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Artikel | K-Tipp 3/2007

China-Chnobli in Schweizer Regalen

Chinesischer Knoblauch ist günstiger als solcher aus Europa: Dank tiefer Produktionskosten lohnen sich für die Grossverteiler selbst mehrere tausend Kilometer Transportweg.

China-Chnobli in Schweizer Regalen

Die Migros führt zur Zeit Spargeln aus Mexiko im Sortiment. Coop hält für seine Kunden Datteln aus den USA bereit. Und bei Spar gibts türkischen Lauch oder südafrikanische Zitronen. Aber auch bei Knoblauch greifen die Grossverteiler auf Länder zurück, die mehrere tausend Kilometer entfernt liegen.

Dieses gewöhnliche Gemüse müsste doch auch aus Europa zu beziehen sein - sollte man meinen. Das trifft aber nur zu einem kleinen Teil zu: Lediglich 1,7 Prozent der weltweiten Produktion, das sind 240 000 Tonnen, werden in Europa angebaut. Als grösster Knoblauchproduzent hat sich mit 70 Prozent Weltmarktanteil China etabliert.

Neben Spar beziehen auch Coop und Migros Knoblauch aus dem Reich der Mitte. Da Knoblauch in der Schweiz nur in sehr kleinen Mengen angebaut wird - 10 Tonnen im Jahr 2005 -, kann er ganzjährig zollfrei importiert werden.

Neben der hohen Verfügbarkeit und der Qualität spreche vor allem der Preis für China, erklärt Wolfgang Frick, Marketingleiter bei Spar. «Der chinesische Knoblauch ist 20 Prozent günstiger als Konkurrenzprodukte aus Spanien», sagt Coop-Sprecher Takashi Sugimoto.


Transport verschlingt viel Energie

Da die Händler Knoblauch nicht mit dem Flugzeug, sondern mit Containerschiffen transportieren, fällt die Ökobilanz weniger schlecht aus als bei Produkten wie Trauben und Spargeln. Nur: Niels Jungbluth, der zu diesem Thema im Jahr 2000 an der ETH eine Doktorarbeit geschrieben hat, relativiert: «Schiffslieferungen verbrauchen zwar weniger Energie. Beim chinesischen Knoblauch kommt aber je nach Anbaugebiet ein energieaufwändiger Lastwagentransport dazu.»

In seiner Dissertation berechnete Jungbluth den Erdölverbrauch für den Transport von einem Bund Spargeln, der von Mexiko in die Schweiz eingeflogen wird. Das für die Umwelt ernüchternde Fazit: Für die Spargeln aus Lateinamerika wird 17-mal so viel Energie verbraucht wie für Spargeln, die in der Schweiz wachsen.

14. Februar 2007 | Thomas Heer


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