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Wenn Soja?l-Implantate stinken und schwitzen, ist das ein Zeichen f?r Zersetzung und undichte H?llen. Die Folge sind Entz?ndungen.
Wenn man etwas ‹biologisch› nennt, dann vertraut man darauf, dass das Produkt ungef?hrlich und gut vertr?glich ist", erkl?rt Brigitte F. ihre Wahl von Soja?l-Implantaten. Die 35-j?hrige Mutter zweier Kinder wollte ihre Br?ste straffen lassen, schreckte aber vor Silikon zur?ck. Vor drei Jahren liess sie Soja?l-Beutel implantieren, f?hlte sich gut damit und hatte keine Probleme.
Keine Hinweise auf bleibende Langzeitsch?den
Dann las sie beunruhigende Berichte: Soja?l-Implantate laufen aus, es gebe Entz?ndungen, und am schlimmsten: man stinke. "Ich wurde furchtbar unsicher und liess mir von den Kindern immer wieder best?tigen: nein Mami, du stinkst nicht." Im letzten Herbst begann sie sich zusehends schlechter zu f?hlen. "Ich hatte oft Kopfweh und entz?ndete Augen, war m?de, ohne Energie." Waren das nun Nebenwirkungen der Implantate? Sie fragte sich, ob sie sich in etwas hineinsteigere.
Vor einigen Wochen musste sie einen Knoten aus der Brust entfernen lassen und liess gleichzeitig die Implantate herausnehmen. Die Implantate schwitzten, zeigten Verkrustungen und Verkapselungen - und sie stanken f?rchterlich. Jetzt ist Brigitte F. froh, dass alles draussen ist. "Ich bin jetzt geheilt davon", ist ihr Fazit, "und akzeptiere mich auch so. Ich bin gl?cklich, wenn ich keine Folgesch?den habe."
Rund 400 Frauen in der Schweiz tragen Soja?l-Implantate. Das Bundesamt f?r Gesundheit (BAG) r?t auf Grund des heutigen Wissensstands vom pr?ventiven He-rausnehmen der Implantate ab. Das w?re nur sinnvoll, wenn die Risiken des Implantats gr?sser w?ren als die Operationsrisiken. Zudem l?gen keine Hinweise auf Langzeitsch?den vor. Je nach den Resultaten laufender Studien ?ber die Sicherheit von Soja?l - ?berwacht von der britischen Gesundheitsbeh?rde - wird das BAG das Risiko neu einsch?tzen.
Cosima Meyer, Leiterin einer Selbsthilfegruppe, r?t Frauen mit Soja?l-Implantaten zu einem Gespr?ch mit einem Arzt, zu dem sie Vertrauen haben. "Noch besser ist, wenn sich die Frauen untereinander organisieren, zuerst zum Informationsaustausch, sp?ter eventuell zum gemeinsamen Vorgehen." Sie erwartet eine Lawine von Klagen.
Kosmetische Operationen m?ssen selbst bezahlt werden, die Krankenkasse ?bernimmt die Kosten nur bei krankheitsbedingten Operationen.
Hildegard B?sch-Billing
01. März 2000
