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Artikel | saldo 14/2006

Hoher Selbstbehalt lohnt sich nur selten

Hoher oder tiefer Selbstbehalt? Das fragen sich viele Automobilisten beim Abschluss einer Kaskoversicherung. Eine simple Rechnung hilft bei der Selbstbehaltwahl.

Beim Abschluss einer Kaskoversicherung können Autobesitzer die Höhe des Selbstbehalts zum Teil selbst bestimmen. Entscheiden sie sich für einen höheren Selbstbehalt, ist die Prämie geringer. Dafür kommt ein Schadenfall teurer zu stehen. Deshalb stellt sich die Frage: Welcher Selbstbehalt ist optimal?

saldo ist dieser Frage nachgegangen und hat die Offerten von 13 Versicherern für vier Autofahrer miteinander verglichen. Untersucht wurde die Höhe des Prämienrabatts bei höherem Selbstbehalt. Damit lässt sich berechnen, wie viele Jahre jemand schadenfrei fahren muss, damit er unter dem Strich von der ermässigten Prämie profitiert.


Im Schnitt alle dreieinhalb Jahre ein Schadenfall

Resultat des Vergleichs: Die Prämienrabatte bei höherem Selbstbehalt sind derart unterschiedlich, dass nur eine Empfehlung möglich ist: Automobilisten sollten nicht nur Offerten von verschiedenen Versicherungen einholen, sondern auch von der gleichen Versicherung mehrere Offerten mit verschiedener Selbstbehaltshöhe einholen.

Beispiel: Eine 40-jährige Schweizerin, die ihren Opel Zafira bei Auto-TCS kaskoversichert, fährt besser mit einem tiefen Selbstbehalt von 500 Franken. Grund: Die Prämienersparnis bei einem Selbstbehalt von 1000 Franken ist derat gering, dass sie 20 Jahre unfallfrei mit dem Zafira unterwegs sein müsste, um davon zu profitieren. Bei der Basler wären es 17 Jahre. Dass sie das schafft, ist unwahrscheinlich. Nach Angaben der Zürich meldet eine 40-jährige Person durchschnittlich alle dreieinhalb Jahre einen Kaskofall. Und: Die Schadenhäufigkeit ist noch höher. Denn nicht jedes Malheur wird der Versicherung gemeldet.

Genau umgekehrt müsste sich die gleiche Frau entscheiden, wenn sie ihren Zafira bei der Winterthur versichern möchte: Mit dem höheren Selbstbehalt von 1000 Franken profitiert sie schon nach 3 unfallfreien Jahren. Bei der Coop-Versicherung sowie der Zürich und der Allianz nach 6 Jahren und bei der Züritel nach 9 Jahren.


Hoher Selbstbehalt: Nichts für Leute, die knapp bei Kasse sind

Das Verhältnis von Prämienrabatt und unfallfreien Jahren ist aber nur ein Entscheidungskriterium, sagt Versicherungsfachmann Martin Scherrer von Comparis: «Niemand weiss, wann er in den nächsten Unfall gerät. Autofahrer müssen sich deshalb fragen, ob sie sich im Schadenfall einen hohen Selbstbehalt leisten können oder wollen.» Wer regelmässig knapp bei Kasse ist und aus Erfahrung weiss, dass er mit dem Auto häufig Pech hat, sucht sich am besten die günstigste Versicherung mit einem möglichst tiefen Selbstbehalt.

13. September 2006 | Franco Tonozzi


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