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Artikel | saldo 8/2000

Das Netz spricht für Swisscom, der Rest für Diax und Orange

Eine saldo-Umfrage zur Mobiltelefonie zeigt Stärken und Schwächen von Diax, Swisscom und Orange. Magere Gesamtnote aller drei: "genügend" bis "gut".

Früher war alles so einfach: Die 079-Vorwahl gehörte zu einem Swisscom-Natel, die 076 einem Diax-Kunden, und hinter der 078 verbarg sich ein Orange-Abonnent. Seit 1. März 2000 kann hinter einer 079er- oder 076er-Nummer aber auch ein Orange-Kunde stecken. Grund: Handy-Nutzer dürfen ihre Nummer neuerdings behalten, wenn sie zu einem anderen Anbieter wechseln.


Beibehaltung der Rufnummer macht Anbieter-Wechsel attraktiver

Damit ist das Chaos perfekt. Weil die Mobilgesellschaften für Anrufe auf ein fremdes Netz höhere Gebühren als auf ihr eigenes verrechnen, weiss niemand mehr, wie viel der nächste Anruf kostet. Beispiel: Ein Natel-D-Business-Abonnent der Swisscom zahlt tagsüber dreimal mehr, wenn er statt einer Swisscom- eine Orange-Nummer eintippt. Er hat aber oft keine Ahnung, auf welches Netz er anruft.

Die so genannte Nummernportabilität hat aber auch einen Vorteil: Sie macht den Wechsel zu einem anderen Anbieter attraktiver. "Nur weil mir meine Rufnummer gefiel, blieb ich bei der Swisscom. Da ich sie jetzt zum neuen Anbieter mitnehmen kann, werde ich wechseln", schrieb ein Teilnehmer der Umfrage.

saldo wollte damit erfahren, wie zufrieden die Handy-Kunden von Swisscom, Diax und Orange mit ihrer Gesellschaft sind. Dazu wurden fast 9000 Handy-Benutzer befragt. 1726 der Befragten machten mit und erteilten ihrer Gesellschaft Schulnoten von eins (sehr schlecht) bis sechs (sehr gut). Die Ergebnisse decken die Stärken und Schwächen der drei Anbieter auf und liefern so Neueinsteigern und Wechselwilligen wichtige Hinweise zur Wahl eines Anbieters.

Insgesamt zeigten sich die Swisscom-, Orange- und Diax-Abonnenten von den Leistungen ihrer Gesellschaft wenig begeistert: Für alle gab es nur ein "genügend" bis "gut". Mit 4,5 für die Swisscom und je 4,7 für Diax und Orange liegen die Noten allerdings eng beeinander.


Swisscom erhält Spitzennote für die Qualität ihrer Verbindungen

Diese Gesamtnoten setzen sich aber aus ganz unterschiedlichen Teilnoten zusammen: Bezüglich Preis/ Leistung, Kundendienst und Tariftransparenz liegt die Swisscom dreimal einsam am Schluss. Dank einem Bestresultat von 5,3 für die Qualität der Verbindungen holt sie in der Gesamtwertung die Konkurrenz jedoch fast wieder ein.

Für Verbindungsqualität mussten die Befragten Netzabdeckung, Unterbrüche, Geräusche, Wartezeiten und nicht zustande gekommene Verbindungen beurteilen. Orange und Diax liegen hier mit 4,6 und 4,5 deutlich zurück. Die Rangliste widerspiegelt die tatsächliche Netzabdeckung bei den einzelnen Anbietern.

Die saldo-Jury konnte auch Kommentare abgeben: Bemängelt wurde vor allem die "ungenügende Netzabdeckung" von Diax, insbesondere in der Stadt Zürich oder auf Skipisten. Auch Orange müsse sein Netz unbedingt noch ausbauen, meinten die Orange-Kunden. Swisscom-Kunden waren mit der Abdeckung hingegen zufrieden. Einige bezeichneten die Abdeckung allerdings als "einzigen Vorteil der Swisscom".


Natel-Kunden haben die hohen Swisscom-Tarife langsam satt

Trotz Qualitätsvorsprung überlegen sich verschiedene Swisscom-Kunden "demnächst einen Wechsel, wenn die Tarife nicht bald fallen". Vielen Natel-Kunden sind die Swisscom-Tarife schlicht zu teuer. Für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis erhält die Gesellschaft mit 3,9 denn auch lediglich ein "knapp genügend".

Weniger deutlich sind die Notenunterschiede bei der Bewertung des Kundendiensts: Diax und Orange sind mit 4,9 und 4,8 praktisch gleichauf, die Swisscom liegt mit 4,3 etwas dahinter. Aus der Streuung der Noten geht hervor, dass die Kunden aller drei Gesellschaften ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Bei Orange etwa reichen die Urteile über den Kundendienst von "tadellos" bis "inkompetent".

Bei Diax, Sieger punkto Service, wurde die Freundlichkeit der Mitarbeiter speziell gelobt. Wermutstropfen: Das Diax-Personal gibt häufig falsche Auskünfte. Ein richtiges Ärgernis für viele Diax-Kunden sind die Re

26. April 2000


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