|
(0) |
Antivirusprogramm und Firewall schützen den PC und verhindern, dass der Rechner unbemerkt Schädlinge oder Werbemails verbreitet.
Computerviren kommen oft als lästige Anhänge von E-Mails auf den PC. Die Mitteilungen werden mit gefälschten Absendern verschickt und enthalten oft deutschsprachige Texte, die den Anwender zum Öffnen des Anhangs verführen sollen. Selbst wenn der Absendername bekannt ist, sollte man eine solche Beilage nicht unbedacht anklicken.
Sicherer kann man sich fühlen, wenn das für private Nutzung kostenlose, deutschsprachige Antivirusprogramm Antivir Personal Edition (www.free-av.de) auf dem Windows-PC installiert ist. Dieses untersucht nämlich jede Datei vor dem Öffnen auf Viren.
Die Software erkannte in diversen Vergleichstests von Fachzeitschriften 100 Prozent aller häufig im Internet anzutreffenden Viren. Die Virensignaturen, also die Fingerabdrücke neuer Viren, werden vom Hersteller täglich aktualisiert und können ebenfalls kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.
Gratis-Virenwächter funktionieren tipptopp
Wer mit einer englischen Oberfläche zurechtkommt, kann den ebenfalls kostenlosen Virenwächter AVG Free Edition (http://free. grisoft.com) herunterladen. Er erkennt neben Viren auch Trojaner. AVG ist auch für Anwender mit analogem Modem empfehlenswert, weil die Updatedateien viel kleiner sind als bei Antivir.
Besteht bereits Verdacht auf eine Virusinfektion, leistet Bitdefender Free Edition (www.bitdefender. de) gute Dienste. Es sucht genauso gründlich nach Viren wie kostenpflichtige Programme. Bitdefender wacht allerdings nicht automatisch im Hintergrund, sondern muss manuell auf Virensuche geschickt werden.
Bei Antivirusprogrammen ist übrigens nicht alles gut, was teuer ist. In einem Vergleichstest hat die deutsche Fachzeitschrift «c't» die Marktführer Symantec (Norton Antivirus) und McAfee getadelt, weil deren Virenupdates oft zu spät veröffentlicht würden und die Rettungsangebote, die den PC säubern sollen, untauglich seien.
Wer Gratis-Virenschutz installiert, wird übrigens meist von der Sicherheitszentrale von Windows XP (Service Pack 2) gewarnt, weil sie diese Antivirentools nicht erkennt. Stattdessen fordert Windows zur Installation eines teuren Produktes auf.
Die Gratis-Virenwächter funktionieren aber problemlos: Dies lässt sich einfach durch einen Besuch auf der Site www.heise.de (-> Security -> Emailcheck -> Dummy-Viren) überprüfen. Man kann sich dort einen harmlosen Testvirus per Mail senden lassen.
Vor allem ADSL- und Kabelsurfer sollten sich auch vor so genannten Trojanern, vor Hackern und Softwareherstellern schützen. Firewalls sorgen dafür, dass nur jene Programme Daten mit dem Internet austauschen, die vom Nutzer dazu autorisiert wurden.
Eine einfach zu bedienende und dennoch wirkungsvolle Gratis-Firewall ist die deutsche Version von Zonealarm (www.zonelabs.com). Leider versucht der Hersteller bei Download und Installation penetrant, den Anwender vom Kauf der kostenpflichtigen Pro-Version zu überzeugen. Für Heimanwender genügen die Fähigkeiten der Gratis-Version aber vollauf.
Schlimme Gesellen namens Trojaner und Hijacker
Wer seinem Rechner detaillierter auf die Finger schauen will, kann die deutschsprachige Kerio Personal Firewall (www.kerio.com) einsetzen. Spitzenreiter bezüglich Flexibilität und Sicherheit ist die Sygate Personal Firewall (http://smb. sygate.com/products/spf_standard. htm), von der allerdings nur die käufliche Pro-Version in Deutsch erhältlich ist; die Gratis-Variante verfügt über eine englische Benutzeroberfläche.
Eher enttäuschend ist die integrierte Firewall von Windows XP. Diese wird mit dem Service Pack 2 automatisch installiert. Sie lässt sich aber schlecht konfigurieren. Nach Installation einer alternativen Firewall sollte sie deshalb deaktiviert werden.
Eine besonders lästige Unterart des digitalen Ungeziefers sind Schädlinge, die die Startseite des Browsers umleiten (Hijacker), Fremden den Zugriff auf den Rechner ermöglichen (Trojaner), alle Tastatureingaben aufzeichnen (Keylogger) oder das Surf- und Mailverhalten protokollieren (Spyware). Meist werden diese Schädlinge zusammen mit kostenlosen Programmen eingeschleppt.
Auch Surfen mit dem Internet Explorer kann gefährlich sein. Sicherheitslücken ermöglichen, dass bereits das Anzeigen einer Website genügt, um einen Schädling einzufangen. Der Gratis-Browser Firefox (http://firebird-browser.de) macht das Surfen nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler.
Hat man das Gefühl, der PC sei bereits infiziert, schaffen die Programme AdAware (www.lavasoft. de) oder Spybot Search & Destroy (www.security.kolla.de) Gewissheit und Abhilfe. Beide Tools gibt es in einer kostenlosen Version. Sie ergänzen sich optimal, im Zweifelsfall sollte man den Rechner also mit beiden Tools überprüfen. In Notfällen halten www.trojaner-info.de und www. rokop-security.de/main zusätzliche Tipps bereit.
Einen 100-prozentig sicheren PC gibt es allerdings unter Windows nie. Vorsichtige Anwender von Internetbanking sind deshalb dazu übergegangen, den Rechner dafür mit einem Mini-Linux inklusive Browser ab CD-ROM zu starten. Dieses führt keinerlei Festplattenzugriffe aus. Bekannt ist vor allem die Knoppix-CD, die im Buchhandel oder als Zeitschriften-Beilage und als Download unter www.knoppix.org erhältlich ist.
Wer kein Windows hat, muss sich vor Viren kaum fürchten
Das Betriebssystem Mac OS X von Apple ist aufgrund seiner Unix-Abstammung sicherer als Windows. Wegen der geringen Verbreitung von Macs werden ferner selten Viren auf Mac-Systeme losgelassen. Windows-Viren richten auf dem Mac keinen Schaden an.
Die integrierte Firewall von OS X (Systemeinstellungen, Sharing) schützt allerdings wie die Firewall von Windows XP SP2 nur vor direkt eingehenden Angriffen. Sie schützt aber nicht vor Viren und Trojanern, die per Mail oder CD ihren Weg ins System finden. Bisher wurde aber noch kein Schädling für Mac OS X nennenswert verbreitet.
23. März 2005 | Kurt Haupt
