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Artikel | K-Geld 6/2004

Riskantes Spiel mit den gefallenen Börsenstars

Bei schlechten Neuigkeiten können die Aktienkurse innert Tagen um die Hälfte und mehr einbrechen. Ein guter Zeitpunkt für einen Einstieg?

Riskantes Spiel mit den gefallenen Börsenstars

Hiobsbotschaften bewirken oft, dass Aktienkurse tauchen. Manchmal - aber nicht immer - erholen sich die Kurse schon nach kurzer Zeit wieder kräftig.

Wer also kurz nach dem Absturz Titel solcher Firmen gekauft hat, konnte innert kurzer Zeit eine erfreuliche Rendite erzielen. Nur: Das Risiko ist gross. Nirgends steht geschrieben, dass sich die Aktien erholen werden. Bei ernsthaften Problemen des Unternehmens können die Kurse genauso gut weiter fallen.

Bevor man blindlings in abgestürzte Werte investiert, sollte man sich über Ursachen und mögliche Auswirkungen dieses Absturzes im Klaren sein. Folgende Varianten bestehen:

Börse reagiert zu heftig
- Beispiel Logitech: Die Westschweizer Firma, die mit Computermäusen Millionen verdient, warnte im Sommer 2003 überraschend, sie könne die gesteckten Ziele nicht erreichen. Die Aktie stürzte ab.


Übertriebene Reaktion nach Gewinnwarnung

Der Grund: Während der gesamten Hightech-Krise war Logitech eine der wenigen Firmen, die ihre Ziele immer wieder übertrafen. Die Gewinnwarnung war deshalb ein Schock, die Reaktion aber übertrieben. Ein halbes Jahr später hatte sich die Aktie um 30 Prozent erholt.

Konkurrenz profitiert
- Beispiel Converium im Sommer 2004: Die zu hohen Risiken, welche der Rückversicherer in den USA schon vor Jahren eingegangen war, rissen ein Riesenloch in die Kasse. Converiums Existenz war bedroht, seine Kreditwürdigkeit wurde herabgestuft, die Hälfte des Geschäfts dürfte verloren gehen.

Das können jetzt Konkurrenten wie Swiss Re und Münchener Rück übernehmen. Deren Aktien stiegen - dank Converium.

Ganze Branche erschüttert
- Beispiel Merck: Der Pharmakonzern musste Anfang Oktober überraschend den Verkaufsschlager Vioxx wegen der lebensgefährlichen Nebenwirkungen vom Markt nehmen. Das bedeutet Umsatzeinbruch, Milliardenklagen und damit unabschätzbare Risiken für die Firma.

Konkurrenten wie Pfizer können aber nicht vom Merck-Fall profitieren, obwohl sie ähnliche Schmerzmittel wie Vioxx anbieten. Grund: Der Vioxx-Fall hat Zweifel an der Sicherheit dieses gesamten Medikamententyps aufkommen lassen.

15. Dezember 2004 | Martin Vetterli


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