|
(0) |
Schuss - Tor - Jubel: Das Kartenspiel «Fussball-Ligretto» gibt die Stimmung eines Fussballspiels perfekt wieder. Auch hier sind Schnelligkeit und gute Nerven gefragt.
Pünktlich zur Weltmeisterschaft haben viele Spielverlage ein Fussball-Spiel auf den Markt gebracht. Eine der besten Umsetzungen ist «Fussball-Ligretto». Bis zu acht Spieler schaffen hier die Atmosphäre eines Fussballspiels.
Zwei Teams treten gegeneinander an. Die eine Mannschaft erhält die schwarzen Spielkarten, die andere die roten. Auf ein Zeichen beginnen alle Spieler, Karte für Karte ihres Stapels aufzudecken. Wer zuerst eine Torhüterkarte aufdeckt, legt sie in die Mitte des Tisches und eröffnet damit den Match.
Jetzt wird es hektisch: Auf jeder Karte steht nicht nur der Name des Kickers, der gerade im Ballbesitz ist, sondern auch die Namen von ein oder zwei Mit- und Gegenspielern, die als Nächste den Ball bekommen können. Der Clou dabei: Beide Teams sind gleichzeitig aktiv. Wer zuerst eine passende Karte zur Hand hat, legt sie auf den Spielstapel in der Tischmitte und kriegt so den Ball.
Brüller und Blätterer
Hier empfiehlt sich Arbeitsteilung: Ein Mitspieler übernimmt den Part des «Brüllers» und ruft ständig die Namen der gesuchten Spieler, welche die Teamkollegen ausspielen müssen. Die anderen können sich derweil auf das möglichst rasche Durchblättern ihres Kartenstapels konzentrieren. Das klingt dann etwa so: Der eine «Brüller» verlangt laut nach «Patrick, Patrick, Patrick», sein Gegenpart versucht ihn mit «Paul und Beni, Paul und Beni» zu übertönen.
Die Hektik ist gross, der Spielspass perfekt. Ihren Höhepunkt erreicht die Fussballstimmung natürlich, wenn ein Tor fällt. Dazu gibt es eigens Torkarten, die ebenfalls den Namen eines Kickers tragen und statt einer normalen Karte gespielt werden können. Erst wenn das gelingt, ist man dem Sieg einen Schritt näher. Die Mannschaft, die zuerst fünf Tore geschossen hat, gewinnt.
Schnell erklärt, schnell vorbei und hektisch
Mit dem bekannten Kartenspiel «Ligretto» hat «Fussball-Ligretto» die drei wichtigsten Merkmale gemeinsam: Beide sind schnell erklärt, schnell zu Ende - und hektisch. Kein Spiel also für Leute mit schwachen Nerven, und auch nichts für Spieler, die gerne raffinierte Strategien aushecken.
Zwar kann man auch bei «Fussball-Ligretto» verschiedene Taktiken anwenden. Man kann seinen Mitspielern zum Beispiel mitteilen, dass man eine Torkarte offen vor sich liegen hat. Diese können dann versuchen, die passende Spielerkarte zu legen, also quasi eine Vorlage zu geben. Doch letztlich bleiben die Geschwindigkeit und eine Portion Glück entscheidend.
Während es bei «Ligretto» für alle ausgespielten Karten Punkte gibt, zählen bei «Fussball-Ligretto» nur die Tore. Es lohnt sich also nicht direkt, möglichst viele Karten loszuwerden. Indirekt aber schon: Legt ein Spieler eine neue Karte, müssen die Gegner ihr Tun kurz unterbrechen und auf der soeben gespielten Karte nachschauen, welche Kicker nun gefragt sind. So verlieren sie wertvolle Sekunden.
Am meisten Spass macht «Fussball-Ligretto», wenn man zwei gleich grosse Mannschaften zu drei oder vier Spielern bildet. Auch besonnene Geister und Fussballmuffel lassen sich dann vom Tempo des Spiels und dem Teamgeist anstecken. Deshalb noch eine Warnung: Wer empfindliche Nachbarn hat, sollte das Spiel nicht auf dem Balkon spielen. Denn eine Partie kann recht laut werden. Wie echter Fussball eben.
«Fussball-Ligretto» von Reiner Stockhausen, für 2-8 Spieler ab 8 Jahren.
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Preis: um die 15 Franken
Verlag: Schmidt
FUSSBALLSPASS - kicken, was das zeug hält
Tipp-Kick
Der Klassiker unter den Fussballsimulationen am Küchentisch ist und bleibt Tipp-Kick: 2 handbemalte Kicker aus Zink, 2 Torhüter mit Kippmechanik für Hechtsprünge, 2 Tore, der zwölfeckige, schwarzweisse Tipp-Kick-Ball, ein Spielfeld aus Filz zum Ausrollen - und schon ist die Fiktion eines Fussballspiels im Kleinen hergestellt. Neben der klassischen Spielversion gibt es mittlerweile auch Tipp-Kick-Editionen für Kinder und eine Luxusvariante. Die Regeln sind einfach geblieben: Jeder Spieler wählt eine Ballfarbe, kicken darf jeweils derjenige Spieler, dessen Ballfarbe oben liegt. Jede Mannschaft besteht aus je einem Kicker und einem Torwart; der Ball wird durch Druck aufs Kickerknöpfchen bewegt. Die Mischung aus Billard, Tischtennis und Blitzschach macht den Reiz von Tipp-Kick aus - und wer häufig mit den Spielfiguren hantiert, wird irgendwann den Zufall ausschalten.
«Tipp-Kick Classic» von Karl Mayer, für 2 Spieler ab 6 Jahren.
Spieldauer: 10 Minuten
Preis: ca. 45 Franken
Verlag: Edwin Mieg
Street Soccer
Unter den Fussball-Zweierspielen ist auch «Street Soccer» eine gute Wahl: Jeder Spieler kontrolliert eine Mannschaft aus vier Feldspielern und einem Torwart. Der Würfel bestimmt, wie weit man seine Figur ziehen und allenfalls den Ball spielen darf.
Die Regeln sind übersichtlich, der Einfluss des Würfels recht gross. Trotzdem ist das Spiel nicht ohne taktischen Reiz: Manchmal ist es zum Beispiel schlauer, eine Figur weit ab vom Ball in eine bessere Stellung zu bringen, statt blindlings auf den Ball zuzurennen.
«Street Soccer» von Corné van Moorsel, für 2 Spieler ab 10 Jahren.
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Preis: um die 40 Franken
Verlag: Cwali
28. Juni 2006 | Christian Egg
