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Swisscom und Sunrise bieten das schnelle Internet jetzt günstiger an. Profitieren können vor allem Gelegenheitssurfer. saldo vergleicht die neuen Angebote.
Für viele Gelegenheitssurfer ist die Sache klar: ADSL lohnt sich nicht, sagen sie und wählen sich per Analogmodem ins Internet ein. Das ist billig, hat aber Nachteile: Mit der herkömmlichen Verbindung surft es sich langsam. Zudem ist das Telefon währenddessen besetzt - Anrufer müssen «draussen bleiben».
Neue Billigangebote mit vierfacher Übertragungsrate
Das ist ärgerlich, doch guter Rat war bislang teuer: Die hohen Fixkosten wirkten abschreckend auf Wenignutzer. Doch in Zeiten des abflachenden ADSL-Booms sollen auch diese Kunden - bei Bluewin sind es eine halbe Million - fürs Breitband begeistert werden. So haben die Schweizer IT-Grössen Bluewin und Sunrise neue Billigangebote lanciert: 150-Kbit-Pakete für 9 Franken respektive Fr. 9.90. Damit lässt sich 4-mal so schnell wie per Analogzugang durchs Web jagen.
Das bisherige Standardangebot kostet 49 Franken pro Monat. Mit 600 Kbit/Sekunde ist man 15-mal so schnell unterwegs wie per Analogzugang. Doch nicht für jeden empfiehlt sich dieselbe Lösung. saldo zeigt Schritt für Schritt, wie man sich durch den ADSL-Dschungel bewegt.
1. Abwägen. Sind Sie mit Ihrem Analogzugang zufrieden, müssen Sie nicht wechseln. Ärgern Sie sich aber oft über endlose Wartezeiten, sollten Sie auf Breitband wechseln.
2. Anschluss prüfen. 98 Prozent der Schweizer könnten ADSL nutzen - im internationalen Vergleich ein Spitzenwert. Ob Ihr Haushalt dazugehört, können Sie auf den Homepages der Anbieter checken. Einfach die Telefonnummer eingeben, und schon erfahren Sie, ob Ihre Leitungen und Steck-dosen auf dem neusten Stand sind. Wichtig zu wissen: ADSL und Telefonanschluss müssen über den gleichen Anbieter laufen.
3. Surfverhalten analysieren. Selbst bei den neuen ADSL-Schnäppchen gilt: Ein Irrtum kann teuer zu stehen kommen, weil die Verträge mindestens ein Jahr lang laufen. Bei den neuen Angeboten von Swisscom und Sunrise sind Geschwindigkeit und Preis fast identisch. Trotzdem handelt es sich um völlig unterschiedliche Preismodelle.
Bluewin von Swisscom rechnet nach Zeit ab, wobei jede Stunde im Web Fr. 2.40 kostet. Bei Sunrise zahlt der Kunde nach der heruntergeladenen Datenmenge: 20 Megabyte (MB) sind im Grundpreis inbegriffen. Das entspricht etwa 5 bis 6 MP3-Songs. Jedes weitere MB schlägt mit 19 Rappen zu Buche.
Fazit: Wer stundenlang chattet oder nächtelange Streifzüge durchs Netz unternimmt, ist bei Sunrise besser aufgehoben, da ihn die exakte Zeitverrechnung nach dem Modell von Bluewin unterm Strich teurer käme. Wer hingegen nur kurze Abstecher ins Web unternimmt, mal ein Musikstück herunterlädt, ein Zeitungs-PDF liest oder ein Video anschaut, fährt mit Bluewin günstiger.
4. Nebenkosten beachten. Bluewin und Sunrise beherrschen mit gut 60 respektive 20 Prozent Anteil den ADSL-Markt. Auch andere Anbieter buhlen um Kunden. Nur: Ein billigeres Angebot kann schnell teuer werden, wenn etwas nicht funktioniert. Bei Bluewin und Sunrise gibts bei Unklarheiten oder technischen Problemen die Hotline zum Ortstarif. Bei anderen Anbietern hingegen können teure 0900er-Nummern ins Geld gehen.
5. Modems vergleichen. Für eine ADSL-Verbindung benötigt man ein Modem. Die Kunden haben die Wahl zwischen einem USB- und einem Ethernet-Anschluss. Telekom-Experte Ralf Beyeler vom Internet-Vergleichsdienst Comparis rät, eines mit Ethernet-Anschluss zu nehmen. Mit USB-Modellen komme es häufiger zu Problemen. Viele Experten sind der Meinung, dass USB-Modems ohnehin nicht für den ständigen Datenverkehr taugen, im Gegensatz zum Netzwerkanschluss Ethernet. Gratis gibts Ethernet derzeit jedoch nur bei Sunrise: Dessen hochklassiges Modem Zyxel bietet sowohl den USB- als auch Ethernet-Anschluss. Bluewins kostenloses Modem Netopia hat nur einen USB-Anschluss. Wer 48 Franken mehr zahlt, kriegt bei Bluewin ein Modem mit Ethernet-Kabel, an das er bis zu vier stationäre PCs anschliessen kann.
6. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Haben Sie sich für ein Paket entschieden und das entsprechende Starter-Kit zugeschickt bekommen, heisst es: Gleich nachsehen, ob auch alles Notwendige im Paket enthalten ist.
7. Installation, leicht gemacht. Die Installation ist ein Kinderspiel, da die Kabel farblich eindeutig gekennzeichnet sind. Danach nur noch das Modem laut Bedienungsanleitung einrichten - und schon ist der PC mit der Welt verbunden.
8. Vorsicht bei Problemen. Muss bei Schwierigkeiten doch die Hotline einspringen, gilt es, sich gut vorzubereiten. Das heisst: Daten über Modem, Computertyp und Zugang bereithalten und den Rechner angeschaltet lassen. So geht keine wertvolle Beratungszeit verloren. Zugleich schont man sein Portemonnaie.
9. Eindringlinge aussperren. Durch schnellere Datenübertragung und längere Online-Zeit wird der Rechner anfälliger auf Viren und Würmer. Daher sollte man sich ausreichend schützen. Im Handel findet sich ein grosses Angebot an Schutzprogrammen von McAfee, Symantec, Kaspersky und Co. Fortgeschrittene User können sich auch im Internet eindecken, etwa mit der Gratis-Firewall Zone Alarm (www. zonelabs.com) oder dem kostenlosen Virenprogramm Antivir (www.free-av.de). Wichtig sind regelmässige Updates, denn veraltete Software schützt wenig mehr als gar keine. Gegen eines indes sind Sie von vornherein 100-prozentig geschützt: Die gefürchteten Dialer haben bei ADSL- und TV-Kabel-Internet keine Chance.
10. Rechnungen studieren. Haben Sie ein Billig-Abo und zahlen trotzdem über 49 Franken monatlich? Dann sollten Sie auf ein unbegrenztes ADSL-Paket umsteigen. Denn bei beiden Anbietern kostet ein komfortables Flatrate-Angebot nur 49 Franken - mit 600 Kbit, also der viermal schnelleren Übertragungsrate. Eine Vertragsänderung geht in diesem Fall problemlos.
14. September 2005 | Michael Benzing
