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Mit Hypnose purzeln die Pfunde schneller, behauptet eine deutsche Studie. Aber: Auch nach den Sitzungen in Trance entkommt man den Diätgesetzen nicht.
Eine schöne Vorstellung: Man legt sich hin, lässt sich durch den Hypnotiseur in andere Welten versetzen, und künftig schmelzen die lästigen Pölsterchen mühelos dahin. Doch was ist dran an den Versprechungen, unter Hypnose würde das Abnehmen zum Kinderspiel?
«Der klare Wille zum Abnehmen muss vorhanden sein»
Die Hypnose wird in der Medizin vor allem als Zusatztherapie eingesetzt. Das gilt auch fürs Abnehmen. Forscher der deutschen Universität Tübingen testeten den Einfluss von Hypnose an einer Gruppe übergewichtiger Frauen im Alter von 35 bis 45 Jahren. Die Hälfte erhielt nur eine Verhaltenstherapie, die andere Hälfte Verhaltenstherapie mit zusätzlichen Hypnosesitzungen. Und siehe da: Die Hypnosegruppe war erfolgreicher. Die Frauen verloren nicht nur mehr Gewicht: 5,2 gegenüber 3,3 Kilogramm. Auch ihr Körperfettanteil sank stärker, und sie hielten ihr Gewicht ein halbes Jahr nach der Behandlung noch. Die Forscher schliessen daraus, dass Hypnose den Behandlungserfolg bei Übergewichtigen zu stabilisieren vermag.
Auch Urs Rebmann, Allgemeinpraktiker mit Zusatzausbildung in Hypnose, ist überzeugt von der unterstützenden Wirkung der Trancetherapie. Er selbst wendet Hypnose aber sehr gezielt an. «Zuerst muss jeder Übergewichtige die Essgewohnheiten ändern und sich mehr bewegen. Der klare Wille zum Abnehmen muss vorhanden sein. Wenn er dann sagt: "Ich schaffe es einfach nicht!", kann man es zusätzlich mit Hypnose versuchen.»
Das Geheimnis liegt darin, dass sich die Patienten unter Hypnose den vernachlässigten Ressourcen für die Lösung ihrer Gewichtsprobleme bewusst werden: Was ist der Auslöser, dass ich zwischendurch esse? Gibt es eine Körperstelle, die sich nicht wohl fühlt? Lässt sich etwas lösen, entspannen?
Erkennen von psychischen Problemen
Nicht selten treten dabei Probleme zu Tage, die sogar eine Psychotherapie erfordern. So berichtet eine Patientin, die 50 Kilogramm abgenommen hat, ihr habe eine Kombination von tiefenpsychologischer Psychotherapie und Hypnose geholfen. Sie lernte, mit ihrer Verletzlichkeit besser umzugehen und sie nicht durch vermehrtes Essen zu überdecken. «Personen, die die Verantwortung auf den Therapeuten und seine Methode abgeben, werden keinen Erfolg mit Hypnose haben», betont Rebmann, «kein Weg führt daran vorbei, aktiv an sich zu arbeiten.»
Weitere Infos: Schweizerische Ärztegesellschaft für Hypnose (SMSH), Dorfhaldenstr. 5, 6052 Hergiswil, Tel. 041 281 17 45, Fax 041 280 30 36, Internet: www.smsh.ch
23. Juni 2004 | Hildegard Bösch-Billing
