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Orange verrechnete zum Teil zu hohe Minutentarife. Ein kritischer Blick in die Monatsrechnung kann sich lohnen.
Beim Durchsehen der detaillierten Monatsrechnung für sein Orange-Handy-Abo stutzte Philipp Lütscher aus Herrliberg ZH. Orange hatte Gespräche auf ein und dieselbe Rufnummer zu unterschiedlichen Minutentarifen verrechnet. Manchmal zum günstigeren für Anrufe auf das Handy anderer Orange-Kunden, hin und wieder jedoch zum doppelten Tarif für Anrufe auf Handys der Konkurrenten Swisscom (meist 079) und Sunrise (meist 076).
Orange hätte eigentlich immer den günstigeren Tarif anwenden müssen. Grund: Die angerufene Gesprächspartnerin hat zwar eine Swisscom-Nummer, ist aber schon längst Orange-Kundin. Ihre alte Nummer hat sie beim Wechsel von Swisscom zu Orange kurzerhand mitgenommen (portiert).
Orange-Sprecherin Therese Wenger bestätigt den Fehler: «In einigen Fällen gab es bei der Nummernportierung manuelle Fehleingaben im Computer.» Das Problem zeige sich ausschliesslich bei Anrufen auf portierte Nummern. So auch in diesem Fall.
«Kommt ein Gespräch zu Stande, verrechnet das System stets den richtigen Tarif», ergänzt Wenger. Der Fehler trat in zwei Situationen auf. Und zwar immer dann, wenn der Anruf auf die Orange-Box umgeleitet wurde. Dies war der Fall, wenn das Handy ausgeschaltet war oder keinen Empfang hatte.
Das Problem besteht seit März 2000. Seit diesem Zeitpunkt kann man Nummern von einem Anbieter zum anderen portieren. Laut Wenger hat Orange in den vergangenen drei Jahren 44 Fälle von falsch abgerechneten Tarifen behandelt. Wenger versichert aber: «Der Fehler ist inzwischen behoben.»
Betroffen von falsch verrechneten Tarifen sind theoretisch alle Orange-Abonnentinnen und -Abonnenten. Klarheit schafft einzig ein kritischer Blick in die detaillierte Monatsrechnung. Wenn die gleiche Rufnummer in den beiden Kategorien «Orange Netz» und «Andere Netze» auftaucht, stimmt vermutlich etwas nicht. Ausnahme: Der Angerufene hat während der Rechnungsperiode den Anbieter gewechselt.
Orange-Kunden mit vorausbezahltem Gesprächsguthaben (prepay) müssen sich in diesem Zusammenhang übrigens keine Gedanken machen. Der Minutentarif für alle Schweizer Netze ist nämlich identisch.
(pag)
09. April 2003
