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Artikel | Haus & Garten 3/2001

Bis zu 15 Prozent Wärmeverlust verhindern - Dichtung rein - Zugluft raus

Kalte Füsse und hohe Heizrechnungen können Sie vermeiden. Meist genügt es, wenn Sie gegen Zugluft neue Dichtungen montieren. Das ist einfach, günstig und spart Energie.

Vielleicht kennen Sie das: Ständig streicht ein kühler Luftzug durch die Wohnung. Schuld an diesem unangenehmen Raumklima sind meistens schlecht isolierte Fenster, Türen und Wände.

Ob Fenster und Türen dicht schliessen, lässt sich ganz einfach testen: Schneiden Sie aus normalem Kopier- oder Schreibpapier einen Streifen. Klemmen Sie diesen in die Fuge und schliessen Sie das Fenster oder die Türe. Wenn Sie den Papierstreifen herausziehen können, ohne dass er reisst, sollten Sie die Fuge abdichten.

In gut isolierten Räumen lebt es sich behaglicher - und günstiger. Fachleute gehen davon aus, dass durch Zugluft bis zu 15 Prozent Wärme verloren gehen. Dichte Fenster und Türen halten auch Lärm besser ab.

Die selbstklebenden Dichtungsbänder können Sie problemlos selber anbringen. Sie lassen sich bei Bedarf genauso einfach wieder entfernen. Allerdings dämmen sie auch nicht so gut wie Profi-Dichtungen aus Silikon.

Für solche dauerhafte Dichtungen müssen Fachleute eine Fuge ins Holz fräsen. «Selbstklebe-Dichtungen zerbröseln hingegen meistens nach ein paar Jahren. Dann muss man sie erneuern», sagt Roger Stirnemann, Serviceleiter der Fenster- und Türenfirma Ego Kiefer in Bern. Schaden richten Dichtungsbänder keinen an.


Dichtungen: Erst die Fugen anschauen

Selbstklebende Bänder für Türen und Fenster kann man in unterschiedlichen Ausführungen und Materialien kaufen (Kosten: rund 1 Franken pro Meter).

- Für normale Fugen eignen sich Bänder aus Gummi, PVC oder Polyethylen.

- Für Fugen mit unebener Oberfläche muss die Dichtung gut verformbar sein. Geeignet sind deshalb nur Dichtungsstreifen aus Gummi mit oder ohne Hohlprofil.

- Wenn die Fuge nicht parallel verläuft, müssen Sie eine V-Profil-Dichtung kaufen.

- Wählen Sie für das Dichtungsband die richtige Breite. Es darf nicht überlappen, sonst knicken Sie es beim Schliessen ab.

- Achten Sie auf die richtige Dicke: Fenster und Türen müssen sich trotz Dichtung ohne grossen Kraftaufwand schliessen lassen.

Achtung: Dichtungsbänder gehören an den Rahmen, nicht an den Fensterflügel oder an die Türe. Alte Dichtungen sollten Sie zuerst vollständig entfernen, weil sonst das neue Band nicht gut klebt. Auch Farbreste, Fett und Schmutz müssen weg. Weil sich Dichtungsbänder je nach Temperatur ausdehnen oder zusammenziehen, sollten Sie diese weder bei grosser Kälte noch bei Hitze aufkleben.

Beginnen Sie mit Kleben in einer Ecke. Ziehen Sie jeweils nur wenige Zentimeter Schutzpapier ab. Wenn das Dichtungsband an einer falschen Stelle haftet, klebt es beim zweiten Versuch nicht mehr richtig. Türen mit Schwelle können Sie rundum abdichten. Bei Türen ohne Schwelle bleibt immer ein kleiner Spalt zwischen Türunterseite und Boden; denn sonst liesse sich die Türe nicht mehr öffnen und schliessen.

Diesen Spalt können Sie mit einer Dichtungsbürste isolieren. Empfehlenswert ist eine solche Dichtung für Stein- oder Kunststoffböden, nicht aber für Teppiche. Und so wirds gemacht:

- Die Dichtungsbürste auf die richtige Türbreite zuschneiden.

- Die Schnittstelle mit etwas Leim verkleben, damit sich keine Borsten mehr lösen.

- Dichtungsbürste an die Türe kleben oder schrauben.

- Türen auf Teppichböden müssen Sie anders isolieren, weil die Bürsten dem Teppich schaden würden.

Dichte Fenster und Türen haben neben vielen Vorteilen auch einen Nachteil: Fehlt die ständige Zugluft, bleibt die Raumluft feucht und kann an kühlen Stellen kondensieren. An solchen nasskalten Orten bildet sich mit der Zeit Schimmel. Je besser ein Raum abgedichtet ist, umso wichtiger ist es, dass Sie mehrmals am Tag kurz lüften.


Matten für Wände und Heizkörpernischen

Nicht immer sind undichte Fenster und Türen an Zugluft schuld: Die kühle Luft stammt manchmal auch von schlecht isolierten Wänden oder aus Heizkörpernischen.

Mit Heizkörper-Reflektionsmatten können Sie kühle Ecken hinter der Heizung problemlos isolieren.

Diese Matten bestehen aus Styropor, das mit einer reflektierenden Alufolie beschichtet ist (Kosten: rund fünf Franken pro m2).

- Weil Sie die Matte direkt auf die Wand kleben müssen, fragen Sie am besten zuerst den Vermieter, ob er mit der Isolierung einverstanden ist.

- Schneiden Sie die Matte auf die Grösse der Nische zu.

- Verwenden Sie speziellen, lösungsmittelfreien Styropor-Kleber. Tragen Sie ihn mit einem Roller oder Spachtel auf.

- Lassen Sie den Leim etwas antrocknen. Danach gut an die Wand andrücken.

- Aufwändiger ist es, Wände mit Isolationsmatten oder -platten zu verkleiden. Dafür brauchen Sie in jedem Fall das Einverständnis des Vermieters. Ungeübte Heimwerker überlassen solche Arbeiten am besten von Anfang an Fachleuten. Sonst ist die Gefahr gross, dass sich feuchte Stellen und Schimmel bilden.

In einem Vier-Personen-Haushalt entweichen durch die Körperausdünstung, Kochen und Waschen jeden Tag ohne weiteres zehn bis zwölf Liter Wasserdampf. Diese von Dampf geschwängerte Raumluft darf auf keinen Fall in oder hinter die Isolationsschicht gelangen. Weil es dort kälter ist, kondensiert nämlich die warme Raumluft: Sie bildet an diesen Stellen Wassertropfen. Die Feuchtigkeit schädigt mit der Zeit Mauern, Holz und Isolationsmaterial.

Die dauernd feuchten Wände sind der ideale Untergrund für Schimmelpilze. Wärmedämmmatten oder -platten müssen deshalb unbedingt mit einer luftdichten Folie, einer so genannten Dampfsperre, versehen sein. Und sie müssen auch absolut luftdicht verlegt werden.

Esther Diener Morscher



Checkliste

Das brauchen Sie, um Zugluft zu verhindern

- Selbstklebende Dichtungsbänder

- Türbürste

- Reflektor für Heizkörpernische

- Isolierfilz und -matten aus Glaswolle

- Styropor-Kleber ohne Lösungsmittel


Und bei Schimmelpilz

- Silikon-Entferner-Flüssigkeit

- Abdeckband

- Silikon-Dichtungsmasse

- Silikon-Dichtungsmasse im Spray oder in der Spritz-Kartusche, Spritzpistole nicht notwendig

01. Juni 2001


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