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Artikel | saldo 14/2001

Basmati-Reis - Fürstliches Profitdenken

Er nennt sich Seine Durchlaucht Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtenstein. Seine Geschäfte mit Patenten auf indischpakistanischem Basmati-Reis sind weniger nobel.

Basmati gilt als eine der edelsten Reissorten - sein Export sichert Hunderttausenden von indischpakistanischen Kleinbauern das Einkommen.

Noch. Denn die US-amerikanische Forschungsfirma Rice-Tec wollte mittels Patent 16 Basmati-Sorten als ihr Eigentum schützen. «Eine Frechheit, etwas patentieren zu lassen, das es bereits seit Jahrhunderten in der Natur gibt», findet François Meienberg von der entwicklungspolitischen Organisation «Erklärung von Bern» (EVB).

Eigentümer der Rice-Tec ist Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtenstein. Sein Betrieb wird von Nichtregierungsorganisationen weltweit der «Bio-Piraterie» angeklagt. Der Grund: In den 70er-Jahren sammelte das Internationale Reisforschungsinstitut, finanziert mit Entwicklungsgeldern, Reissorten aus der ganzen Welt, um ihr langfristiges Überleben zu sichern. Eine Saatgutprobe des Basmati gelangte in die Genbank des US-Landwirtschaftsministeriums, von dort erhielt Rice-Tec die Samen. Sie passte den Basmati amerikanischen Anbaubedingungen an und verkauft ihn seither in 20 000 Supermärkten der USA unter den Namen Texmati, Kasmati und Jasmati sowie der Bezeichnung «Indian style Basmati».

Indische Bauern fürchteten, dass sie ihren jahrhundertealten Basmati nicht mehr in die USA einführen dürfen. So weit kommt es nun nicht. Ende August erklärte das US-amerikanische Patentamt 13 der 16 RiceTec-Patente für ungültig, da sie mit traditionellen Sorten identisch seien.

Auf Anfrage von saldo nahm der Berater des Fürsten, Florian Krenkel, dazu Stellung. Er betonte, dass «kein indischpakistanischer Bauer einen Schaden davontrage». Und weiter: «Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Ähnliche Patente gibt es unzählige in der Welt.» Dass Rice-Tec nach dem Urteil immerhin weiterhin US-Basmati-Reis verkaufen und das Patent auf drei Sorten beanspruchen kann, ist für die «Erklärung von Bern» unmoralisch. EVB-Sprecher Meienberg: «RiceTec greift gratis auf eine jahrhundertealte Sorte zurück, ohne den indischen Reisbauern etwas zurückzugeben.»

Entwicklungsorganisationen hoffen jetzt, dass die Schweiz und die EU solche Patente auf Leben ablehnen. Derzeit überarbeitet der Bund sein Patentgesetz und passt dieses der EU an.

MM

12. September 2001


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