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Artikel | K-Tipp 19/2005

Schau drauf beim Kauf!

Labels für Textilien verheissen Konsumenten ein reines Gewissen beim Kleiderkauf - der WWF stellt in einem Ratgeber diejenigen vor, die auch halten, was sie versprechen.

Beim Kauf von neuen Kleidern steht für viele nicht mehr nur der Preis im Vordergrund. Sie achten zusätzlich auf ökologische Kriterien und auf die Arbeitsbedingungen, unter denen der neue Winterpulli hergestellt wurde. Nur: Halten die Gütesiegel auch, was die Werbung verspricht, oder setzen die Verkäufer sie bloss als verkaufsförderndes Marketinginstrument ein?

Im Ratgeber «Non Food Label» nennt der WWF diejenigen Textilienlabels, die das Vertrauen der Kunden aus Sicht der Umweltorganisation verdienen. Dabei stehen Umweltschutz, fairer Handel und eine unabhängige Kontrolle im Vordergrund (siehe beigelegten Ratgeber). Gut bewertet werden folgende Labels:
- Unica von Caritas: Bei der Verarbeitung werden Umweltaspekte berücksichtigt; hergestellt werden zum Beispiel Damen-T-Shirts aus Bio-Baumwolle.
- Panda: Dieses Label steht für Kleidung aus Baumwolle und Leinen, die aus biologischer Landwirtschaft stammen.
- Max Havelaar: Das Gütesiegel garantiert fairen Handel mit den Ländern des Südens; Max-Havelaar-Textilien gibt es auch in Bio-Qualität.
- Hess Natur: Hess Natur verkauft Kleider aus Bio-Baumwolle; auch Wolle und Leinen sind teilweise biologisch. Weiter legt Hess Natur Wert auf «fairen Handel».
- Bio Engagement und Eco-Label (beide von Migros): Diese zwei Gütesiegel garantieren Bio-Baumwolle und eine umweltfreundliche Produktion auf allen Verarbeitungsstufen.
- Naturaline von Coop : Unter dem Naturaline-Label verkauft Coop Kleider aus Baumwolle, welche die strengen Richtlinien der Bio Suisse oder der EU erfüllen müssen.
- Switcher: Die Kleider sind aus biologischer Baumwolle; ausserdem achtet Switcher auf soziale Produktionsbedingungen.


Chemie drin: Allergien und Hautprobleme

Bei der Wahl der Kleidung spielt auch der Tragekomfort eine wichtige Rolle - und damit die Hautverträglichkeit des Kleidungsstücks. Textilien werden im Laufe des Verarbeitungsprozesses mit verschiedenen chemischen Stoffen bearbeitet, die zu Hautirritationen und Allergien führen können. Aus diesem Grund wurde der Öko-Tex-Standard 100 entwickelt, der als wichtigstes Gütesiegel für «saubere» Kleidung gilt.

Textilhersteller können das Öko-Tex-Label beantragen, wenn sie einen entsprechenden Kriterienkatalog erfüllen. Dazu gehört, keine Azofarbstoffe zu verwenden. Diese können sich in Verbindung mit Schweiss in krebserregende Stoffe - so genannte aromatische Amine - verwandeln. Weiter setzt der Standard Grenzwerte für Pestizidrückstände, Schwermetalle und Formaldehyd.


«Non Food Label»: Nicht nur Textilien

Die Lieferanten des Switcher-Labels sind alle Öko-Tex-Standard-100-zertifiziert. Die Produkte sind damit sowohl umwelt- und sozialverträglich hergestellt als auch unbedenklich für die Haut. Migros und Coop setzen nicht auf dieses Zertifikat.

Doch Roland Wöhr von der Migros verspricht: «Eco-Produkte enthalten keine Stoffe, die zu Hautirritationen und Allergien führen.» Und Carine Baertsch von Coop erklärt: «Wir stellen die Anforderung, dass die Umwelt, die Mitarbeiter und die Konsumenten vor schädlichen Einflüssen geschützt werden.»

Der WWF beschränkt sich in seinem Ratgeber «Non Food Label» nicht auf Textilien. Die Broschüre dokumentiert zudem, auf welche Gütesiegel Konsumentinnen und Konsumenten in den Bereichen Holz und Papier, Do-it und bei Teppichen, Elektrogeräten sowie Pflanzen setzen können.

16. November 2005 | Annik Ott - annik.ott@ktipp.ch


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