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Ein Plättli beschädigt? Das Auswechseln ist zwar kein Kinderspiel, aber mit ein wenig Geschick schaffen Sie das dennoch.
Rustikal oder elegant, knallig oder dezent: das Angebot an Plättli ist nahezu unbegrenzt. Seit sich das Badezimmer von der Nasszelle zum Wellness-Raum entwickelt hat, spielt die optische Wirkung eine entscheidende Rolle - umso störender ist es, wenn eine Fliese kaputtgegangen ist. Doch wie auswechseln? Auch wer noch keine Erfahrung damit hat, kann sich diese Arbeit zutrauen. Klären Sie jedoch die kostengünstigste Alternative ab, bevor die Lust am Selbermachen mit Ihnen durchbrennt.
Kosten
Unterrichten Sie als Mieter auf jeden Fall den Vermieter über die defekte Plättliwand. Ein Handwerker verlangt für das Auswechseln einer Fliese rund 250 Franken.
Je nachdem, wie der Schaden entstanden ist, kann oder muss der Vermieter, Ihre Haftpflichtversicherung oder müssen Sie selbst die Reparaturkosten übernehmen.
Ersatzplättli
Wenn weder Sie noch der für das Haus oder die Siedlung verantwortliche Handwerksbetrieb entsprechende Plättli vorrätig hat, müssen Sie passende im Fachgeschäft kaufen. Schildern Sie dem Experten Ihr Problem genau. Nehmen Sie am besten einen Rest der beschädigten Kachel mit. Damit der Verkäufer Sie gut beraten kann, müssen Sie
- die Grösse
- die Farbe und
- den Anwendungsbereich angeben können.
Denn ob Sie eine Bodenfliese in der Küche oder eine Wandfliese im Bad auswechseln müssen, ist entscheidend für die Wahl der so genannten Abriebklasse, der Widerstandsfähigkeit und der Beschaffenheit der Oberfläche.
Stephan Pfäffli
Gar nicht so schwer: Eine kaputte Fliese auswechseln
Entfernen Sie vorsichtig den Fugenmörtel rund um das Plättli. Am besten geht das mit dem Fugenkratzer. Achtung: Wenn Sie ein gröberes Werkzeug verwenden, besteht die Gefahr, dass angrenzende Fliesen springen. Also immer zuerst die Fuge rings um das beschädigte Plättli öffnen.
Das Plättli von den Fugen aus zur Mitte hin mit dem Meissel abtragen. Sobald die Verbindung zum Fugenverband und damit die Spannung weg ist, lässt sich der Rest der defekten Kachel einfach entfernen.
Beseitigen Sie anschliessend vorsichtig alle Reste von Kleber und Fugenmörtel. Für eine gute Haftung braucht die neue Fliese einen möglichst ebenen Untergrund. Vorsicht: Wenn Sie Bodenplättli auswechseln, achten Sie darauf, dass Sie das alte Mörtelbett nicht zerstören.
Mit dem Zahnspachtel (Zahnung 4 bis 6 mm) tragen Sie den Kleber auf. Tipp: Verwenden Sie einen Dispersionskleber; Sie können ihn gebrauchsfertig kaufen.
Setzen Sie jetzt die Fliese in der Verlegerichtung ein (Pfeil auf der Rückseite). Während 15 Minuten können Sie deren Position noch korrigieren.
Stecken Sie zum Ausrichten des Plättlis Fugenkreuze oder Zündhölzer als Abstandshalter in die Fugen. Die Grösse des Kreuzes richtet sich nach der Fugenbreite.
Nach einem Tag Trockenzeit können Sie die Fugen mit Mörtel füllen. Tragen Sie ihn schräg zur Fuge mit einem Gummiwischer auf. Um farbliche Unterschiede zu vermeiden, verwenden Sie am besten das gleiche Fugenmaterial.
Die überschüssige Fugenmasse können Sie mit einem feuchten Schwamm von den Fliesen abwischen.
Vorsicht: Fugenmörtel greift Haut und Fingernägel stark an. Schützen Sie deshalb Ihre Hände mit wasserdichten Gummihandschuhen oder einer fetthaltigen Creme. Mörtelspritzer im Auge sollten Sie sofort mit klarem Wasser auswaschen.
Checkliste
Benötigtes Werkzeug und Material
- Ersatzplättli
- Fugenkratzer
- Meissel
- Plättliklebstoff
- Leimverteiler/Zahnspachtel 4 bis 6 mm
- Fugenmörtel
- Gummiwischer
- Schwamm
- Fugenkreuze
Materialkosten ohne Werkzeuge rund 25 Franken.
01. Juni 2001
