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Artikel | Haus & Garten 4/2003

Brutzeln mit Bits und Bytes

Der Kühlschrank ist randvoll, doch es fehlt die zündende Kochidee? Sie haben Gäste eingeladen, wissen aber nicht, wie man das versprochene thailändische Gericht zubereitet? Ein Klick im Internet hilft Hobbyköchen und Profis.

Das Internet ist ein Eldorado für Kochinteressierte. Wer in der Suchmaschine Google «Kochrezepte» eingibt, erhält mehr als 160 000 Ergebnisse: Websites wie «Kochen, leicht gemacht», «Italienische Gerichte mit Pfiff» und «Kochrezepte aus Ostfriesland». Auf vielen Seiten gibts nebst Menüvorschlägen zum Nachbrutzeln nützliche Infos zu Benimmregeln am Tisch, zum Dekorieren, oder man erfährt, wie man einen unangenehmen Küchenduft loswird.

Neulinge am Herd kommen bei www.kochatelier.de auf ihre Rechnung: Nebst Grossmutters Rezepten gibts auf dieser übersichtlich gestalteten Site Wissenswertes zu Kochtechniken, Warenkunde, Lagerung von Lebensmitteln, aber auch zur Küchenplanung. Und falls bei den ersten Kochversuchen der Schmorbraten zu zäh geworden ist, gibts «Soforthilfe» auf www.kuechentipps.de: «Retten Sie den Braten, indem Sie ihn dünn aufschneiden und die einzelnen Scheiben in der Sauce durchziehen lassen.»


95 verschiedene Arten, einen Pudding zuzubereiten

Nützlich ist auch www.chefkoch. de: In der Rubrik «Zutatenverwertung» kann man in die Suchmaske eingeben, was im Kühlschrank in den letzten Tagen übrig geblieben ist, und erhält dann blitzschnell einen Rezeptvorschlag. Besonders gut ist die Aufteilung der Rezeptkategorien in «Menüarten», «Saisonal» oder «Regional»; zu den einzelnen Rezepten kann man seine Meinung abgeben oder einen Verbesserungsvorschlag machen.

Hobbyköche sollten auf der Suche nach einer Kochidee die Website der Uni Kaiserslautern durchstöbern. Die Rezeptdatenbank http://kochbuch.unix-ag. uni-kl.de/ umfasst rund 30 000 Einträge. Ihre Site ist zwar etwas gar einfach gestaltet, dafür schnell und zuverlässig. Allein für «Pudding» liefert sie 95 Vorschläge.

Sogar fast 40 000 Rezepte hat nach eigenen Angaben www. webkoch.de. Mit einem einfachen Suchprogramm findet man einen Menüvorschlag. Zu «Pudding» erscheinen da 224 Einträge. Und wer mit andern Köchen über Finessen bei der Zubereitung eines Schlemmermahls diskutieren will, findet einen Gesprächspartner im «Forum». Nebst Rezepten bietet diese Internetsite ein Lexikon mit rund 1000 Einträgen. Die Site ist auch eine Fundgrube für Freunde internationaler Küchen. Hier werden indische, russische und sogar mongolische Rezepte vorgestellt.


Fundgrube für Vegetarier und Traditionalisten

Einige der Datenbanken werden von Hobbyköchen in ihrer Freizeit betrieben. Die meisten bieten kaum mehr als 100 Rezeptvorschläge, sind aber liebevoll gestaltet - so etwa www.kochecke. at oder www.kochbu.ch. Eine Sammlung traditioneller Schweizer Rezepte findet sich unter www.schweizer-kochrezepte. ch: vom Zürcher Geschnetzelten über die Zuger Kirschtorte bis zum Aargauer Buuretopf. Es sind rund 200 Rezepte erfasst, und es werden laufend mehr. Wer ein originales Schweizer Rezept oder eine regionale Variante eines Gerichtes kennt, kann dieses auf dieser Site veröffentlichen.

Wer bei seiner Ernährung Wert auf Naturkost legt, findet auf www.naturkost.de mehr als 2000 Rezepte, darunter 140 Brot- und 60 Müeslirezepte. Wer ganz auf Fleisch verzichten will: Auf der Site von www.kochen-und-schlemmen.de kommen Vegetarier voll auf ihre Rechnung. Sie finden dort mehr als 100 Gerichte zum fleischlos Sattwerden.

Kleine Esshäppchen sind heutzutage auf jeder Party anzutreffen: gefüllte Champignons, Knoblauch-Trauben-Brie, Crostini, Guacamole etc. Auf www. wildweb.de/schlemmen gibts viele Rezeptvorschläge zur Zubereitung von kleinen Häppchen (Button «Fingerfood» anklicken). Vorteil dieser Gaumenfreuden: Man kann sie vor der Party fertig zubereiten und sich nachher voll und ganz den Gästen widmen. Jede Menge Anregungen zu Fingerfood gibts auch auf www. leckerbisschen.de.

Wer Gäste lieber ins Restaurant einlädt statt sie zu bekochen, kann bei Bedarf auf www. kochatelier.de/knigge seine Umgangsformen und Tischmanieren auffrischen. Wie platziert man Messer und Gabel, wenn man zeigen will, dass man noch nicht genug hat? Wie werden Austern oder Hummer gegessen? Und welche Tischregeln gelten in andern Ländern?

24. September 2003 | Stephan Pfäffli


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