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Artikel | Gesundheits-Tipp 7+8/2006

Neues Öl für die Küche

Leinöl besteht zur Hälfte aus gesunden Omega-3-Fettsäuren. Deshalb findet es wieder Platz in der Küche.

Leinöl kennt man als Wetterschutz für Holzläden oder allenfalls vom Farbkasten zum Verdünnen der Ölfarben. Doch neuerdings ?ndet es auch wieder Platz in der Küche neben anderen Salatölen. Denn Leinöl enthält sehr viele Omega-3-Fettsäuren, mehr als die Hälfte seines gesamten Volumens - und damit viel mehr als fette Fische wie Lachs und Hering oder auch Baumnüsse und Weizenkeime. Es hat auch rund sechsmal mehr Omega-3-Fettsäuren als Rapsöl.


Leinöl - gegen Allergien, Diabetes und Depressionen

Omega-3-Fettsäuren sind gesund. Sie sind wichtig für die Entwicklung des Nervensystems und gut für den Blutdruck. Sie schützen das Herz und wirken gegen Entzündungen. Das ist unbestritten.

Hans-Ulrich Grimm, Co-Autor des Buches «Leinöl macht glücklich», sieht noch weitere Vorteile: Er hat Untersuchungen aufgespürt, die aufzeigen, dass Leinöl und Leinsamen auch gegen Allergien und Depressionen helfen, Diabetes vorbeugen oder gar Krebs bekämpfen können. Sogar hyperaktiven Kindern soll es helfen. Doch Experten zeigen sich vorsichtig. Das sei alles nicht bewiesen, sagt Professor Peter Ballmer, Chefarzt der Inneren Medizin am Kantonsspital Winterthur.


Ein Liter Öl kostet mehr als 40 Franken

Leinöl muss man in der Küche anders einsetzen als andere Speiseöle. So emp?ehlt es sich nicht, das Öl in grossen Mengen zu kaufen und zu konsumieren. Es ist eines der teuersten Öle auf dem Markt. Rund elf Franken kostet zurzeit ein Fläschchen mit einem Viertelliter Leinöl drin. Erhältlich ist es in Reformhäusern, Drogerien, Bioläden und Warenhäusern.

Gewisse Komponenten zerfallen zudem rasch an der Luft, und das Öl beginnt ranzig zu riechen. Ist die Flasche einmal geöffnet, hält das Öl maximal drei Monate. Aus diesem Grund muss man es kühl und dunkel lagern, - am besten im Kühlschrank.

Leinöl hat zudem einen eigenwilligen, etwas nussartigen Geschmack. Ernährungsberaterin Renate Frey aus Wettingen emp?ehlt deshalb, das Öl nicht pur zu essen oder als reines Salatöl zu verwenden.


Beim Erhitzen werden die Fettsäuren zerstört

Sie mischt rund dreimal die Woche einen Kaffeelöffel Leinöl unter zerdrückte Kartoffeln mit Kräutern, das schmeckt ihr am besten. Gut ist auch die Kombination von Quark und Leinöl. Erhitzen darf man das Öl nicht. «Empfehlenswert ist es, das Öl in kaltem Zustand zu verwenden, durch das Andämpfen oder Anbraten gehen die Fettsäuren kaputt», so Renate Frey. Für die Ernährungsfachfrau ist aber dennoch klar: Leinöl gehört zur Gesundheitsvorsorge.


Buchtipp:
Hans-Ulrich Grimm und Bernhard Ubbenhorst: «Leinöl macht glücklich», Verlag Watson Books, Fr. 31.-



Leinöl ist nicht lange haltbar

- Kaufen Sie nur kleine Mengen Leinöl.
- Lagern Sie das Leinöl kühl und dunkel, am besten im Kühlschrank oder im Keller.
- Verschliessen Sie das Öl sofort nach Gebrauch. So gelangt nicht zu viel Luft in die Flasche.
- Verwenden Sie es sparsam. Ein halber Esslöffel deckt bereits den täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren.
- Verwenden Sie das Öl nicht mehr, wenn es ranzig riecht.
- Mischen Sie das Öl mit anderen Nahrungsmitteln. Es wird dadurch bekömmlicher. Beispiele: Ein halber Esslöffel zum Salat mit Olivenöl oder ins Morgenmüesli.
- Erhitzen Sie Leinöl nicht.

28. Juni 2006 | Monika Schönenberger


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