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Artikel | K-Tipp 8/2006

Gutes Bier muss nicht teuer sein

20 Sorten hatten die Bierliebhaber zu degustieren. Resultat: Biere mit reduziertem Alkoholgehalt können mit normalen Gerstensäften durchaus mithalten.

Gutes Bier muss nicht teuer sein

Ein alkoholfreies oder ein Leichtbier von einem normalen Bier unterscheiden? Kein Problem.» So t?nte es vor der Degustation bei fast allen der 18 Bierliebhaber. Sie hatten die Aufgabe, Geschmack, Spritzigkeit und Geruch von 20 verschiedenen Produkten zu beurteilen. Eingekauft wurden 12 Normalbiere, 2 Leichtbiere mit reduziertem Alkoholgehalt und 6 alkoholfreie Biere. Zus?tzlich mussten die 7 Frauen und 11 M?nner bei jeder Probe angeben, ob es sich ihrer Meinung nach um ein normales, ein leichtes oder ein alkoholfreies Bier handelt.

Am besten abgeschnitten hat neben dem franz?sischen Kronenbourg das Aldi-Bier Karlskrone. Es wird f?r Aldi Schweiz in ?sterreich gebraut und abgef?llt. Details will Sprecher Sven Bradke nicht bekannt geben. Damit landete das billigste Bier (32 Rp./33 cl) der Degustation mit der Note «gut» vor bekannten Markenprodukten. Die 18 Hobby-Biertrinker begr?ndeten ihr Urteil mit «ausgewogen, rund, facettenreich, w?rzig und prickelnd».

?berraschend: Obwohl die Normalbiere insgesamt besser bewertet wurden, schaffte es ein Leichtbier in die vorderen R?nge. «Das Leichte» von Eichhof ?berzeugte: «Spritzig, erfrischend, angenehme Bitternote, leichtes Sommerbier», kommentierte die Degustationsrunde und verhalf dem Leichtprodukt zur selben Schlussnote wie dem normalen Bier von Eichhof. Immerhin 7 der 18 Bierfreunde hielten Das Leichte denn auch f?r ein Bier mit normalem Alkoholgehalt.

?hnlich ist es in diesem Punkt dem anderen Leichtbier in der Degustation ergangen: 8 Leute bemerkten nicht, dass im Feldschl?sschen «2.4» nur halb so viel Alkohol steckt wie in Normalbier. Trotzdem gab es schlechte Noten: «W?ssrig, fade, etwas langweilig.» Dennoch war es am Ende besser platziert als drei normale - darunter das Original von Feldschl?sschen.
«Die Testanlage entspricht nicht unseren Anforderungen, deshalb erachten wir die Ergebnisse als unseri?s», sagt Feldschl?sschen-Sprecher Stefan Kaspar und erg?nzt: «Seit Einf?hrung der 0,5-Promille-Grenze verkaufen wir deutlich mehr 2.4.» Feldschl?sschen bewerbe es deshalb intensiv.


Alkoholfrei: «Wie Kr?uterlimonade»

Und wie h?lt es Eichhof? «Das Leichte haben wir nie forciert», sagt Dani B?chler von der Luzerner Brauerei. Die Werbemittel w?rden haupts?chlich f?r das Eichhof Alkoholfrei verwendet. Dennoch ist er ?berzeugt, dass ein Leichtbier vor allem f?r Gelegenheitskonsumenten eine Alternative zu Bier mit normalem Alkoholgehalt sein kann. Zudem: «Beim Brauen eines Leichtbiers verwenden wir die gleichen Zutaten, nur der Brauprozess wird leicht ver?ndert», so B?chler.

Nicht ganz mithalten konnten die Alkoholfreien. Sie belegen - das EichhofProdukt ausgenommen - die letzten f?nf R?nge. H?ufige Kommentare: «W?ssrig, langweilig, schmeckt wie Kr?uterlimo, schal.» Die Degustierenden vermissten vor allem den typischen Biergeschmack. Grund: Alkohol ist ein Geschmackstr?ger. L?sst man ihn weg, kann das Getr?nk fade wirken. Nichtsdestotrotz wurde keines der alkoholfreien Biere von allen 18 Teilnehmern als solches entlarvt. Viele hielten die Alkoholfreien f?r Leicht- oder sogar Normalbiere.



Promille im Blut selber berechnen

- Wie viel Promille Alkohol Sie im Blut haben, k?nnen Sie selber berechnen:

Alkoholmenge in Gramm
-------------------------------
(Ihr Gewicht in kg x Fl?ssigkeitsgehalt im K?rper)

Der Fl?ssigkeitsgehalt im K?rper betr?gt bei Frauen 55 Prozent und bei M?nnern 68 Prozent.
Beispiel: Ein 78 kg schwerer Mann trinkt 3 dl Bier, das sind rund 12 Gramm Alkohol. Man rechnet also
12
-----------------------
(78 x 0,68 =) 53,04 = 0,23‰

- Pro Stunde baut der K?rper rund 0,15 Promille ab.
- Leichtbier hat halb so viel Alkohol wie normales.

19. April 2006 | Annik Ott - annik.ott@ktipp.ch


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