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Artikel | Haus & Garten 1/2006

Die Planung - das A und O des Wunschgartens

Ein Garten braucht das ganze Jahr hindurch Pflege. Mit der richtigen Planung entwickelt sich die Natur meist nach den Wünschen des Gärtners.

Ob man einen alten Garten übernimmt, einen Pflanzblätz anlegt oder einfach den eigenen Garten verändern will - am besten fängt man mit der Planung schon im Winter an. Dazu muss man sich zuerst ein Bild des bestehenden Grundstücks machen. Welche Fläche steht zur Verfügung, welche Pflanzen sind bereits vorhanden und wo scheint die Sonne am längsten in den Garten? «Eine Liste mit Wünschen der ganzen Familie hilft sich klar zu werden, wie der Garten aussehen soll», erklärt Emanuel Jenny vom Basler Planungs- und Beratungsunternehmen Oekoskop.

Ein detaillierter Plan des Grundstücks hilft, die einzelnen Bereiche zu gestalten. Ein Plan im Massstab 1:100 - ein Zentimeter auf dem Papier entspricht einem Meter in der Natur - gibt Aufschluss über die Einteilung der Gartenräume.

In dieser ersten Phase gilt es zudem abzuschätzen, was aus eigener Kraft bewältigt werden kann und wozu es Spezialisten braucht. «Bauliche Veränderungen wie etwa das Anlegen von Treppen oder grösseren Steinmauern überlässt man besser Fachleuten», sagt Jenny. Natürlich ist das auch eine Frage des Budgets, doch oftmals fehlen dem Hobby-Gärtner die nötigen Maschinen und Geräte, um etwa einen grossen Aushub zu realisieren oder schwere Bodenplatten zu verlegen.


Nährstoffgehalt im Boden analysieren

Im Gegensatz dazu lassen sich andere Umbauarbeiten leicht selber machen. Wer zum Beispiel einen Teich im Garten plant, kann nach dem Studium von Fachliteratur oder einer Beratung im Gartencenter durchaus selbst die Schaufel in die Hände nehmen.

Will man grössere Pflanzflächen im Garten umgestalten, lohnt es sich, dies dem Landschaftsgärtner zu überlassen oder eine Bodenfräse zu mieten. Das Umgraben der Erde mit dem Spaten ist nämlich nicht nur eine langwierige, sondern auch eine äusserst schweisstreibende Arbeit.

Bevor mit der eigentlichen Bepflanzung begonnen wird, ist eine vorgängige Bodenanalyse hilfreich. «Sie zeigt, welche Nährstoffe in welcher Menge vorhanden sind, und ist somit eine ökologische und wirtschaftliche Methode, den Dünger richtig zu dosieren», erklärt Philipp Hauert, Betriebsleiter der Firma Hauert-Dünger. Um eine Überdüngung zu vermeiden, sollte die Bodenanalyse alle fünf bis zehn Jahre wiederholt werden.

Erst im letzten Schritt, wenn alle Bereiche festgelegt sind, wird die Auswahl der Pflanzen getroffen. Dabei ist neben dem persönlichen Geschmack auch Fachwissen gefragt: Die Gegebenheiten des Gartens müssen den Standortansprüchen der Pflanzen entsprechen. Will man den Garten möglichst naturnah gestalten, sollte man laut Jenny bei einem lokalen Wildpflanzen-Anbieter einkaufen: «So ist man sicher, standortgerechte Pflanzen auswählen zu können.»


Aufpassen, dass man nicht zu viele Pflanzen setzt

Zur Berechnung der Anzahl Pflanzen muss man wissen, wie viel Platz diese brauchen. «Wichtig ist, bei der Planung auf die Endgrösse und Wuchshöhe zu achten», sagt Jenny. Oftmals werde nämlich in der ersten Euphorie zu viel eingekauft und die Pflanzen würden zu dicht gesetzt.



Wo und wie man gemüse und beeren pflanzt

Der ideale Standort für das Gemüsebeet ist sonnig und windgeschützt. «Wichtig ist auch der Boden, Gemüse verträgt keine Staunässe», sagt Regine Duda vom Verband Schweizerischer Gemüseproduzenten.

Viele Gemüsesorten werden in Reihen gepflanzt. Beim Anlegen muss darauf geachtet werden, dass man von der Seite her gut die Mitte des Beetes erreichen kann.

Eine Kultur dauert zum Teil nur etwa vier bis sechs Wochen - pro Saison können also auf dem gleichen Platz mehrere Gemüsesorten gezogen werden.
Um Bodenmüdigkeit und speziell das Ausbreiten von Krankheiten und Schädlingen zu verhindern, muss ein besonderes Augenmerk auf der Fruchtfolge liegen. «Kenntnisse über die Familienzugehörigkeit der einzelnen Gemüse sind dabei wichtig, denn was verwandt ist, sollte nicht zweimal hintereinander im selben Beet kultiviert werden», so Duda.

Bei den Kreuzblütlern - dazu gehören Kohlarten sowie Rettiche - muss eine Pause von vier bis sechs Jahren eingehalten werden, bei den Doldenblütlern - also Karotten, Sellerie und Fenchel - ist ein Unterbruch von drei bis fünf Jahren nötig.

Wer sich nicht nur mit Kräutern und Gemüse, sondern auch mit Beeren versorgen möchte, muss einen genügend grossen Platz im Garten reservieren. Denn bei Johannis- und Jostabeeren sollten, um einen besseren Ertrag zu erreichen, immer zwei verschiedene Sorten gepflanzt werden. Fast alle Beeren mögen einen durchlässigen, humosen Boden. Ist das Substrat im Garten lehmig, muss es unbedingt mit Sand, Perlit oder reifem Kompost aufgelockert werden.



Basis-Werkzeug für die gartenarbeit

- Stechschaufel oder -gabel für tiefgründige Bodenlockerung
- Kräuel oder Harke zur oberflächlichen Lockerung der Erde und zum Entwurzeln von Unkraut
- Rechen zum Ausebnen der Beete
- Laubrechen
- Schaufel zum Umsetzen des Komposts
- Kleine Gartenschaufel zum Pflanzen
- Setzschnur für gerade Saatreihen im Gemüsebeet
- Baumschere
- Giesskanne oder Gartenschlauch
- Rasenmäher



Der Gartenkalender für das ganze Jahr: Das gibt es Monat für Monat zu tun

Januar
Blumen:
- Sommerblumen wie Begonien, Petunien und Lobelien im Zimmer in Töpfe aussäen
Nutzgarten:
- Obstbäume schneiden
Rasen:
- Bei Frost Rasen nicht betreten
Teich:
- Eventuell Eisschicht entfernen
Boden und düngen:
- Kompost mit einer Plane vor zu viel Feuchtigkeit schützen

Februar
Blumen:
- Sommerblühende Sträucher schneiden, Frühlingsblüher erst nach der Blüte schneiden
Nutzgarten:
- Blumenkohl, Wirsing, Kopf- und Pflücksalate im Zimmer in Töpfe aussäen
- Weinreben schneiden
Teich:
- Erkrankte und abgestorbene Teichpflanzen entfernen
Boden und düngen:
- Obstbäume düngen

März
Blumen:
- Alte Staudentriebe schneiden
- Rosen, Sträucher und Stauden pflanzen
Rasen:
- Rasen mähen und düngen
Teich:
- Teichpflanzen setzen
Boden und düngen:
- pH-Wert des Bodens prüfen
- Kompost umgraben
- Laubreste entfernen

April
Blumen:
- Frühjahrsschnitt an Rosen
- Ziergräser und Stauden teilen
Nutzgarten:
- Herbsthimbeeren und Brombeeren pflanzen
- Kürbis, Basilikum und Petersilie im Zimmer vorziehen
- Kohlrabi- und Salatsetzlinge pflanzen
Rasen:
- Neuen Rasen säen und defekte Stellen ausbessern
- Rasen vertikutieren
Teich:
- Pumpe und Filter einsetzen
Boden und düngen:
- Beete jäten und saatfertig machen
- Rhododendren düngen

Mai
Blumen:
- Ab Mitte Monat Sommerflor auspflanzen
- Verblühte Tulpen abschneiden
- Sonnenblumen direkt ins Beet säen
- Gladiolen, Dahlien pflanzen
Nutzgarten:
- Tomaten, Zucchini, Sellerie und Salat pflanzen
- Bohnen direkt ins Beet säen
- Rüebli vereinzeln
- Him- und Brombeeren aufbinden
Rasen:
- Unkräuter zupfen
- Rasen düngen
Teich:
- pH-Wert und Nitrit-Gehalt des Teichwassers kontrollieren
Boden und düngen:
- Schnecken einsammeln
- Kompost auf Beete verteilen

Juni
Blumen:
- Hecken in Form schneiden
- Zinnien und Kapuzinerkresse direkt ins Beet aussäen
Nutzgarten:
- Bis Mitte Monat Rosenkohl pflanzen
- Mit Rasenschnitt oder unreifem Kompost Beete mulchen
- Broccoli und Blumenkohl direkt ins Beet säen
Rasen:
- Neuen Rasen aussäen und defekte Stellen ausbessern
- Boden mit Rasenbelüfter lüften
Teich:
- Fadenalgen entfernen
Boden und düngen:
- Rasenschnitt für den Kompost mit anderen Grünabfällen mischen

Juli
Blumen:
- Beete mit Rasenschnitt mulchen
- Sommerflor regelmässig wässern und ausputzen
Nutzgarten:
- Bodenoberfläche lockern und Unkraut entfernen
- Rüebli, Winterrettich, Spinat direkt ins Beet säen
- Kartoffeln anhäufeln
Rasen:
- Rasen wässern
Teich:
- Teichwasser nachfüllen
Boden und düngen:
- Einjährige Sommerblumen regelmässig düngen

August
Blumen:
- Stecklinge von Geranien und Fuchsien schneiden
Nutzgarten:
- Erdbeeren pflanzen
Rasen:
- Rasen vertikutieren, düngen
- Rasen wässern
Teich:
- Abgestorbene Pflanzenteile entfernen
- Wasserqualität überprüfen
- Pumpe und Filter reinigen
Boden und düngen:
- Kompost wässern

September
Blumen:
- Zweijährige Blüher wie Stiefmütterchen aussäen
- Samen der Sommerblumen sammeln
Nutzgarten:
- Reifes Obst mit Netzen vor Vogelfrass schützen
- Feldsalat, Spinat und Portulak direkt ins Beet säen
- Erdbeeren nach der Ernte düngen
Rasen:
- Neuen Rasen säen und defekte Stellen ausbessern
Teich:
- Teich mit einem Laubschutznetz abdecken
Boden und düngen:
- Kompost umgraben

Oktober
Blumen:
- Herbstschmuck wie Chrysanthemen und Erika pflanzen
- Stauden ausgraben, teilen und neu pflanzen
- Knollen von Dahlien und Gladiolen ausgraben und frostfrei überwintern
Nutzgarten:
- Knoblauch stecken
- Tomaten, Gurken, Zucchini und Paprika ernten
- Rhabarber pflanzen
Rasen:
- Spätherbstdünger ausbringen
- Zum letzten Mal mähen
Teich:
- Pumpe herausnehmen
Boden und düngen:
- Unkraut zupfen

November
Blumen:
- Blütensträucher auslichten
- Blumenzwiebeln wie Tulpen oder Hyazinthen stecken
- Stauden und Gräser schneiden
Nutzgarten:
- Obstgehölze pflanzen
- Beerensträucher schneiden
- Josta- und Himbeeren pflanzen
Rasen:
- Herbstlaub entfernen
Teich:
- Nicht winterharte Pflanzen frostfrei überwintern
Boden und düngen:
- Boden umgraben
- Mist oder Kompost im Gemüsebeet verteilen

Dezember
Blumen:
- Staudenbeete mit Holzschnitzel mulchen
Nutzgarten:
- Gartengeräte reinigen (S. 67)
- Lauch, Rosenkohl und Grünkohl mit einem Vlies schützen
Rasen:
- Bei Frost nicht mehr betreten
Teich:
- Ein dickes Bündel Stroh oder Schilfrohr, das aus dem Wasser ragt, sorgt für genug Sauerstoff
Boden und düngen:
- Boden mit Laub, Stroh oder Rinde mulchen

04. Januar 2006 | Helen Weiss


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