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Rasenschnitt, Rindenhäcksel, Stroh und Laub eignen sich als Mulch. Nicht jedes dieser Materialien ist aber für jeden Ort im Garten geeignet.
Mulchen bedeutet, leere, unbepflanzte Stellen im Garten - auch unter Gehölzpflanzungen - mit einer Schicht aus organischem Material zu bedecken. Grundsätzlich gilt für alle Mulchmaterialien: Die Schicht sollte nicht höher sein als drei Zentimeter. Sie erfüllt mehrere Zwecke: «Mulch verhindert sowohl die Verschlammung des Bodens bei starkem Niederschlag als auch das Austrocknen bei grosser Hitze - man muss weniger häufig giessen», so der Gartenbauingenieur Beat Vetterli, «zusätzlich hemmt Mulch das Wachstum von Unkraut und dient den Bodenlebewesen als Nahrung.»
Die Winzlinge arbeiten die «Abfälle» in den Boden ein und sorgen dadurch für schön krümelige Erde. «Streut man im Herbst eine Mulchschicht, schützt man auch empfindlichere Pflanzen, die den Winter im Boden überdauern», sagt Vetterli, der als Fachgruppenleiter Gärtnerberufe an der Berufsbildungsschule Winterthur arbeitet. Dies sind seine Ratschläge:
- Rindenkompost: Nicht für jeden Ort geeignet
Welche Materialien sich als Mulch eignen, hängt davon ab, wo man ihn verteilt. Unter extensiv wachsenden Pflanzen wie Hecken, Bäumen und Sträuchern oder in Staudenrabatten kann man problemlos Rindenkompost (gehäckseltes Zweig- und Astwerk) streuen. Für Johannisbeeren, Himbeeren und Erdbeeren, aber auch Edelrosen und gewisse Gemüse ist Rindenkompost jedoch ungeeignet, weil der darin enthaltene hohe Kohlenstoff-Anteil im Boden die Freisetzung von Stickstoff vermindert. Deshalb mischt man dem Rindenhäcksel Hornspäne bei, rund 100g/m2.
- Keinen eigenen Häcksel verwenden
Es empfiehlt sich nicht, die eigenen, zurückgeschnittenen Zweige - etwa von Büschen und Sträuchern - selber zu häckseln. Aus zwei Gründen: Zum Ersten sind die meisten der handelsüblichen Hobby-Häcksler zu leistungsschwach. Der stundenlange Lärm belästigt andere Gartenfreunde, die Ruhe und Erholung suchen.
Zum Zweiten ist das Risiko gross, dass man beispielsweise von Krankheiten befallene Abschnitte verarbeitet und somit die Erreger im Garten weiterverbreitet. Deshalb: Eigenen Häcksel auch nie ins Moorbeet streuen. Der Fachmann empfiehlt, Rindenhäcksel zu kaufen. Er wird in der Regel heiss kompostiert und ist daher frei von Krankheitserregern.
- Rasen- und Grasschnitt: Hervorragender Mulch
Sehr gut geeignet als Mulch ist Rasen- und Grasschnitt. Bis Ende Oktober kann man geschnittenen Rasen auf die «Glatzen» streuen, also auf jene kahlen Stellen, die abgeerntet oder von einjährigen verblühten Pflanzen befreit sind. Das krautige Schnittgut verrottet schnell: Es verschwindet im Sommerhalbjahr innerhalb von drei bis fünf Wochen im Boden. Allerdings schneidet man Gras und Rasen, bevor sie absamen. Und falls man den Rasen mit einem Herbizid (Unkrautvertilger) behandelt hat , sollte man drei bis fünf Wochen warten, bis man den Schnitt wieder als Mulch verwendet. Das Problem der Rückstände ist dann behoben.
- Tagetes als Gründüngung Dem Rasenschnitt kann man verblühte Tagetes (eine der bekanntesten Sommerblumen, ein asternartiges Korbblütengewächs) und andere krautige Pflanzenabfälle beimischen. Sie helfen mit, das Erdreich optimal zu regenerieren - vor allem, wenn es mit Schädlingen, zum Beispiel mit Nematoden, verseucht ist.
Neben Tagetes eignen sich auch Ringelblumen, Lupinen oder Phacelia als Gründüngung. Das Prinzip ist Folgendes: Aussaat ab Frühling, Wuchs, Schnitt. Dieser wird je nach Pflanzung während des Sommers vorgenommen und als Mulchdecke liegen gelassen oder als Gründüngung leicht in die Erde gearbeitet.
- Strohhäcksel und Falllaub Mulchen kann man auch mit Strohhäcksel. Nur: Der Kohlenstoff im Stroh - durch den hohen Anteil an Zellulose - verhindert oder vermindert im Boden die Freisetzung von Stickstoff, was zu einem Ungleichgewicht führen kann. Deshalb gibt man wie beim Rindenhäcksel etwa eine Handvoll Hornspäne pro Quadratmeter hinzu.
Im Spätherbst dient auch Falllaub als Mulchschicht. Man muss es im Frühling jedoch entfernen, weil es in den Wintermonaten nicht vollständig verrotten kann. Im Gegensatz zum Wald: Sein Erdreich hat alle Zeit, um Laub und abgebrochenes Astwerk langsam zu verarbeiten.
Aber nicht alles Laub ist als Mulch für den Garten geeignet: Beispielsweise enthalten die Blätter von Nussbäumen, Platanen und Eichen sehr viele schwer abbaubare Gerbsäuren, was das Ernährungsgleichgewicht im Boden ungünstig verändert.
Mulchen kann man vom Frühling bis in den Spätherbst. Mit einer kleinen Einschränkung: Wer Gemüse und Blumen zieht, sollte keinen Mulch um die jungen Pflänzchen streuen: Schnecken ziehen die Delikatessen dem Mulch vor, also machen sie sich über die Jungpflanzen her. Erst wenn die Setzlinge eine gewisse Stärke entwickelt haben, legt man rundherum eine Deckschicht.
Alternativen für Mulch-Muffel
Mulchen ist nicht jedermanns Sache. Hobby-Gärtner mit ausgesprochenem Ordnungssinn haben mit liegen gelassenem und verrottendem Material Mühe. Es gibt aber Alternativen, um den Boden vor Verschlammung, Austrocknung, Frost und Kälte zu schützen.
- Bodendecker. Die Bodendecker genannten niedrigen Pflanzen übernehmen ebenfalls diese Funktionen. Gärtner Hannes Waffenschmidt aus Russikon ZH empfiehlt folgende Bepflanzungen: «Immergrün und Efeu eignen sich sehr gut, sind aber als Erscheinung biedere Durchschnittsgewächse; es gibt viel interessantere Stauden, die den Sinn und Zweck des Bodendeckers erfüllen. Dazu gehören Polsterpflanzen wie Phlox und Glockenblumen. Attraktiv sind auch niedriger Lavendel und andere blühende Stauden wie Johanniskraut oder Storchenschnabel.» Wer im Winter grüne Farbtupfer im Garten möchte, wählt eine Golderdbeere oder einen niedrigen Spindelstrauch. Weitere Bodendecker gibts in Gärtnereien und Gartencentern.
- Ton, Kies, Steine. Als Bodenschutz setzen Gartengestalter aber nicht allein auf pflanzliches Material. Waffenschmidt: «Mit Tongranulat oder -scherben, Kies oder bunten Stein- und Glaskieseln setzt man bewusst auch optische Akzente - was allerdings nicht jedem Geschmack entspricht und auch nicht in jeden Garten passt.»
27. September 2006 | REGINE ELSENER
