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Schwimmen, radeln, wandern, tanzen - an Möglichkeiten zur sportlichen Freizeitbetätigung herrscht kein Mangel. Hier ein paar ausgefallene Vorschläge.
Schöne Aussichten
Eine Velotour, die sich für Sportliche ebenso eignet wie für Geniesser - hoch über dem Thunersee.
Die Sportlichen starten in Interlaken und fahren Richtung Beatenberg. Schon bald windet sich die Strasse in steilen Kehren den Berg hinauf. Bei der vierten Kehre mit dem passenden Namen Luegibrüggli lohnt sich ein kurzer Halt. Der Blick auf die Berner Alpen ist grandios. Weiter gehts nach Beatenberg. 600 Höhenmeter sind inzwischen überwunden.
Hier beginnt auch die Variante für Geniesser. Denn auf der Weiterfahrt der Bergflanke entlang gibts kaum noch Steigungen. Unmittelbar vor den Tunnels lohnt sich ein Blick in die Tiefe. Fast senkrecht fällt die Felswand in den Thunersee ab. Immer leicht bergab gehts nun nach Sigriswil.
Wer genug hat, fährt hinunter an den See und dann Richtung Thun. Allerdings ist die Strasse vor allem an Wochenenden stark befahren.
Empfehlenswert sind daher die Varianten über Ringoldswil und Heiligenschwendi nach Thun oder über Schwanden, Meiersmaad, Buchen und Steffisburg nach Thun.
Strecke: Je nach Variante 25 bis 50 Kilometer.
Anreise für Sportliche: Mit dem Zug bis Interlaken-West.
Anreise für Geniesser: Mit dem Schiff in die Beatenbucht, mit der Standseilbahn nach Beatenberg (bis 7. Juli wegen Renovation geschlossen).
(mdb)
«Böötle» ohne paddeln
Gemütlich im Schlauchboot sitzen und ohne zu paddeln vorwärts kommen - zwischen Stein am Rhein SH und Schaffhausen ists möglich.
Eine günstige Stelle zum Einwassern in Stein am Rhein ist beim öffentlichen Schwimmbad, das direkt am Rhein liegt. Die Strömung sorgt für eine angenehme Fahrtgeschwindigkeit. Doch die Paddel sollten auf jeden Fall in der Hand bleiben, um schnell manövrieren zu können: Auf dem Fluss hat es nämlich meist sehr viele Boote.
Der Bodensee gehört zu den eher warmen Gewässern, entsprechend hat auch der Rhein im Sommer eine angenehme Badetemperatur.
Die Fahrt nach Schaffhausen ist abwechslungsreich. Bewaldete Flussabschnitte mit Feuerstellen an den Ufern wechseln sich ab mit Wiesen und kleinen Dörfern. Das mittelalterliche Städtchen Diessenhofen sowie der Ort Paradies kurz vor Schaffhausen sind auf jeden Fall einen Glace-Halt wert.
In Schaffhausen ist der Ausstieg vor der Schifflände. Nicht verpassen, denn sonst landet man beim Elektrizitätswerk und etwas später am Rheinfall!
Strecke, Zeitbedarf: Für die fast 20 Kilometer lange Strecke müssen im Minimum vier Stunden eingeplant werden. Und Schwimmwesten sind für jedermann empfehlenswert.
Anreise: Ab Winterthur mit dem Regionalzug nach Stein am Rhein. Von dort sind es gut 20 Minuten zu Fuss bis zum Schwimmbad. Ab Bahnhof verkehren auch Busse.
(ma)
Schwimmen ohne Krampf
5 Minuten marschieren, 20 Minuten in der Aare treiben lassen - möglich ist das in Bremgarten bei Bern.
Bei der Felsenaubrücke führt ein schmaler Fussweg am rechten Aare-Ufer flussaufwärts. Nach rund 200 Metern kommt unvermittelt ein enger Stollen. Dieser wurde beim Bau einer Kanalisationsleitung in den Hügel getrieben. Wieder im Freien, hat man die Halbinsel, auf der Schloss Bremgarten steht, bereits unterquert.
Gute Schwimmer steigen im Sommer hier ins Wasser - wenn die Aare viel Wasser führt und um die 20 Grad warm ist. Vorbei gehts an Felswänden, langen Kiesbänken und kleinen Sandstränden. Wer kräftig schwimmt, hat die Halbinsel schnell umrundet. Wer sich treiben lässt oder zwischendurch etwas flussaufwärts schwimmt, benötigt rasch einmal 20 Minuten. Bei der Felsenaubrücke steigt man ans Ufer. Wer Lust hat, beginnt noch einmal von vorn: zu Fuss durch den Stollen, im Wasser um die Halbinsel.
Vorsicht: Dieses Vergnügen eignet sich nur für gute Schwimmer!
Anreise: Ab Bahnhof Bern mit dem Bremgarten-Bus (Nummer 21) bis zur Haltestelle Fährstrasse. Dann zu Fuss über die Felsenaubrücke und am rechten Ufer flussaufwärts zum Stollen.
(mdb)
Startänzer unerwünscht
Echte kubanische Lebensfreude kann man in Zürich-Oerlikon tanken. Dort lädt die Tanzschule Aché jeden Freitag ab 21 Uhr zum ungezwungenen Tanzen ins lauschige Hinterhof-Lokal ein. Der Eintritt ist gratis, ebenso Trinkwasser. Kaffee, Cola und Bier kosten 3 Franken, doch besteht kein Konsumationszwang.
Das Publikum ist bunt gemischt: Anfängerinnen und Anfänger tanzen mit Routiniers, auch kubanische Profis mischen sich gelegentlich unter die Gäste. Profilierungssüchtige Startänzer hingegen sind fehl am Platz. Geübt werden vielmehr einfache Drehungen und Schritte; belächelt wird niemand, wenns noch nicht so richtig klappt.
Mehrmals pro Abend holt das Aché-Team die Besucherinnen und Besucher mit Kurzanimationen auf die Tanzfläche. Gespielt wird Salsa aus Kuba und traditioneller Son à la «Buena Vista Social Club». Und zum Ausruhen und Plaudern steht ein gedeckter Patio mit Schaukelstühlen und Tischen zur Verfügung.
Adresse: Aché-Dance, Gubelstrasse 50 (Hinterhof), 8050 Zürich. In den Sommerferien findet der Freitags-Tanzabend nicht immer statt. Infos gibt es in den «News» unter www.ache.ch.
(ek)
Kleine Wanderung mit kleinen Kindern
Kleine Kinder wandern nicht gern - es sei denn, man kann sie wirksam ködern. Ein Glace-Coupe zum Beispiel verleiht den scheinbar bleischweren Beinchen oft Flügel.
Insofern ist die Kurzwanderung von Menzingen ZG auf den Gubel ideal. Auf dem Hinweg sind zwar rund 100 Höhenmeter zu bewältigen, doch auch kleinere Kinder schaffen die Strecke in einer Stunde. Und am Ziel wartet das Gasthaus Gubel (Tel. 041 755 11 42, www.gasthaus-gubel. ch) mit seiner Dessertkarte. Zudem können auf dem benachbarten Gutsbetrieb unter anderem Ziegen und Kaninchen bestaunt werden.
Auch die Grossen kommen auf ihre Rechnung: Die Wanderung führt durch eine attraktive Moränenlandschaft. Zu sehen gibts unter anderem 14 Kreuzwegstationen und natürlich das Kapuzinerinnen-Kloster auf dem Gubel. In der Klosterkirche erinnert das Deckengemälde an die Entscheidungsschlacht im zweiten Kappelerkrieg von 1531. Damals haben die katholischen Innerschweizer den neugläubigen Zürchern gehörig eins aufs Dach gegeben.
Der Rückweg nach Menzingen ist nicht anstrengend, da es häufig bergab geht. Es kann deshalb sein, dass die «müden» Kleinen begeistert losrennen, wenn man sie zu einem kurzen Wettlauf auffordert.
Anreise: Mit Bus Nummer 2 der Zugerland Verkehrsbetriebe ab Bahnhof Zug.
(gs)
Sich treiben lassen - im Sonnenuntergang
Das Naturfreibad Tägerwilen TG liegt idyllisch am Seerhein zwischen Boden- und Untersee. Gegenüber, am deutschen Ufer, erstreckt sich das Wollmatinger Ried, eine der grössten Riedlandschaften Mitteleuropas. Im Bad hat es eine Liegewiese, einen Kiosk, ein Beachvolleyfeld und Grillplätze.
Nichtschwimmer und Kinder baden in der Flachwasserbucht, geübte Schwimmer suchen die sportliche Herausforderung im Fluss und schwimmen entlang des Schilfgürtels gegen den Strom. Je weiter man sich vom Ufer entfernt, desto kräftiger wird die Strömung - und das Gefühl, sich mit jedem Armzug nur Zentimeter vorwärts zu bewegen (Vorsicht: Motorboote!). Die Belohnung winkt 250 Meter stromaufwärts am Badeplatz Kuhhorn, wo es am Kiosk Getränke, Cervelat und Glace gibt. Zum Abschluss lässt man sich - den malerischen Sonnenuntergang über dem Ried geniessend - im Fluss zurücktreiben.
Anreise: Das Freibad in Tägerwilen TG ist zu Fuss, per Velo und mit dem Auto erreichbar. Der Eintritt ist frei.
(bm)
29. Juni 2005
