahren nicht so kräftig erholt hätte. Die magere Rendite von 2,17 Prozent war also mit grossem Risiko einer Nullrendite verbunden.
Kapitalschutz selbst bauen und flexibel bleiben
Zum Vergleich: Eine dreijährige Kassenobligation einer Bank mit attraktiveren Konditionen als die UBS, zum Beispiel die Bank Coop, hat im März 2004 mit 1,25 Prozent pro Jahr rentiert. Das ist zwar weniger, aber faktisch risikolos.
Der Investor hätte sich den Kapitalschutz aber auch selbst bauen können und so pro Jahr rund 2 bis 2,5 Prozent Rendite erzielt (siehe K-Geld 5/06). Zudem hätte er dann, anders als beim Kapitalschutzprodukt, jederzeit ohne Verlust des Kapitalschutzes verkaufen können.
Oder, und das wäre die sinnvollste Variante: Der Investor hätte sich seinen Anlagehorizont nicht von der Bank vorschreiben lassen, sondern - seinen Zielen entsprechend - selbst gewählt. Je länger der Anlagehorizont, desto grösser die Renditechancen.
Die Laufzeiten von diesem und den meisten anderen Kapitalschutzprodukten sind nicht zuletzt deshalb so kurz, dass die Banken ihren Kunden bald ein neues Produkt verkaufen können. Und wieder Gebühren kassieren.
04. April 2007 | Philipp Lütscher
