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Artikel | K-Geld 1/2001

Die fleissigen Jäger der verlorenen Schätze

Wer seltene münzen sammelt und damit gewinn erzieken will, braucht einen langen Atem. Nur langfristig lohnt sich eine sorgfältig angelegte Sammlung.

Ohne Leidenschaft gehts nicht. Das Interesse des Sammlers für Geschichte und Geschichten muss sein Gewinnstreben klar überwiegen, sonst macht ihm sein Hobby wenig Freude. Denn Münzen sammeln ist aufwändig und nur in wenigen Fällen wirklich lukrativ. Das zeigt unter anderem auch der Wertzerfall alter Schweizer Münzen. Ihr Preis ist in den letzten Jahren dramatisch gefallen.

Ein Beispiel: 1980 war ein Schweizer 20-Franken-Goldvreneli noch rund 200 Franken wert. Heute kostet es gerade noch 80 Franken.

Aber nicht nur Schweizer Gold-, sondern auch Silbermünzen haben massiv an Wert eingebüsst. Für Otto Morgenegg, Numismatiker bei der Berner Kantonalbank (BEKB), gibt es dafür mehrere Gründe:

- der Kurssturz der Edelmetalle,

- die grosse Prägemenge,

- die mangelnde Originalität.

- Zudem hat Ende der Sechzigerjahre eine minderwertige Legierung den Silbergehalt ersetzt.

Es verwundert deshalb nicht, dass in der Vermögensverwaltung Münzen praktisch keine Rolle mehr spielen. Wer neu ins Münzensammeln einsteigt, handelt auf jeden Fall antizyklisch. Denn immer weniger Leute jagen nach seltenen Batzen. Marcel Häberling, Präsident des Verbands Schweizerischer Münzenhändler: «Die Sammlergemeinde ist während der letzten Jahre kleiner geworden, dafür ist den Sammlern heute ihr Hobby mehr wert.»


Eine langfristige Anlage

Münzen werden an der Börse wegen ihrer Seltenheit und der geringen Veränderung ihres Werts nicht gehandelt. «Sie eignen sich nicht für Spekulationen, da sie keinen schnellen Gewinn bringen», sagt Heiner Stotz, Direktor der Bank Leu Numismatik AG.

Dennoch: Als Geldanlage kann man Münzen sammeln. Langfristig gesehen sind sie eine gute Investition. Langfristig bedeutet: 20 bis 30 Jahre. Der Sammler sollte dabei aber ein paar Regeln beachten. Denn: Angebot und Nachfrage bestimmen letzten Endes den Münzpreis.

- Wer seltene Münzen sammelt, hat eher die Garantie, dass sich der Preis hält oder sogar steigt.

- Der Erhaltungsgrad einer Münze ist ebenfalls entscheidend für den Preis.

Den höchsten Erhaltungsgrad besitzt eine Münze, die nie in Umlauf war, die so genannt «stempelfrisch» ist. Eine Münze, die kurz zirkulierte und nur minimale Gebrauchsspuren zeigt, bezeichnet man als «vorzüglich». Solche Münzen können schnell zehnmal so viel wert sein wie die Münze in schlechtem Zustand. So ist ein gut erhaltenes 100-Franken-Goldvreneli von 1925 heute sehr begehrt. Sein Schätzpreis liegt bei 9000 Franken. Ebenso gesucht ist das Fünffrankenstück aus Silber von 1850. Ein «stempelfrisches» Stück besitzt heute einen Marktwert von 1800 Franken.

Stephan Pfäffli

01. Februar 2001


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