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Ein 5-Sekunden-Frühstück aus der Flasche pries Hero in einer grossen Werbekampagne an. Doch die Konsumenten wollten das Zuckergetränk nicht. Trotzdem: Mit leerem Magen sollte man am Morgen nicht aus dem Haus.
Keine Zeit fürs Frühstück?» So fragte die Schweizer Firma Hero vor drei Jahren in einer gross angelegten Werbekampagne. Und bot sogleich die Lösung an: Das 5-Sekunden-Komplett-Frühstück «Fruit Breakfast» aus der Flasche. Zielpublikum war die grosse Schar der Frühstücksmuffel: Jeder zweite Berufstätige in der Schweiz gehört dazu. Das ergab eine Umfrage des Luzerner Marktforschungsinstituts Link.
Deshalb war Hero überzeugt: «Fruit Breakfast trifft genau den Nerv der Zeit.» So zitierte damals die «Sonntags-Zeitung» den Hero-Marketingleiter Thomas Amstutz. Eine Fehleinschätzung: Hero musste das Produkt Ende August vom Markt nehmen - wegen mangelnder Nachfrage.
Unter Fachleuten war «Fruit Breakfast» von Anfang an umstritten. Carine Buhmann, Puls-Tipp-Ernährungsfachfrau: «Es enthält kaum Ballaststoffe, dafür viel Zucker. Das sättigt nur für kurze Zeit.» Der Grund: Zucker lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen. Der Körper schüttet dann viel Insulin aus, um den Zucker zu verarbeiten. Das lässt den Blutzuckerspiegel schnell wieder absinken. Damit ist auch der Hunger wieder da - lange vor dem Mittagessen.
Zum Zmorge brauchts Getreide, Milch und Obst
Ein gesundes und sättigendes Frühstück besteht aus Getreide, Obst und Milchprodukten. Das Getreide - zum Beispiel Flocken oder Vollkornbrot - liefert Kohlenhydrate, und damit Energie. Zudem ist Vollkorngetreide reich an Ballaststoffen, die für Sättigung sorgen. Obst und Fruchtsaft versorgen den Körper mit Vitaminen. Milch, Joghurt, Käse oder Quark liefern Eiweiss, Mineralstoffe und weitere Vitamine.
Ungeeignet sind Zucker- und Fettreiches, so Carine Buhmann. Also zum Beispiel auch Gipfeli oder Weissbrot mit Butter und Konfi. Das sättigt nur für kurze Zeit.
Als perfekten Start in den Tag empfiehlt Buhmann: «Ein ungezuckertes Müesli mit frischem Obst oder ein Vollkornbrötchen, Joghurt und ein frisch gepresster Orangensaft.»
Wer morgens mit leerem Magen aus dem Haus geht, tut sich nichts Gutes. Das zeigt jetzt eine neue Studie aus den USA mit rund 3000 Teilnehmern: Frühstücken schützt vermutlich sogar vor Übergewicht und Insulinresistenz - und damit auch vor Diabetes und Herzkrankheiten. Der Grund, so Studienleiter Mark Pereira vom Kinderkrankenhaus in Boston: Menschen, die frühstücken, können tagsüber ihren Hunger besser kontrollieren und essen weniger kalorien- und fettreiche Snacks zwischendurch.
Nach dem Schulfrühstück konzentrierter
Besonders wichtig ist das Frühstück für Kinder und Jugendliche. Bei ihnen hat der Körper über Nacht die Energiereserven fast vollständig aufgebraucht. Bis zu einem Drittel der Kinder in der Schweiz geht aber mit leerem Bauch in die Schule. Die Folge sind Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.
Frühstücken macht Kinder fit. Das zeigte die Aktion «Gesundes Schulfrühstück» der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die Kinder bekamen jeden Morgen in der Schule Brot, Milchprodukte, Obst und Gemüse. Der Erfolg blieb nicht aus: Sie waren danach konzentrierter und ausgeglichener.
08. Oktober 2003 | Sonja Marti - smarti@pulstipp.ch
