|
(0) |
Eine Zürcher Firma nervt mit unverlangter Werbung per E-Mail. Beim Datenschutz ist der Absender kein unbeschriebenes Blatt.
Wie Tausende andere hat Hans Kächele aus Allschwil BL von der Firma Horizon Business Corporation GmbH (HBC) in Regensdorf ZH kürzlich eine E-Mail erhalten. HBC wirbt für ein Tinten-Nachfüllset mit «Pelikan-Edel-Tinte». Für 198 Franken gibts 500 Milliliter Tinte samt Zubehör.
Kächele wird von der HBC immer wieder mit unverlangter Werbung - so genanntem Spam - belästigt. Er hat schon mehrmals von der Firma verlangt, ihn aus der Adressdatei zu streichen. Bisher erfolglos.
Das verwundert nicht: Hinter der HBC steckt kein Unbekannter. Geschäftsführer Martin Fürst gehört seit Jahren zu den grossen Namen im Schweizer Spam-Business.
Spammer bewegen sich rechtlich auf dünnem Eis. Wer Personen gegen ihren ausdrücklichen Willen unverlangte Werbung schickt, verstösst gegen das Gesetz. Entgegen den Erfahrungen von Hans Kächele behauptet Spammer-König Fürst jedoch: «Wir schicken niemandem Werbung gegen seinen Willen.»
Schutz vor lästigem Spam hätte das neue Fernmeldegesetz versprochen. Doch dieses wurde von der Nationalratskommission bachab geschickt (K-Tipp 18/02).
Unabhängig von seinen fragwürdigen Werbemethoden ist Fürst immer wieder durch seine Angebote aufgefallen. So versuchte er zum Beispiel, überteuerte Digitalkameras und Enzyklopädien loszuwerden. Auch der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat sich schon mit Fürst auseinander gesetzt. Konkrete Massnahmen wurden jedoch nicht eingeleitet.
Was Fürsts neusten Streich, die Tinte, anbelangt: Hersteller Pelikan Hardcopy hat - laut eigenen Aussagen - mit Fürsts Horizon Business Corporation nichts zu tun und prüft zurzeit rechtliche Schritte.
(pag)
25. Februar 2004
