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Artikel | Gesundheits-Tipp 9/2004

Krebs: Nur Zusatzversicherungen bezahlen neue Pillen

Wer die neusten Krebsmedikamente braucht, ist auf eine Zusatzversicherung angewiesen. Ein Vergleich zeigt: 8 von 13 Kassen schneiden gut ab.

Die Hoffnung gegen den kleinzelligen Lungenkrebs hat einen wohlklingenden Namen: Iressa. Doch für die Lungenkrebspatienten ist die Wahrheit bitter: Eine Behandlung mit dem Medikament kostet 3000 Franken im Monat - und die Grundversicherung bezahlt sie nicht. Das Mittel ist noch nicht auf der Liste der kassenpflichtigen Medikamente.

Iressa steht als Beispiel für einige neue Krebsmedikamente, die in der Schweiz zwar zugelassen sind, aber von der Grundversicherung noch nicht bezahlt werden. Krebsspezialist Christian Marti wundert das nicht: «Neue Krebsmedikamente sind oft extrem teuer, zudem ist der Nutzen klein.» Bei Iressa zum Beispiel bildet sich der Tumor nur bei einem von sieben Patienten markant zurück.
Eine Zusatzversicherung könnte Patienten weiterhelfen. Diese bezahlt Medikamente, die in der Schweiz zugelassen sind, von der Grundversicherung aber nicht oder noch nicht bezahlt werden. Die Leistungen der Zusatzversicherungen sind zwar unterschiedlich, wie ein neuer Vergleich des Vermögenszentrums Zürich zeigt. Immerhin: 8 von 13 Kassen schneiden gut ab (siehe Tabelle). Im Falle von Iressa würden sich die meisten an den Kosten beteiligen.

Allerdings: Auch eine teure Zusatzversicherung bezahlt nicht alle Mittel. Patienten müssen das Kleingedruckte gut lesen, bevor sie einen Vertrag abschliessen:
- Medikamente, die auf der «Liste der pharmazeutischen Präparate mit spezieller Verwendung» stehen, bezahlen die Kassen nicht. Dazu gehören Lifestyle-Medikamente wie die Abspeckpille Reductil oder Wirkstoffe, die nur dem Wohlbefinden dienen (siehe auch www.lppv.ch).
- Die meisten Kassen führen zudem zusätzliche interne Listen mit Medikamenten, die sie ebenfalls nicht bezahlen.
- Oft müssen die Versicherten ein ganzes Paket von anderen Leistungen mitbezahlen, auch wenn sie die gar nicht wollen.


Die letzte Hoffnung ist der Medikamentenhersteller

Für Krebspatienten ohne Zusatzversicherungen gibt es noch eine letzte Hoffnung: Der Hersteller des Medikamentes bezahlt die Therapie. Eine Erfahrung, die auch Krebsarzt Marti gelegentlich macht: «Viele Firmen stellen das neue Mittel zur Verfügung, bis es auf die Liste der kassenpflichtigen Medikamente kommt.» So auch Astra Zeneca. Das Unternehmen stellt Iressa Patienten zurzeit noch gratis zur Verfügung.

Zusatzversicherung wechseln: Siehe Punkt 7 des nebenstehenden Talons sowie Seite 23.



Krankenkasse: Bestellen Sie Ihren persönlichen Prämienvergleich für das Jahr 2005

Das erhalten Sie, wenn Sie den Talon ausfüllen:

1.Obligatorische Grundversicherung: Wir nennen Ihnen die Prämien der 3 günstigsten Krankenkassen für Ihren Wohnort. Gleichzeitig erhalten Sie zum Vergleich die Prämien der 16 grössten Krankenkassen für Ihren Wohnort.

2.Alle Franchisenstufen: Sie erhalten die Prämienangaben der Grundversicherung für alle Franchisenstufen. So kennen Sie nicht nur die Grundprämie mit der gesetzlichen Mindestfranchise von 300 Franken, sondern auch die genaue Prämienersparnis, falls Sie freiwillig mit einer höheren Wahlfranchise von 500, 1000, 1500, 2000 oder 2500 Franken abschliessen (falls von der Kasse angeboten).

3.Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: Auf Wunsch liefern wir Ihnen einen Vergleich der Grundversicherungsprämien für Kinder und Jugendliche an Ihrem Wohnort gratis mit - und zwar ebenfalls mit allen möglichen Franchisenvarianten (bitte Feld im Talon unten ankreuzen).

4.Spitalzusatz: Sie bekommen automatisch einen Prämienvergleich der 16 grössten Krankenkassen für alle wichtigen Spitalzusatzversicherungen, sofern das entsprechende Modell für Ihr Alter und in Ihrem Wohnkanton angeboten wird: allgemeine Abteilung ganze Schweiz, Halbprivat- und Privatabteilung.

Zusätzlich liefern wir Ihnen auch die Prämien für die speziellen Spitalversicherungsmodelle «Flexible Spitalabteilung» sowie «1- oder 2-Bett-Zimmer-Komfort» (sofern in Ihrem Wohnkanton angeboten).

So können Sie die Prämien der verschiedenen Kassen vergleichen und entweder auf ein kostengünstigeres Modell ausweichen oder - sofern Sie bei guter Gesundheit sind - die Kasse wechseln. Bitte beachten Sie: Die meisten Kassen nehmen über 65-Jährige nicht mehr in eine Spitalzusatzversicherung auf.

5.Sparmodelle: Wir sagen Ihnen, welche der 16 grössten Krankenkassen in Ihrem Wohnkanton ein HMO- oder Hausarztmodell anbieten.

6.Musterbriefe: Sie erhalten je einen Musterbrief für die richtige Kündigung der Grundversicherung bei Ihrer jetzigen Kasse sowie für die Anmeldung bei einer neuen Kasse. Ihr Vorteil: Sie müssen die beiden Musterbriefe nur noch mit Ihren persönlichen Angaben ergänzen; so können Sie die Grundversicherung mühelos zu einer günstigeren Krankenkasse zügeln.

7.Broschüre: Sie erhalten die 35 Seiten starke Broschüre «Krankenkassen im Vergleich» mit Informationen zur Krankenversicherung. Darin steht, was die Grundversicherung deckt, ob es Zusatzversicherungen braucht, wie Sie Prämien sparen und was Sie beim Kassenwechsel beachten müssen.

Zudem erfahren Sie, welche Kassen gute und günstige Angebote an ambulanten Zusatzversicherungen haben, und zwar auf den Gebieten Alternativmedizin, Brillengläser/Kontaktlinsen, Auslandsschutz, Beiträge ans Fitnesscenter, nichtkassenpflichtige Medikamente, Ambulanz- und Rettungstransporte, nichtärztliche Psychotherapie sowie Leistungen für Zahnfehlstellungs-Korrekturen (Spangen usw.) bei Kindern und Jugendlichen.

15. September 2004 | Tobias Frey - tfrey@pulstipp.ch


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