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Sein Geld anlegen und gleichzeitig etwas für die Umwelt und soziale Gerechtigkeit tun: Das versprechen nachhaltige Anlagen. Auch für Säule-3a-Sparer gibt es Angebote.
Auf den ersten Blick scheint es unverständlich: Umweltbewusste Anleger sollen ihr Erspartes ausgerechnet in den Chemie-Multi Novartis, den Waschmittel-Giganten Procter & Gamble oder die Grossbank CS investieren. Für die Anlageprofis vieler Banken ist das aber kein Widerspruch. Sie argumentieren damit, dass diese Unternehmen die Umwelt weniger belasten als ihre Konkurrenten. Diese Firmen arbeiten verhältnismässig nachhaltig.
Sie richten ihre Tätigkeit also nicht allein auf wirtschaftlichen Erfolg aus, sondern nehmen auch ihre Verantwortung der Umwelt, den Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden gegenüber wahr.
Nicht alle nachhaltigen Säule-3a-Konti investieren aber in Aktien vorbildlicher Firmen. Folgende Produkte sind erhältlich (siehe Tabelle):
- Das BVG Oeko 3 der Vorsorgestiftung Prevista (erhältlich bei Kantonalbanken, Migrosbank und Bank Coop). Das Vermögen wird in Wertschriften mit bis zu 50 Prozent Aktienanteil angelegt.
- Das Sast-BVG-Nachhaltigkeit der Bank Sarasin - ebenfalls Wertschriften mit bis zu 50 Prozent Aktien.
- Das ABS-3-Vorsorgekonto der Alternativen Bank ABS - ein reines Zinskonto.
- Das Vorsorgekonto Akanthus der Freien Gemeinschaftsbank BCL, ebenfalls ein reines Zinskonto.
Mit einer freiwilligen Zinsreduktion kann der Kunde von ABS und Freier Gemeinschaftsbank zudem zinsgünstige Darlehen unterstützen. Diese beiden Banken investieren in meist kleinere Projekte, die den ökologischen und ethischen Richtlinien des jeweiligen Institutes entsprechen. Eine öffentliche Liste mit den Kreditnehmern schafft Transparenz.
Einen anderen Ansatz verfolgen die Bank Sarasin und die Prevista. Die Bank Sarasin verfügt über eine eigene Abteilung, die Unternehmen, aber auch Länder auf ihre Nachhaltigkeit prüft. Die Prevista greift zu diesem Zweck auf den Nachhaltigkeitsresearch der Zürcher Kantonalbank zurück.
Die Prevista wie auch die Bank Sarasin haben sich zum Ziel gesetzt, mit ihren nachhaltigen Produkten konkurrenzfähig zu sein: Sie sollen zumindest gleich gut rentieren wie herkömmliche.
«Der Anleger muss sich kein gutes Gewissen erkaufen», sagt Peter Keller vom Fachgebiet Nachhaltige Anlagen bei Sarasin, «wir sind überzeugt, dass nachhaltige Anlagen mittelfristig sogar eine bessere Rendite abwerfen als herkömmliche.»
Ähnlich tönt es bei der Prevista: «Viele Anleger meinen, nachhaltige Anlagen lohnen sich finanziell nicht», sagt Urs Holliger, Leiter Sparen 3 bei der Prevista. Doch das sei ein Vorurteil.
Und tatsächlich: Das Säule-3a-Konto BVG Oeko 3 hat in den vergangenen Jahren mit einer ähnlichen Performance abgeschnitten wie das nicht nachhaltige Prevista-Angebot BVG Diversifikation 3, das ähnlich stark in Aktien investiert.
Übrigens: Die Bank Sarasin, die Prevista und die Alternative Bank ABS bieten neben dem Säule-3a-Produkt auch nachhaltige Freizügigkeitskonti an, auf denen das Pensionskassenvermögen bei Auflösung eines Arbeitsverhältnisses bis zum Antritt einer neuen Stelle parkiert werden kann.
02. April 2003 | Philipp Lütscher
