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Zuerst war es nur für Vioxx klar, nun gilt es auch für die Medikamente Celebrex und Naproxen: Alle drei können zum Herzinfarkt führen.
Vor nur drei Monaten empfahlen Experten, vorläufig auf das Medikament Celebrex zu verzichten. Es müsse erst klar werden, ob nebst Vioxx auch Celebrex das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhe (Pulstipp 10/2004).
Bereits jetzt wird bekannt: Dieses Risiko besteht bei Celebrex tatsächlich. Pfizer musste kurz vor Weihnachten eine Studie mit dem Cox-2-Hemmer Celebrex stoppen: Bei einer Dosierung von täglich 800 Milligramm erlitten Probanden über dreimal so häufig Herzinfarkte und Schlaganfälle wie Patienten, die ein Placebo schluckten. Und bei einer Dosis von 400 Milligramm stellten sich Kreislaufstörungen 2,5-mal so häufig ein.
Der Sprecher von Pfizer, Jean-Christophe Britt, zeigt sich «überrascht und betroffen von den Resultaten der Studie». Trotzdem: Pfizer vertraue in das Produkt, «ein Rückzug ist nicht geplant», so der Sprecher.
Nebst Celebrex macht nun auch das altbekannte Schmerzmittel Naproxen Schlagzeilen: Im Vergleich mit Placebos soll auch dieses Medikament zu mehr Herzinfarkten führen. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic empfiehlt Patienten, die Naproxen nehmen, die tägliche Höchstdosis nicht zu überschreiten. Zudem solle man die Therapiedauer - falls vom Arzt nicht anders verordnet - auf drei Tage beschränken.
Die Fachleute der Schweizerischen Medikamenten-Informationsstelle SMI haben speziell für den Pulstipp die wichtigsten Schmerzmittel unter die Lupe genommen. Welche Schmerzmittel gut und welche riskant sind, können Pulstipp-Leser im aktualisierten Merkblatt nachsehen.
- «Medikamente bei Rheuma»: Zum Ausdrucken unter www.pulstipp. ch oder gegen ein frankiertes Rückantwortcouvert gratis bei: Redaktion Pulstipp, «Rheuma», Postfach 277, 8024 Zürich
(gb)
19. Januar 2005
