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Bei angegrauten Wänden und Plättlifugen ist es höchste Zeit, gegen Schimmelpilze vorzugehen. Die speziellen Mittel wirken allerdings nur kurzfristig. Besser: Packen Sie das Übel an der Wurzel.
An feuchten Stellen in der Wohnung siedeln sich Schimmelpilze besonders gern an. Die grauschwarzen Flächen sind nicht nur unschön. Manche Menschen reagieren auch allergisch auf die herumschwirrenden Sporen.
Meistens nützt es jedoch nichts, nur den Schimmelbelag zu entfernen. Denn Anti-Schimmelmittel können die Pilze nicht auf Dauer beseitigen und gefährden ausserdem die Gesundheit, weil sie häufig aggressive Stoffe enthalten. Gehen Sie deshalb zuerst der Ursache des Schimmels auf den Grund. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder liegt ein Baufehler vor oder Sie lüften zu wenig.
Auf einen Baufehler weisen folgende Anhaltspunkte hin:
- Die Schimmelflecken befinden sich an Stellen, die im Vergleich zum Rest des Raumes sehr kühl sind. Dort kann die warme Raumluft kondensieren. Ein typischer Ort dafür ist der Rollladenkasten.
- Schimmel befindet sich nur an Zimmerwänden, die an einer Aussenwand liegen.
- Kratzen Sie ein wenig von der schimmligen Tapete oder vom Verputz weg. Ist nicht nur die Oberfläche verfärbt und feucht, deutet das auf einen Baufehler.
In diesen Fällen sollten Sie sich an einen Fachmann und an den Vermieter wenden. Die Beeinträchtigung durch Schimmelpilze berechtigt Sie grundsätzlich zu einer Mietzinsreduktion von 10 Prozent.
Auch Essig oder Alkohol vertreiben den Schimmel
Meistens aber fehlt es nur am Lüften, wenn die Schimmelpilze hinter einem Bett oder einem Schrank wachsen. Reinigen Sie dann die befallene Fläche mit einem Schimmel-Entferner.
Vorsicht: Manche Mittel enthalten Natriumhypochlorit. Daraus kann sich ätzendes Chlorgas bilden. Alternativen sind Essig oder 70-prozentiger Alkohol. Lassen Sie die Stelle gut trocknen. Lüften Sie künftig mehrmals am Tag wenige Minuten mit weit geöffnetem Fenster.
Ideale Bedingungen für Schimmelpilze bietet auch ein feuchtwarmes Badezimmer. Mit Vorliebe siedeln sie sich dort an, wo das Wasser längere Zeit liegen bleibt: in den Silikon-Fugen rund um die Dusche oder um die Badewanne sowie beim Übergang zwischen Wand- und Bodenplättli. Bei Schimmelbefall müssen Sie diese Fugen komplett erneuern.
Zuerst die Fuge sorgfältig reinigen
- Entfernen Sie die alten Silikon-Dichtungen und säubern Sie die Fuge sorgfältig. Nur so beseitigen Sie alle Pilzsporen.
- Verwenden Sie als neue Füllmasse dauerelastisches, wasserabweisendes Sanitär-Silikon (Kosten: rund 3 Franken pro 100ml; notwendige Spritzpistole 7 Franken. Silikon in gebrauchsfertigen Einweg-Kartuschen: 6 Franken pro 100 ml).
- Kleben Sie die Fugenränder mit Abdeckband sorgfältig ab.
- Schneiden Sie die Silikon-Kartusche so weit auf, dass die Öffnung mit der Fugenbreite übereinstimmt, und tragen Sie die Fugenmasse mit gleich bleibendem Druck auf.
- Benetzen Sie den Finger mit etwas Seifenlösung und glätten Sie die Fuge, indem Sie darüber streichen.
- Ziehen Sie das Abdeckband weg. Hoch stehende Silikon-Ränder können Sie mit dem Finger und ein wenig Seifenlösung andrücken.
Esther Diener Morscher
01. Juni 2001
