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Artikel | saldo 7/2006

Online-Auktionen: Vorsicht vor Betrügern

Bei Versteigerungen im Internet können Treuhandservices eine Hilfe sein - aber es mischen auch Betrüger mit. saldo sagt, worauf Sie achten müssen.

Online-Auktionen: Vorsicht vor Betrügern

Auktionen im Internet bergen ein Risiko: Das Geschäftsgebaren des Verkäufers ist in der Regel nicht bekannt. Zur Überweisung von hohen Summen kann es sich daher lohnen, einen Treuhandservice in Anspruch zu nehmen. Dann zahlt der Käufer den vereinbarten Kaufbetrag nicht an den Anbieter, sondern dem Treuhänder, im Internet auch Escrow-Dienst genannt. Dieser meldet den Zahlungseingang dem Verkäufer, der anschliessend das Produkt versendet. Das Geld erhält er aber erst, wenn der Käufer dem Treuhänder den Erhalt und den korrekten Zustand der Ware betätigt. Für den Dienst des Treuhänders zahlt der Käufer meist eine von der Höhe des Verkaufspreises abhängige Gebühr.

Eigentlich eine gute Sache - doch leider gibt es in diesem Geschäft einige Betrüger. In Internetforen berichten zahlreiche Opfer, wie sie viel Geld verloren haben. Häufig bieten Betrüger in Internetauktionen attraktive Schnäppchen an und schlagen zur Abwicklung des Kaufs einen Treuhänder vor, mit dem sie unter einer Decke stecken. In solchen Fällen sieht der Käufer nach der Zahlung weder Geld noch Ware. Und der Escrow-Service ist plötzlich von der Bildfläche verschwunden.


Zuerst Seriosität des Treuhandservice abklären

Deshalb: Wer sich auf einen Treuhandservice einlässt, sollte vorher unbedingt prüfen, wie seriös dieser ist. Folgende Punkte sind zu beachten: - Wenn Sie bei Google «Sammelliste für falsche Escrow» eingeben, finden Sie eine laufend erweiterte und aktualisierte Liste mit betrügerischen Anbietern.

Da diese täglich neue Firmen ins Leben rufen, hilft diese Aufzählung aber nur bedingt. Das Durchstöbern der Liste ist trotzdem hilfreich: Viele Betrüger wechseln zwar ständig Namen und Internetadresse, nicht jedoch das Layout ihrer Seite. Eine Bildergalerie mit häufig auftretenden Layouts falscher Treuhandservices findet sich unter www.falle-internet.de/de/html/tr_bsp.htm.


Auktionsplattformen: Zusammenarbeit mit bekannten Diensten

- Kontrollieren Sie, ob der gewählte Anbieter über eine real existierende Adresse und eine Telefonnummer verfügt. Bei einem Anruf sollte nicht nur ein Sprechband laufen. Seriöse Anbieter antworten auf Mails. Ein Test-E-Mail gibt Klarheit.
- Seriöse Treuhänder verfügen über ein Bankkonto. Meiden Sie Dienste, die nach einem Bargeldtransfer verlangen. Ebay empfiehlt seinen Nutzern den Online-Zahlungsservice Pay Pal.
- Kontrollieren Sie, seit wann die Seite aktiv ist. Unter www.register.com lässt sich nachschauen, wann die Seite aufgeschaltet wurde. Ist sie erst ein paar Tage oder Wochen alt, ist Vorsicht geboten.
- Halten Sie sich an Treuhandservices, die von den Auktionsplattformen angeboten werden. Ricardo zum Beispiel arbeitet mit www.moneybookers. com zusammen. Hier wird dem Verkäufer eine Gebühr von 1 Prozent des Kaufbetrages verrechnet, mindestens jedoch 3 Franken.
- Für Schweizer Kunden empfiehlt Ebay speziell bei hohen Beträgen (ab 3000 Franken) den Treuhandservice von Pro Fiducia unter www.treuhand.ch. Die Gebühren betragen fix 50 Franken pro Auftrag. Dazu kommt eine Provision, die abhängig vom Verkaufspreis ist.
- Für Transaktionen im Ausland empfiehlt Ebay, ausschliesslich folgende Treuhanddienste zu nutzen: www.iloxx.de für Ebay Deutschland und Ebay Österreich, www.escrow.com für Ebay USA und Ebay Grossbritannien, www.escrowaustralia. com.au für Ebay Australien, www.escrow-europa.com für Ebay Italien und Ebay Spanien sowie www.tripledeal.com für Ebay Frankreich, Ebay Belgien und Ebay Niederlande.

12. April 2006 | Mirjam Fonti


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