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Zahlreiche Joghurts und andere Milchprodukte enthalten Gelatine. In diesem Verdickungsmittel stecken unappetitliche tierische Rohstoffe.
Nirgends werden so viele Joghurts gegessen wie in der Schweiz: Über 18 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Was viele Konsumenten nicht wissen: Oft wird den Joghurts als Verdickungsmittel Gelatine zugesetzt. Und die wird aus Schlachtabfällen wie Knochen, Haut und Schwarten von Schweinen und Rindern gewonnen.
Zur fragwürdigen Herkunft kommt die Angst vor Rinderwahnsinn: Werden die BSE-Erreger bei der Gelatineherstellung wirklich abgetötet? Auch wenn die Europäische Vereinigung der Gelatineproduzenten das Risiko als verschwindend klein angibt - mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann es nicht. So hatte nämlich der Wissenschaftsausschuss der EU-Kommission unlängst be-richtet, dass bei der Gelatineherstellung nicht alle Erreger zerstört werden.
Erfreulich: Einige Hersteller haben eingesehen, dass Gelatine unerwünscht ist, und auf deren Gebrauch verzichtet. Stattdessen verwenden sie pflanzliche Geliermittel - diese Produkte sind allerdings wesentlich teurer als Gelatine.
Deshalb erstaunt es nicht, dass sich in den Verkaufsregalen noch immer Milchprodukte mit Gelatine befinden. So zum Beispiel in M-Budget-Joghurt, Migros-Früchtequark, Nestlé-Hirz-Fruttiquark, Fitness Früchte-Magerjoghurt von Coop, Danone-Fit-Joghurts und Kefir der Migros. Auch in vielen Dessertprodukten (Cremen, Mousse, Pudding) findet sich das tierische Verdickungsmittel.
Immerhin: Laut Lebensmittelverordnung sind die Hersteller verpflichtet, die Verwendung von Gelatine auf der Packung zu deklarieren. Darum: Erst das Kleingedruckte lesen, dann geniessen.
Jeannette Büchel
12. April 2000
