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Artikel | Haus & Garten 2/2003

Autobahn ins Surfparadies

Die Anbieter der Breitbandtechnik ADSL und Cablecom liefern sich einen Preiskampf - die Surfer profitieren.

Die derzeit boomende Verbindung ins Internet heisst ADSL. Diese so genannte Breitbandtechnik ermöglicht es, Daten mit hoher Geschwindigkeit auch über eine analoge Telefonleitung zu übermitteln.

Ende 2002 surften bereits 200 000 Privathaushalte und Unternehmen per ADSL im Internet - rund fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Surfen mit Minutentarif via herkömmliche Analog- oder ISDN-Leitung hat ADSL vier Vorteile:

- Fixe Monatsgebühr.

- Man kann bis zu fünfmal schneller surfen.

- Man kann (wie bei ISDN) surfen und gleichzeitig telefonieren.

- Man ist immer online.

Die Konkurrenz hat die Preise gehörig ins Rutschen gebracht. Kostete ein ADSL-Anschluss fürs erste Jahr unlängst noch bis zu 2000 Franken, liegen die Preise jetzt unter der 1000-Franken-Schwelle. Dies hat ein Test von Saldo (3/03) ergeben.

Die Konsumentenzeitschrift verglich die Dienste der grösseren Provider. Berücksichtigt wurden die ADSL-Angebote mit 256/64 kbit/s Übertragungsgeschwindigkeit. Diese ist mit Abstand am beliebtesten: Je nach Anbieter haben sich zwischen 50 und 95 Prozent der Kundschaft für diese Lösung entschieden.

Einberechnet in den Gesamtkosten-Vergleich fürs erste Jahr wurden neben der monatlichen Gebühr die Kosten für ein PC-Analog-modem sowie eine allfällige Aufschaltgebühr. Am besten abgeschnitten haben:

- Sunrise 256 plus, Fr. 737.-,

- Bluewin Broadway 256, Fr. 768.-,

- Solnet Home 256, Fr. 786.80,

- Tele 2 ADSL 256, Fr. 787.-,

- Profitel Nonlimit 256, Fr. 816.80.

ADSL ist jedoch nicht der einzige schnelle Weg ins Internet. Eine Alternative hat Cablecom. Sie bietet eine ADSL-ebenbürtige Internet-Verbindung via TV-Steckdose an. Rund 190 000 Personen (Stand Juni 2002) surfen über ihr TV-Kabel. Dass der Jahrespreis für Hispeed 256 gleich hoch ist wie bei der ADSL-Marktführerin Bluewin, dürfte kaum Zufall sein (Stand März 2003). Einzelne regionale TV-Kabelnetzbetreiber sind sogar günstiger als Cablecom.

Saldo hat nicht nur die Preise verglichen, sondern liess auch nachmessen, ob die versprochene Übertragungsgeschwindigkeit eingehalten wird. Zwar stimmte bei keinem Anbieter die angekündigte Geschwindigkeit von 256 kbit/s, doch beim Cablecom-Angebot Hispeed 256 hat Saldo immerhin 240 kbit/s gemessen.

Schlecht abgeschnitten haben alle Provider, die ein Telefonnetz haben. Bei Bluewin etwa betrug die Download-Datenrate 180 statt 256 kbit/s. Peter Heinzmann, Informatik-Professor an der Fachhochschule Rapperswil SG, führt dies darauf zurück, dass fast ein Drittel der verfügbaren Bandbreite bei den Telefonnetz-Providern für die Verpackung der Datenströme und für die Datensicherheit gebraucht werde.

Im Vergleich zu ISDN- oder Analog-Verbindungen sind die Breitband-Technologien aber sehr schnell. Bei ISDN von Bluewin betrug die Download-Datenrate 60, bei der analogen Verbindung 43 kbit/s - sie ist damit rund fünfmal langsamer.

Geht man nur hie und da ins Netz, tuts jedoch ein herkömmlicher Internetzugang auch. Man sollte demnach überprüfen, ob sich ADSL lohnt. Richtgrösse: Wer monatlich fürs Surfen mehr als 45 Franken ausgibt, für den kommt ein Breitbandanschluss günstiger.

Übrigens: Fünf Prozent aller Haushalte sind noch nicht für die ADSL-Technologie ausgerüstet. Wo das der Fall ist, erfährt man unter www.enter-adsl.ch/toolbox/ ADSLChecker.asl.



Alles für den Internet-Zugang

Um ins Internet zu kommen, braucht es einen Computer, einen Verbindungskasten (Modem), die entsprechende Software sowie - für den Zugang - einen Provider.

- Modem: Damit verbindet man sich analog oder digital übers Telefonnetz oder via TV-Kabel mit dem Netzwerk des Providers. Moderne Computer haben meist ein - teilweise sogar für ADSL geeignetes - Modem eingebaut. Wenn nicht, brauchts ein externes Modem oder, falls man mehrere Computer anschliessen will, einen Router.

- Provider: Dieser verbindet die Anwender automatisch ins Internet. Es gibt vier Anschluss-Arten: via ADSL, TV-Kabel, das digitale (ISDN) und via das analoge Telefonnetz. ADSL und TV-Kabel haben fixe Monatsgebühren; bei den andern sind die Kosten abhängig von Dauer und Zeitpunkt der Verbindung. Adressen und Angebotsver- gleiche von Providern: www. adsl.ch, www.your-connect. ch (siehe K-Tipp 7/03).

- Software: Jeder Provider stellt Neukunden Software zur Verfügung, die für den Zugang zum Internet notwendig ist.

30. April 2003 | Stephan Pfäffli


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