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Gerade in den Ferien kann das Handy als treuer Begleiter hilfreich sein. Doch unerwartete Gebühren können die Ferienerinnerung trüben. Mit diesen Tipps ersparen Sie sich Ärger.
Als die 19-jährige Sanela Bubalo aus Schaffhausen letzten Sommer in die Ferien nach Kroatien fuhr, nahm sie ihr Handy mit. Als Swisscom-Abonnentin würde sie während vier Wochen mit ihrem Freund Marc Schöni in der Schweiz Kontakt aufnehmen können. Denn die Swisscom hat mit kroatischen Mobilnetz-Betreibern Verträge («Roaming-Verträge») abgeschlossen, die Anrufe über die Grenzen ermöglichen.
Der Schock kam mit der Swisscom-Rechnung für den Monat Juli: rund 2500 Franken. Ein zweiter Hammer folgte mit der August-Rechnung, die über 1400 Franken betrug. «Wir wussten, dass wir übertrieben hatten», sagt Marc Schöni, «aber für so viel Geld hatten wir auf keinen Fall telefoniert.» Zu den hohen Gesprächskosten kamen Hunderte von Franken, auf die sie sich keinen Reim machen konnten. Verzweifelt schrieben die zwei der Swisscom und dem K-Spezial.
Die Erklärung für die immensen Summen war schnell gefunden. Weil Sanela Bubalo den Anrufbeantworter ihres Handys eingeschaltet hatte, musste sie Gebühren bezahlen, wenn sie nicht erreichbar war: zuerst für die Verbindungssuche auf ihr Handy und gleich nochmals, um den Anruf auf ihren Anrufbeantworter in die Schweiz zurückzuleiten. So belastete jeder Anruf ihre Rechnung mit etwa einem Franken, wenn die Verbindung nicht zustande kam. Weil Marc Schöni oft mehrmals hintereinander versuchte, seine Freundin zu erreichen, läpperte sich eine grosse Summe zusammen.
Die Swisscom Mobile war grosszügig. Sie hat Sanela Bubalo für 400 Franken Gutscheine für die Bezahlung der Rechnung geschenkt und eine Ratenzahlung ermöglicht.
Mit einer optimalen Handy-Programmierung umgehen Sie solche Probleme.
Wenn Sie im Ausland telefonieren, müssen Sie sich bewusst sein, dass die Gebühren massiv höher sind als in der Schweiz.
Manuelle Wahl des NetzAnbieters hilft sparen
- Sie bezahlen im Ausland immer für ankommende Anrufe, auch mit einem Abo. Die Spanne reicht von 60 Rappen pro Minute in umliegenden Ländern bis zu 4 Franken zum Beispiel in der Karibik.
- Für Mobil-Gespräche in die Schweiz aus afrikanischen Staaten, der ehemaligen Sowjetunion und aus Asien müssen Sie mit Minutentarifen von 5 bis 10 Franken rechnen.
- Nationale Gespräche kosten in den meisten Ländern weniger als Fr. 1.50 pro Minute. Swisscom, Orange und Diax haben in vielen Ländern mehrere Roaming-Partner.
Weil die Tarife der Anbieter teilweise beträchtlich differieren, können Reisende mit der Wahl des Anbieters im Ferienland die Kosten beeinflussen. Je nach Land und Roaming-Partner variieren die Tarifdifferenzen ohne weiteres bis zu 30 Rappen pro Minute.
Beispiel: Telefoniert ein Swisscom-Abonnent von Italien in die Schweiz, beträgt die Differenz zwischen billigstem und teuerstem Roaming-Anbieter 26 Rappen pro Minute, telefoniert er von England oder Australien aus, beträgt die Differenz je nach Tageszeit mehr als einen Franken.
- Über die Handy-Tastatur können Sie auf der SIM-Karte programmieren, welches Netz Sie bevorzugen (Vorgehen je nach Handy).
Nachteil: Wenn Sie im gewählten Netz keinen Empfang haben, wechselt Ihr Handy für die Verbindung nicht in ein anderes Netz. Sie können aber Ihr Handy wieder auf automatische Netzwahl umstellen. Allerdings fallen so unter Umständen wieder höhere Kosten an. Achtung: Bei der Rückkehr in die Schweiz müssen Sie in jedem Fall auf «automatische Netzwahl» zurückstellen!
- Um das günstigste Roaming-Netz auf der SIM-Karte zu programmieren, vergleichen Sie am besten Tarife, Frequenzen und Netz-Abdeckung der Roaming-Partner Ihres Schweizer Anbieters
1. über Broschüren (nur Swisscom und Orange),
2. über das Internet,
3. telefonisch bei der Hotline
4. oder über SMS (nur Swisscom und Diax).
- Unerwartete Kosten können entstehen, wenn Sie mit ausgeschaltetem Handy vom Ausland zurückkehren. Wenn Sie im Ausland das Handy benützt haben, ist Ihre SIM-Karte immer noch im ausländischen Netz eingebucht. Erhalten Sie nun nach Ihrer Rückkehr Anrufe, wird die Verbindung erst im ausländischen Netz gesucht, dann wird der Anruf zurück auf Ihren Anrufbeantworter geleitet. Sie werden für diesen Anruf zweimal zur Kasse gebeten - so wie Sanela Bubalo.
Tipp: Wenn Sie aus dem Ausland kommen, schalten Sie kurz Ihr Handy ein, bis Sie den Namen Ihres Anbieters auf dem Display sehen. Nun sind Sie wieder im Schweizer Netz registriert.
Mit ausländischer Prepaid-Karte günstiger anrufen
- Für längere Ausland-Aufenthalte kann es sich lohnen, eine Prepaid-Karte im Ausland zu kaufen. Auf der Internet-Seite www.gsmworld.com kann man sich über Angebote in Ländern rund um den Erdball informieren.
- In Ländern mit Netzspannung 110 Volt können ältere Netzstecker für das Aufladen des Akkus zum Problem werden. Klären Sie ab, ob Ihr Gerät ausserhalb von Europa tauglich ist.
- In Nordamerika sind die hier üblichen Dual-Band-Handys (900/1800 MHz) nutzlos, weil man in Kanada, in den USA und auch in Chile auf der Frequenz 1900 MHz telefoniert. Geeignete Handys können Sie in den meisten Handy-Läden kaufen.
Prüfen Sie, ob sich nicht ein Mietgerät für Sie lohnt (erhältlich in den Flughäfen Zürich und Genf sowie in Orange-Shops). Bedenken Sie auch, dass in amerikanischen Ländern keine flächendeckende Empfangsversorgung besteht wie in Europa.
Generell sind Besitzer von Prepaid-Karten schlechter bedient als Abo-Inhaber. Die Tarife für ankommende und abgehende Gespräche sind generell höher als mit Abos.
Auskunft über Prepaid-Tarife: Hotlines und Internet-Seiten der Schweizer Anbieter. Mit Orange Prepay ist der Einsatz im Ausland arg eingeschränkt: Nur das Empfangen von Gesprächen ist möglich. Benützer von Swisscom Easy und Diax Pronto können immerhin vom Ausland aus telefonieren. Allerdings müssen Easy-Benützer vor dem Verlassen der Schweiz mit der Eingabe *100*11# die Karte aktivieren; im Ausland vor jedem Anruf *111# eingeben. Diax: Im Ausland *111* eintippen, dann internationale Rufnummer und #; keine Aktivierung in der Schweiz nötig.
Für sorgenloses Telefonieren im Ausland packen Sie am besten ein: Roaming-Broschüre Ihres Anbieters oder den Ausdruck der entsprechenden Internet-Seiten; Hotline-Nummer Ihres Anbieters, Passwort für den Anrufbeantworter, eventuell Netzadapter für das Ladekabel sowie bei speziellen Destinationen für die Einreise den Kaufvertrag Ihres Handys (zum Beispiel Russland). Und im Ausland selber: Führen Sie genau Buch über Ihre Gespräche. So können Sie sich gegen eine falsche Rechnung besser wehren.
Rolf Muntwyler
Trimmen Sie Ihr Handy für die Ferien
Schalten Sie den Anrufbeantworter Ihres Handys im Ausland aus. Oder programmieren Sie Ihre SIM-Karte mit folgenden Befehlen:
- Sperre für ankommende Anrufe: Wenn Sie im Ausland jegliche Roaming-Gebühren vermeiden wollen, sperren Sie ankommende Anrufe. So bezahlen Sie nur, wenn Sie selber telefonieren. Nachteil: Sie sind in den Ferien nur über SMS erreichbar.
1. Bei Swisscom und Orange: Zuerst mit Tastatur-Kombination ##002# alle Voreinstellungen deaktivieren, dann mit *35* Passwort *11# alle ankommenden Anrufe sperren oder mit *351* Passwort *11# nur dann ankommende Anrufe sperren, wenn Sie in einem ausländischen Netz eingeloggt sind. Sperre aufheben mit #35* Passwort # oder #351* Passwort #. Das Passwort lautet 0000.
2. Bei Diax: Anrufe sperren mit *35* Passwort #, mit *351* Passwort # nur im Ausland. Diax-Passwort: 1111.
- Beantworter fix einschalten: Alle ankommenden Anrufe direkt auf den Anrufbeantworter leiten: Weil Anrufe auf Ihr Handy die Schweiz nicht verlassen, bezahlen Sie im Ausland keine Gebühren für ankommende Gespräche. Nachteil: Für das Abhören des Beantworters fallen hohe Kosten für die Verbindung vom Ausland in die Schweiz an. Tastatur-Kombination: **21*086 und Ihre Rufnummer #.
- Beantworter ausschalten: Als Alternative schalten Sie alle Anrufumleitungen aus. Nachteile: Anrufer können keine Meldung hinterlassen. Wenn Sie einen Anruf entgegennehmen, bezahlen Sie Gebühren für die ankommenden Anrufe. Alle Umleitungen ausschalten mit der Tasten-Kombination ##002#, danach **21*086 und Rufnummer # für wieder Einschalten, ##21# für wieder Ausschalten. Orange-Kunden: Nach Eingabe zusätzlich Hotline anrufen.
- Beantworter nur begrenzt einschalten: Für den Fall, dass besetzt ist (Eingabe **67*086 und Ihre Rufnummer #), wenn keine Antwort (**61* Rufnummer #), wenn nicht erreichbar (**62* Rufnummer #).
- Beantworter im Ausland abhören: Um ihn im Ausland abzuhören, wählen Sie +41 86 und Ihre Rufnummer mit 0, also zum Beispiel +41 86 079 999 99 99.
1. Swisscom: Falls statt der Nachrichten Ihr Begrüssungstext ertönt: Während der Ansage Taste * drücken und nach der Aufforderung Passwort # eingeben.
2. Orange und Diax: Eingabe +41 86 und Ihre Rufnummer, bei Ansage # drücken, Passwort eingeben und mit # bestätigen.
(rom)
Adressen
Handy-Infos für Ausland-Trips
Telefonnummern von der Schweiz aus
- Swisscom Mobile, 0800 55 64 64
- Orange, 0800 700 700
- Diax, 0800 300 600
Telefonnummern vom Ausland aus (gebührenpflichtig)
- Swisscom Mobile, +41 62 286 12 12 (24 h)
- Easy Aufladen, *111* +41 800 55 53 53#
- Orange, +41 78 700 70 00 (24 h)
- Diax, +41 300 58 20 (24 h)
Roaming-Infos auf dem Internet
- www.swisscom.com/gd/services/mobile_com/natel/roaming/roaming-de.html
- www.orange.ch/de/international_roaming.htm
- app.diax.ch/ger/private/mobile/roaming.html
Handy mieten für Nordamerika
- Swisscom Shop, Flughafen Zürich, Tel. 01 881 46 17
- Rentaphone, Flughafen Zürich, Tel. 01 816 50 53
- Rentaphone, Flughafen Genf, Tel. 022 717 82 63
01. März 2001
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