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Artikel | Haus & Garten 1/2006

Bewegung auch beim Sitzen

Kinder sollen sich bewegen und nicht ständig sitzen. Doch ab dem Schulalter ist stundenlanges Sitzen unvermeidlich. Umso wichtiger ist ein guter Stuhl.

Bleib doch mal still sitzen!» Welches Kind kennt diese Aufforderung nicht? Doch sie bleibt falsch - egal, wie oft sie wiederholt wird. Kinder sollen sich bewegen, auch beim Sitzen. Dazu brauchen sie einen Stuhl, der dies ermöglicht.
Nur so wird die Muskulatur immer wieder anders belastet und nur so lassen sich langfristig Verspannungen, Muskelschwächen und Rückenbeschwerden verhindern.

Ein guter Stuhl soll aber nicht nur bequem sein, sondern auch mitwachsen, damit er jahrelang nutzbar bleibt. Nehmen Sie Ihr Kind am besten mit und lassen Sie es bei der Auswahl mitreden. Dann wird es sich später eher Mühe geben, richtig zu sitzen.

Messen Sie vor dem Gang ins Möbel- oder Kaufhaus die Höhe von Schreib- und Esstisch daheim. Probieren Sie im Laden die Stühle an einem Tisch gleicher Höhe aus. Ein toller Stuhl, der zu Hause nicht unter den Tisch passt, nützt niemandem.

Achten Sie bei den in Frage kommenden Modellen darauf, dass sich der Stuhl auch richtig einstellen lässt, wenn das Kind gewachsen ist. So bleibt die Sitzgelegenheit mehrere Jahre lang benützbar.

Achten Sie zudem darauf, dass der Stuhl dem Kind eine gewisse Bewegungsfreiheit lässt. Und um alle Zweifel auszuräumen: Erkundigen Sie sich im Geschäft, ob Sie den Stuhl zwei, drei Wochen zu Hause testen dürfen.



Rückenlehne
- Bei Stühlen, die am Esstisch benützt werden, reicht eine niedrige Lehne.
- Bei Bürostühlen brauchts eine hohe Lehne. Sie stützt den ganzen Rücken. So kann das Kind den Rücken zwischendurch entlasten.
- Höhe, Tiefe und Neigung müssen sich verstellen lassen.

Sicherheitsbügel
- Für Kleinkinder zwingend. Achten Sie darauf, dass zwischen Bügel und Sitzfläche ein Riemen vorhanden ist. Dieser verhindert, dass das Kind unter dem Bügel durchrutscht.
- Bügel, die wenig ausladend sind, haben den Vorteil, dass sich der Stuhl nahe an den Tisch schieben lässt.

Sitzfläche
- Sie soll eine Handbreit vor der Kniekehle enden und abgerundet sein. Sonst behindert sie die Blutzirkulation.
- Sie muss verstellbar sein. Gut ist eine leichte Neigung nach vorn. So wird verhindert, dass das Becken nach hinten kippt.

Fussstütze
- Kleine Kinder, deren Füsse nicht bis auf den Boden reichen, brauchen eine Fussstütze. Sie verhindert, dass die Vorderkante der Sitzfläche so viel Druck ausübt, dass das Blut nicht mehr richtig zirkuliert.
- Die Stütze muss höhenverstellbar sein.

Füsse
- Sie müssen so ausladend sein, dass der Stuhl immer stabil steht.
- Allerdings dürfen sie nicht zur Stolperfalle werden.

Verstellbarkeit
- Praktisch sind Stühle, die sich ohne Werkzeug verstellen lassen.

Polsterung
- Eine Polsterung für Sitzfläche und Lehne ist sinnvoll, wenn das Kind lange sitzen muss. Die Polsterung soll hart sein, damit sie gut stützt.
- Abnehmbare Bezüge sind ideal. Sie lassen sich waschen oder sogar ersetzen.

04. Januar 2006 | Marco Diener


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