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Artikel | K-Tipp 10/2004

Endlich Schluss mit Spam

Unerwünschte Werbung in der Mailbox ist nicht nur nervig, sie kostet auch Zeit und Geld. Der K-Tipp nennt die zehn besten Tipps gegen diese Plage.

Zwei Drittel aller weltweit verschickten E-Mails sind unerwünschte Werbung, so genannter Spam, wie eine britische Studie im April aufzeigte. Sich zu wehren wird immer schwieriger, speziell seit Spamversender mit den Verbreitern von Viren gemeinsame Sache machen. Zehn Tipps helfen, der Spamflut Einhalt zu gebieten:

- 1. Adresse bestimmen: Wählen Sie Ihre E-Mail-Adresse mit Bedacht. Meiden Sie zu kurze Adressen (aa@ irgendwas.ch) und offensichtliche (info@meinweb. ch). Sonst werden Sie mit Spam eingedeckt. Wählen Sie für Ihre E-Mail-Adresse den Anbieter vorsichtig aus: Eher dürftig ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Hotmail oder Bluewin; gratis und komfortabel sind hingegen GMX, Web.de, Yahoo und Postmail (Adressen siehe unten).

- 2. Empfänger einschränken: Die private Adresse (Hauptadresse) nur Freunden oder Geschäftspartnern preisgeben. Nicht auf Webseiten, in Gästebüchern oder Diskussionsforen publizieren. Wichtig: Nie auf Spammails antworten - auch nicht, um Ihre Adresse sperren zu lassen. Das produziert nur noch mehr Spam.

- 3. Mehrere Adressen einrichten: Diese können Sie dann auch weniger restriktiv bekannt geben. Die Post der Zweit- und Drittadresse lassen Sie sich auf die Hauptadresse weiterleiten.

- 4. Wegwerfadressen verwenden: Beim kostenlosen Spamgourmet müssen Sie sich einmal registrieren und erhalten dann eine unbeschränkte Menge Adressen - jede akzeptiert nur eine bis zwanzig Sendungen. Danach ist sie ungültig. Das ist praktisch, um Zwangsregistrierungen zu umgehen oder Newsletter zu testen.

Bei Yahoo gibts pro Mailadresse bis zu 200 Unteradressen, die einzeln aktiviert und gelöscht werden können. Spamgourmet und Yahoo können alle Post der Wegwerfadressen auf Ihre Haupt- oder Zweitadresse umleiten.
- 5. Adressen mit Spamfilter: Manche Anbieter sortieren Mail-Spam automatisch aus. GMX zum Beispiel hat einen hervorragenden kostenlosen Spamfilter. Sie können wählen, ob Spam dabei automatisch gelöscht oder in einem Spamordner zwischengelagert wird. Dann erhalten Sie eine Liste der ausgefilterten Mails und können versehentlich als Spam erkannte Mitteilungen retten.

- 6. Spamverseuchte Adresse: Lassen Sie die Post (alt@bluewin.ch) filtern. Das funktioniert so: Sie eröffnen in GMX eine neue Adresse (neu@gmx.ch). Danach konfigurieren Sie auf der Webseite von GMX unter «Optionen, POP3-Sammeldienst», dass GMX die Post von alt@bluewin.ch abholen soll. Dabei wird auf Wunsch auch Spam ausgefiltert. Ihr Mailprogramm konfigurieren Sie dann so, dass es die Post von neu@gmx.ch auf Ihren PC holt.

Die Schweizer Firma Cleanmail bietet für 80 Franken jährlich gute Spam- und Virenfilterung für eine beliebige E-Mail-Adresse.

- 7. E-Mails per Handy-Verbindung: Filtern Sie Spam manuell aus, bevor er auf dem Notebook landet. Bei den meisten Mailanbietern können Sie die Post via Webbrowser verwalten. Noch schneller geht es mit speziellen Programmen, die nur die erste Zeile einer E-Mail auf den PC laden. Aus der Liste können Sie dann auswählen, welche Mails gelöscht werden sollen, bevor sie auf dem PC landen. Dabei hilft das Programm «Magic Mail Monitor».

- 8. Outlook Express (OE): Post von mehreren Adressen automatisch abholen lassen. Sie erreichen dies mit «Extras, Konten, E-Mail, Hinzufügen». OE kann auch Post einer bestimmten E-MailAdresse automatisch in Ordner ablegen, beispielsweise alle Newsletter. Solche Filter erstellen Sie mit «Extras, Nachrichtenregeln, E-Mails».

- 9. Programm mit integriertem Spamfilter: Anstelle von OE zu verwenden. Das neue Microsoft Outlook 2003 kann das (Tools, Junk-Mail-Filter), - ist aber teuer. Kostenlose Alternativen sind Mozilla (Browser und E-Mail-Programm) und Thunderbird (nur E-Mail).

Falls Sie weiterhin Outlook Express verwenden wollen: Schalten Sie einen Spamfilter zwischen OE und Internet. Dieser inspiziert sämtliche Mails und filtert unerwünschte aus. Als zuverlässiger Filter hat sich SpamPal bewährt.

- 10. Wenn alles nichts hilft: Beerdigen Sie Ihre spamverseuchte E-Mail-Adresse. Gute Mailanbieter geben Ihnen die Möglichkeit, jede eingehende Mail direkt mit einem Standardtext zu beantworten. Der lautet dann: «Diese Adresse ist nicht mehr gültig, ich bin neu unter petermusterATneu.ch zu erreichen Bitte ersetzen Sie AT durch @.» Spamversender lesen die Antworten nicht manuell und Programme können diese neue Adresse nicht auswerten. Für die neue E-Mail-Adresse beginnen Sie wieder bei Tipp 1.



Programme und gute Adressen

GMX: www.gmx.ch
Web.de Freemail: www.web.de
Yahoo: www.yahoo.de
Postmail: www.postmail.ch
Spamgourmet: www.spamgourmet.com
Cleanmail: www.cleanmail.ch
Magic Mail Monitor:
http://mmm3.
sourceforge.net/
Mozilla: www.mozilla.org
Thunderbird:
http://www.mozilla.org/
projects/thunderbird/
SpamPal: www.spampal.de

19. Mai 2004 | Kurt Haupt - redaktion@ktipp.ch


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