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Eine junge Frau strich sich Bonfire-Lotion ein, um die Bräunung im Solarium zu verstärken. Innert weniger Minuten bekam sie einen schmerzhaften Hautausschlag und musste ins Spital.
Rebecca Coray aus Grüningen ZH war schockiert, als sie ihre Tochter sah: «Sie stand mit geschwollener, feuerroter Haut unter der eiskalten Dusche», erinnert sie sich. Sie habe extreme Schmerzen gehabt. «Ihr ganzer Körper brannte wie Feuer.»
Kurz zuvor hatte sich die 23-Jährige mit der Bräunungslotion Bonfire von Swedish Beauty eingecremt. Die Lotion soll die Bräunung im Solarium verstärken. Der Hersteller preist sie an als «eine hochintensive, prickelndstimulierende Bräunermischung» mit einem «Wunderextrakt zur Hautregeneration». Doch die Lotion verursachte bei der jungen Frau innert Minuten eine starke allergische Reaktion.
Allergische Reaktion statt wohliges Wärmegefühl
Rebecca Coray brachte ihre Tochter sofort ins Spital. Dort bekam sie notfallmässig eine Infusion mit Kortison. Erst nach zwei Stunden ging es ihr wieder besser.
Rebecca Coray ist wütend: «Vor dieser Lotion muss man warnen!» Denn nicht nur ihre Tochter war betroffen. Ihr Mann hat das Produkt auf einer kleinen Stelle am Unterarm ausprobiert. Innert kurzer Zeit brannte diese Stelle auch bei ihm wie Feuer. Schuld an diesen heftigen Reaktionen war vermutlich das in der Lotion enthaltene Benzylnicotinat. Der Stoff verstärkt die Durchblutung der Haut. Andreas Bircher, Professor für Allergologie und Dermatologie am Universitätsspital Basel: «Benzylnicotinat führt bei vielen Menschen zu heftigen Hautreizungen.» Der Stoff ist auch in Rheumasalben und -bädern enthalten. Er soll ein wohliges Wärmegefühl auslösen - doch bei einigen Patienten brennt dadurch die Haut wie Feuer.
Die allergische Reaktion auf die Solariumlotion kann auch noch weitere Gründe haben. «Auslöser sind oft Duftstoffe und Konservierungsmittel», sagt Bircher. «Oder aber pflanzliche Stoffe», wie Mark Anliker, Leitender Arzt für Allergologie am Kantonsspital St. Gallen bestätigt. In Bonfire sind viele enthalten, so zum Beispiel Cannabis, Tee-Extrakt und Ginseng.
Diese Stoffe können dann gefährlich werden, wenn das Verfalldatum der Lotion überschritten ist. Auf der Bonfire-Flasche war kein Ablaufdatum aufgedruckt. Anliker: «Die pflanzlichen Stoffe zersetzen sich zu Eiweissbruchstücken und Keime siedeln sich an.» Das könne zu heftigen Hautreaktionen führen.
Deshalb rät der Facharzt auch zur Vorsicht bei selbst gemachten Kosmetika ohne Konservierungsstoffe: «Man sollte sie auf keinen Fall zu lange lagern.» Am besten sei, Produkte ohne Duftstoffe zu verwenden. Und eine neue Creme solle man zuerst auf einer kleinen Hautstelle ausprobieren.
Der Hersteller ist von seinem Produkt überzeugt
Die deutsche Firma Suntec, die «Bonfire» verkauft, ist von ihrem Produkt völlig überzeugt. Bisher habe noch nie jemand reklamiert. Es sei normal, dass «Bonfire eine starke Erwärmung und Rötung der Haut hervorruft», schreibt Suntec. «Diese gibt der Haut mehr Farbe und hat zur Folge, dass sie sofort stärker gebräunt wirkt.» Für ungebräunte und empfindliche Haut sei das Produkt nicht geeignet - das stehe auf der Flasche.
Gratisbroschüre: Die Broschüre «Kontaktdermatitis», zu bestellen beim Schweizerischen Zentrum für Allergie, Haut und Asthma (aha), Tel. 031 359 90 00, zum Herunterladen unter www.ahaswiss.ch
26. Oktober 2005 | Sonja Marti
