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Diabetes 2 gilt als eine der grössten Gesundheitsbedrohungen dieses Jahrhunderts. Vom 8. April bis 10. Mai können Interessierte ihr Diabetes-2-Risiko abklären lassen.
Weltweit erwarten Experten bis 2025 eine Verdoppelung der Diabetes-Erkrankungen: 300 Millionen Patienten. In der Schweiz leben heute etwa 250 000 Diabetiker, man schätzt, dass weitere 150 000 an Diabetes 2 leiden, ohne es zu wissen. Die nationale Kampagne «Stopp Zucker!» hat zum Ziel, Diabetes 2 frühzeitig zu erkennen und die Bevölkerung zur Prävention zu motivieren. Rund 700 Apotheken in der Schweiz offerieren eine kostenlose Risikoabklärung. Angesprochen sind alle, auch Kinder und Jugendliche.
Die Diagnose kann nur der Arzt stellen
Gewicht, Körpergrösse, Alter, Blutdruck, familiäres Diabetes-Risiko, tägliche Bewegung: Über diese Werte werden Test-Interessenten in der Apotheke befragt. Bei zwei und mehr Risikofaktoren misst der Apotheker den Blutzuckerspiegel. Ein winziger Blutstropfen genügt, nach einer halben Minute lässt sich das Resultat ablesen. Wer mehrere Risikofaktoren aufweist und einen hohen Blutzuckerwert hat, sollte so rasch wie möglich zum Arzt gehen. Nur er kann die Diagnose stellen.
Zahlreiche Diabetiker des Typs 2 wissen noch nichts von ihrem Leiden. Denn: Die ersten Symptome wie ständig grosser Durst, häufiges Urinieren und Gewichtsverlust werden meist als geringfügig eingeschätzt, bei älteren Leuten oft als «Alterserscheinungen» akzeptiert.
Die Kosten für das Gesundheitswesen sind enorm. Es ist ein Ziel dieser Kampagne, diese «versteckten» Diabetiker zu finden und ihnen eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen. Je früher die Behandlung einsetzt, umso grösser ist die Chance, den Verlauf der Krankheit günstig zu beeinflussen und Organschäden zu vermeiden. Bereits vorhandene Schäden lassen sich allerdings nicht rückgängig machen.
Kampagne will gesundes Verhalten fördern
Wer sich zu wenig bewegt und unausgewogen isst, erhöht sein Risiko für Diabetes 2. Rund 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker in der Schweiz sind übergewichtig und haben zu wenig körperliche Bewegung.
Diese Risikofaktoren sind ebenso wichtig wie eine vererbte Veranlagung, lassen sich aber durch eine Verhaltensänderung verkleinern. Die Kampagne hat deshalb auch zum Ziel, gesundes Verhalten zu fördern.
Hildegard Bösch-Billing
10. April 2002
