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Artikel | K-Tipp 15/2001

Neue Studie fordert strengere Grenzwerte

Eine Studie im Auftrag der Deutschen Telekom spricht von schweren Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk-Strahlung. Für das Buwal sind dies wichtige Hinweise, aber noch keine Beweise.

Zahlreich sind die Studien über die Auswirkungen von Mobilfunk-Feldern auf die menschliche Gesundheit. Die Ergebnisse reichen von «harmlos» bis «bedrohlich». Jetzt hat das deutsche Ecolog-Institut die Spreu vom Weizen getrennt.

«80 Prozent der veröffentlichten Untersuchungen geben für die Beurteilung gesundheitlicher Risiken wenig her», sagt Peter Neitzke, Koordinator der Arbeitsgruppe. «Wir haben uns auf die 20 Prozent gut gemachten Studien konzentriert.»

Die Ergebnisse machen hellhörig. Umso mehr, als die Untersuchung nicht von Umweltschutz-Kreisen, sondern von T-Mobil, einer Tochter der Deutschen Telekom, in Auftrag gegeben wurde.

«Es gibt mittlerweile eine Reihe sehr ernst zu nehmender Befunde, die auf eine Krebs fördernde Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder, wie sie beim Mobilfunk benutzt werden, hindeuten», heisst es in der Studie. Auch eine Krebs auslösende Wirkung könne nicht mehr ausgeschlossen werden.

Weiter habe man in vielen Versuchen an Menschen und Tieren Beeinflussungen des Nervensystems nachgewiesen, «die bis zu Beeinträchtigungen bestimmter Gehirnfunktionen reichen».

Schliesslich fanden die Wissenschaftler des Ecolog-Instituts auch zahlreiche Hinweise auf Wirkungen der Mobilfunk-Felder auf Hormon- und Immunsystem.

Die Forscher empfehlen daher, den Anlagegrenzwert auf 1,9 Volt pro Meter herabzusetzen. Zum Vergleich: In der Schweiz beträgt der Grenzwert laut Nis-Verordnung je nach Anlage-Typ zwischen 4 und 6 Volt pro Meter. Die Ärzteverbindung FMH und die Schweizerische Energie-Stiftung fordern eine Senkung auf 0,6 Volt pro Meter, also auf einen Zehntel.

Der Grenzwert gilt nur an Orten, an denen sich Menschen während längerer Zeit aufhalten. Er wurde eingeführt, um längerfristigen Gesundheitsschäden durch relativ schwache Strahlung vorzubeugen, für die noch keine wissenschaftlichen Beweise existieren.

Eine Verschärfung aufgrund der Ecolog-Studie ist laut Buwal-Sektionschef Jürg Baumann nicht vorgesehen: «Die in der Studie verarbeiteten wissenschaftlichen Ergebnisse waren uns grösstenteils schon vor dem Erlass der Nis-Verordnung bekannt. Deshalb haben wir uns beim Bundesrat für die strengen Grenzwerte eingesetzt, die heute gelten.»

Im Moment gehe es vielmehr darum, die Einhaltung dieser Werte mit einheitlichen Messmethoden sicherzustellen. «Bereits dagegen», so Baumann, «regt sich auf Seiten der Mobilfunk-Industrie heftiger Widerstand.»

(thm)



Internet-Adressen:

- www.buwal.ch

- www.ecolog-institut.de

19. September 2001


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