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Mit dem neuen Betriebssystem von Microsoft laufen viele herkömmliche Programme und Zusatzgeräte nicht mehr.
Seit letzter Woche ist Windows Vista, das neue Betriebssystem von Microsoft, im Verkauf. Der Computergigant rührt dafür kräftig die Werbetrommel. Doch ein erster saldo-Test zeigt: Windows Vista ist zwar sicherer, bietet viele Multimedia-Funktionen und ist einfacher in der Handhabung, hat aber auch gravierende Nachteile. Für die meisten privaten PC-Anwender lohnt sich deshalb eine Anschaffung zumindest heute noch nicht.
Nur für Computer mit sehr starker Leistung geeignet
Der saldo-Anwendertest hat folgende Schwachpunkte zutage gefördert:
- Windows Vista läuft nur auf sehr leistungsstarken Computern. Allein der benötigte Festplattenplatz liegt bei 40 Gigabyte (GB) mit 15 GB freiem Speicher, der Prozessor sollte mindestens 1 Gigahertz leisten. Dazu empfiehlt Microsoft einen Arbeitsspeicher von mindestens 1 GB. Die Grafikkarte sollte 128 Megabyte Speicher oder mehr besitzen. Um diese Performance zu erreichen, müsste mancher Anwender zuerst einen neuen und teuren Computer kaufen.
- «Alte» Software und Computerspiele, die unter dem bisherigen System Windows XP problemlos funktionierten, laufen unter Windows Vista vielfach nicht mehr. Im saldo-Test war dies immerhin bei der Hälfte der Programme und Spiele der Fall - zum Beispiel bei der beliebten Brennsoftware Roxio Easy CD Creator und beim erst kürzlich erschienenen Computerspiel «Dark Messiah».
- Nicht zum Laufen gebracht wurden im saldo-Test auch Peripheriegeräte wie Drucker, Handy-Synchronisierung oder Webcam. Treiber-Updates, die hier Abhilfe bieten könnten, waren bei keinem Hersteller erhältlich. Ausnahme: der Canon-Scanner lief nach dem Gratis-Update wieder.
Vor dem Kauf von Windows Vista muss man also abklären, ob der eigene Computer überhaupt leistungsfähig genug ist für das neue Betriebssystem, und sich erkundigen, ob Printer, Scanner usw. kompatibel sind oder entsprechende Updates bereitstehen. Der eine oder andere Anbieter macht dazu Angaben auf seiner Internetseite. Als Faustregel gilt: Je älter das Gerät, desto geringer die Chancen auf Vista-Kompatibilität.
Multimedia-Fans müssen teure Versionen kaufen
Windows Vista gibt es in verschiedenen Versionen, die sich preislich stark unterscheiden. Wer von den neuen Multimedia-Fähigkeiten von Vista profitieren will und viel mit Fotos und Videos arbeitet, braucht mindestens die Premium-Version (499 Franken). Und nur mit der teuersten Ultimate-Version kommt man in den Genuss aller Vista-Verbesserungen. Sie kostet satte 849 Franken - für dieses Geld bekommt man heute einen ganzen Computer.
Mehr Sicherheit, ansonsten nicht viel Neues
Windows Vista hat aber auch Vorteile: Im Vergleich zu Windows XP, bei dem immer wieder gravierende Lecks zutage traten, sollte Vista sicherer sein. So wird dafür gesorgt, dass auf dem Rechner nur Software läuft, die der Benutzer wirklich will. Zusätzliche Sicherheit gegen Computerviren bietet eine integrierte Firewall, die den ein- und ausgehenden Datenverkehr kontrolliert. Dennoch: Absolute Sicherheit wird es auch mit Vista nicht geben, regelmässige Updates mit den neusten Anti-VirenProgrammen bleiben weiterhin notwendig.
Da Windows Vista im Vergleich zu Windows XP neben vielen kleineren Verbesserungen nichts wirklich revolutionär Neues bietet, können die meisten PC-Nutzer mit der Anschaffung warten, bis sie sich auch sonst einen neuen Computer kaufen würden. Dort wird dann Vista sowieso vorinstalliert sein. Und: Der Support für Windows XP wird von Microsoft bis mindestens Ende 2008 gewährleistet - Grund zur Eile besteht also nicht.
07. Februar 2007 | Michael Benzing