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Wollen Sie mit einem neuen Computer hauptsächlich surfen, spielen oder schreiben? Je nach Verwendung braucht der PC ein anderes Innenleben. K-Spezial hat für Sie vier Anwender-Profile erstellt.
Für welchen Computer im Kaufregal soll ich mich entscheiden? Für das farbige, kleine Modell - oder das grosse, flache, graue? Wer seinen neuen Rechner nach dem Design der Karosserie auswählt, kann eine böse Überraschung erleben. Denn ein schnittig aussehender PC kann sich als lahme Ente erweisen.
Entscheidend sind nämlich die inneren Werte: die Leistung von Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte. Umgekehrt: Wer ein Gerät bloss nach den besten Komponenten kauft, kann dies womöglich nicht oder zu wenig nutzen und zahlt entsprechend zu viel.
Am wichtigsten: Schwerpunkt setzen
Um den PC mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu kaufen, lautet die zentrale Frage deshalb: Was will ich mit dem neuen Computer regelmässig machen? Will ich den PC als Arbeitspferd fürs Büro, als Spielmaschine für die Kinder, als Multimedia-Gerät zum Videoschneiden oder als narrensichere Internet-Surfstation nutzen? Für eine Anwendung ist viel Speicherplatz nötig, für eine andere hauptsächlich ein schneller Hauptprozessor.
Die Computertechnik ist mittlerweile so gut, dass auch die günstigsten Komplett-systeme ihre Aufgabe als Rechner für ein kleines Büro erfüllen. Wer vor allem schreiben und Tabellen erstellen will, dann und wann ein Bild ausdruckt und nicht stundenlang im Internet surft, dem reicht leistungsmässig ein Allzweckrechner für rund 1000 Franken. Doch kann die Freude am günstigen PC schnell vergehen, wenn man Spezielles von ihm fordert.
Nachrüsten muss nicht sein
Entdeckt man eines Tages, dass das Bearbeiten von Bildern, Grafiken oder Sounds faszinierend ist, oder wird man vom Spielvirus befallen, können überforderte Computer-Komponenten die Freude an den neuen Interessen schnell trüben. Das Nachrüsten des Rechners wird dann zum Muss.
Deshalb sollten Computer-Einsteiger, die noch nicht wissen, wohin es sie ziehen wird, zumindest einen Schwerpunkt bestimmen. Damit entscheidet sich nämlich, welche Komponenten eingebaut sein müssen.
Für K-Spezial haben Fachleute so genannte technische Profile erstellt. Anhand Ihrer Hauptinteressen sehen Sie dank des Profils rasch, ob ein angepriesenes Modell für Ihre Zwecke geeignet ist. Mit diesen technischen Daten können Sie sich in einem Fachgeschäft auch einen PC nach Wunsch zusammenbauen lassen.
Ziehen Sie ein Komplettsystem vom Discounter vor, fragen Sie, ob er eine für Ihre Zwecke wenig nützliche Komponente gegen eine andere, günstigere austauscht. Manche PC-Händler sind dafür durchaus offen.
Profil 1: Vor allem Büroarbeit erledigen
Sie erledigen zu Hause in erster Linie Schreibarbeiten, surfen hie und da und verschicken E-Mails.
- Dann sollten Sie vor allem auf Bildschirm, Tastatur und Drucker achten. Gute Qualität beim Bildschirm und bei der Tastatur helfen, beim stundenlangen Arbeiten Augen und Handgelenke zu schonen.
Wer viel Papier ausdruckt, wählt einen Laserdrucker - er ist schneller und langfristig günstiger als ein Tintenstrahldrucker. Ein Speichermedium für Sicherungskopien (Backup) ist die beste Versicherung für den Fall eines Festplatten-Crashs. Viele Computer sind heute mit einem dazu notwendigen CD-Brenner ausgestattet.
Soll der PC auch Kommunikationsdienste erledigen - wollen Sie zum Beispiel faxen -, ist ein Modem notwendig, das man unter Umständen dazukaufen muss.
Profil 2: Ohne Internet läuft gar nichts
Sie möchten vor allem surfen.
- Es kommt hauptsächlich auf das Tempo der Datenübertragung an - also sind Modem und der Zugang via Telefonleitung (analog, ISDN, ADSL) oder TV-Kabel entscheidend.
Um mehrere Computer gleichzeitig an eine Leitung anzuschliessen, benötigt man kein Modem, sondern einen so genannten Router.
Wer häufig Programme oder andere Dateien aus dem Internet kopiert, braucht viel Speicherplatz (Festplatte). Für Anwendungen wie Internet-Telefonie und -Videokonferenzen, Fax und Anrufbeantworter braucht es spezielle Peripheriegeräte (Mikrofon mit Kopfhörer, Digital-Videokamera).
Profil 3: Am liebsten Games reinziehen
Sie möchten vor allem Videogames spielen.
- Sie sollten auf Prozessor, Lautsprecher, Bildschirm, Grafik- und Soundkarte, Festplatte, RAM-Speicher, CD- und DVD-Laufwerk und Joystick achten.
Spiele verlangen dem Rechner alles ab. Die meisten Spiele machen erst richtig Spass mit einer 3D-beschleunigten Grafikkarte. Denn je mehr diese leistet, umso besser ist die Bildqualität. Eine gute 3D-Grafikkarte kostet 100 bis 200 Franken.
Wichtig sind auch externe Lautsprecher sowie - für bestimmte Spiele - Geräte wie Joystick und Lenkrad. Ein schnelles DVD- und CD-ROM-Laufwerk sorgt für einen raschen Szenenwechsel und -aufbau.
Profil 4: Fotos und Videos bearbeiten
Sie wollen vor allem Fotos und Videos bearbeiten.
- Dann spielen Grafikkarte, Bildschirm, Arbeitsspeicher, Festplatte, Prozessor, CD- oder DVD-Brenner und eventuell Scanner Hauptrollen. Achten Sie zudem beim Rechner auf einen Firewire-Anschluss (Video).
Bei diesem Profil werden besonders Hauptprozessor (Berechnungen), Grafikkarte (Darstellung) und Festplatte (Schreib-/Lesevorgänge) beansprucht. Ein grösserer Arbeitsspeicher wiegt meistens einen langsameren Prozessor auf. Wichtig ist auch die Qualität der Ein- und Ausgabegeräte - wie Scanner, Drucker und Monitor.
Das Digitalisieren und Schneiden von Videos belastet die Festplatten mit noch grösseren Datenmengen - deshalb müssen die Speichermedien schnell sein und ein grosses Fassungsvermögen haben. Zudem sind eine speziell gute Video-Grafikkarte sowie ein qualitativ hochstehendes Soundsystem empfehlenswert.
30. April 2003 | Stephan Pfäffli
