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Artikel | saldo 9/2003

Erhöhte Werte sind nicht immer ein Risiko

Ein hoher Cholesterinwert gilt als Hauptrisikofaktor für einen Herzinfarkt. Zu beachten sind die hohen Werte nur in Kombination mit anderen Risikofaktoren.

Nach wie vor sind Herz- und Kreislaufkrankheiten die häufigste Todesursache in der Schweiz. Im Kampf gegen den Herztod galt bis anhin ein Hauptaugenmerk dem Cholesterin. Bringt das Cholesterin die Menschen um? Johannes G. Schmidt, Arzt für Allgemeine Medizin, relativiert: «Ein hohes und normales Cholesterin gibt es gar nicht, es gibt nur Risikokonstellationen, in denen sich die Cholesterinsenkung lohnt. Fehlt diese Konstellation, spielt ein hohes Cholesterin keine Rolle.»


Diabetes, Rauchen und hoher Blutdruck erhöhen Risiko

Zu den zusätzlichen Risikofaktoren gehören Rauchen, erhöhter Blutdruck, Diabetes, eine familiäre Häufung von Herz- oder Hirninfarkten und vor allem männliches Geschlecht.

Das Cholesterin kann in diesen Fällen zu einer Verengung der Gefässe beitragen. Die Durchblutung nimmt ab. Herzinfarkt oder Hirnschlag sind die gefürchteten Folgen. Eine Senkung des Blutfettwertes lohnt sich also.

Die meist verwendeten Statine aber befriedigen nicht immer: Einerseits leiden Betroffene unter Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Übelkeit, andererseits kann die Dosierung des Medikamentes nicht erhöht werden. Zusätzlich erzielen die Medikamente nicht immer die gewünschte Wirkung. Sie hemmen die Cholesterin-Eigenproduktion in der Leber nicht genügend. Ein neuer Therapieansatz führt zu einem besseren Resultat.

Das Medikament Ezeterol wirkt im Dünndarm und verhindert dort die Aufnahme des Nahrungscholesterins. Das neue Medikament soll zusammen mit den Statinen eine starke Cholesterinsenkung bewirken. Nur: Die präventive Wirkung auf die Infarktrate kann vorerst nur vermutet werden, ist aber noch nicht durch Langzeitstudien belegt.


Durch Umstellung der Ernährung die Werte senken

Wer nur einen erhöhten Cholesterinwert hat, aber keiner zusätzlichen Risikogruppe angehört, kann den Wert durch eine gezielte Ernährungsumstellung beeinflussen. Dabei gilt es, tierische Fette zu meiden. Weiter hat sich gezeigt, dass die mediterrane Küche Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt.

14. Mai 2003


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