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Verstopfen, pumpen, mit Gas füllen oder gar ausleeren: Was tun, wenn noch Wein in der Flasche bleibt? Der einzige Schweizer Master of Wine prüfte für den K-Tipp verschiedene Weinverschlüsse.
Manch guter Tropfen landet im Abfluss, weil die angebrochene Flasche nicht richtig verschlossen war. Schuld daran ist die Luft in der Flasche. Der Sauerstoff lässt den Wein schneller altern und verdirbt ihn. Fachleute bezeichnen das als Oxidation. Damit der Wein auch nach ein paar Tagen noch gut schmeckt, darf so wenig Luft wie nur möglich mit dem Rebensaft in Kontakt kommen. Wichtig dabei: Den Wein – egal ob rot oder weiss – immer im Kühlschrank lagern (siehe auch unten Tipps).
Für den K-Tipp nahm Philipp Schwander, der einzige Master of Wine der Schweiz, zehn Frischhaltesysteme unter die Lupe (siehe unten «So wurden die Flaschen-Verschlüsse geprüft»): Korken, drei einfache Verschlüsse, vier Vakuum-Pumpen, die der Flasche die Luft entziehen, und zwei Geräte, die spezielle, lebensmitteltaugliche Gase enthalten. Sie sollen die Luft verdrängen. Jeder Verschluss wurde an drei Weinen geprüft. Schwanders Fazit nach vier Tagen Degustieren: «Den besten Eindruck hinteliess die mit knapp 24 Franken günstigste Vakuum-Pumpe Vacu Vin Concerto. Vier Tage nach dem Öffnen schmeckte ein empfindlicher Rioja noch immer gut. Zudem lässt sich mit dieser Pumpe die Luft sehr einfach aus der Flasche absaugen.»
Mühsames Absaugen: «Gut für die Fitness»
Ganz anders die fast doppelt so teure Vakuum-Pumpe Vignon der dänischen Designer-Firma Menu. Die Weine waren nur noch knapp trinkbar. Weil die Pumpe zu klein ist, war das Abpumpen sehr mühsam. «Dieses Gerät ist vielleicht gut für die Fitness. Um einen Wein über mehrere Tage frisch zu halten – dafür ist sie aber weniger geeignet», so Schwanders Urteil. Dies zeigte sich am deutlichsten beim Degustieren des italienischen Primitivo: Der Vignon für Fr. 45.– hatte am Schluss den gleichen Effekt wie der kostenlose Originalkorken.
Für Menu ist das Testresultat nicht nachvollziehbar: «Die Vignon-Pumpe hat in verschiedenen anderen Weintests gut bis sehr gut abgeschnitten», schreibt die dänische Firma. Sie gibt aber zu, dass die Funktion der Pumpe nicht optimal ist, da etwas zu klein. Der Designanspruch habe keine grössere, zu dominant wirkende Pumpe erlaubt. Spezielles Gas soll Oxidation verhindern Nebst den Vakuum-Pumpen gib es Verschluss-Systeme mit speziellen Gasen zum Schutz des Weins (etwa Lachgas).
Diese sprüht man in die Flasche ein und verschliesst sie danach mit dem Originalkorken. Da das Gasgemisch schwerer ist als Luft, legt es sich wie ein Schutzfilm auf den Wein und sollte so die Oxidation verhindern. Dieses Versprechen konnten weder der Wine Protector noch der Private Preserve restlos halten. Sie waren insgesamt weniger gut als die zwei besten Vakuum-Pumpen, sind aber deutlich einfacher zu bedienen. Doch die Gase sind teuer: Wine Protector kostet inklusive zweier Nachfüll-Gaspatronen Fr. 57.50. Weitere zehn Nachfüll-Patronen gibts für Fr. 17.50. Eine Patrone soll für bis zu 40 Anwendungen reichen. Die «Private Preserve»-Einwegdose kostet Fr. 19.50. Sie reicht für rund 120 Anwendungen.
Einfache Verschlüsse verdarben den Rioja
Eine angebrochene Weinflasche nur mit einem simplen Verschluss zu verschliessen, ist die schlechteste Methode: Die Weine verloren ihren Geschmack im Schnitt am schnellsten. Nach vier Tagen war der Rioja nicht mehr trinkbar – egal, ob der Verschluss billig oder teuer war.
Tipps: Weinlagerung – Das müssen Sie wissen
Angebrochene Weinflaschen muss man richtig lagern. Dabei gilt: gut verschliessen und im Kühlschrank aufbewahren. Folgendes sollten Sie beachten:
So wurden die Flaschen-Verschlüsse geprüft
Philipp Schwander, Master of Wine, hat für den K-Tipp Verschlussmöglichkeiten für eine angebrochene Weinflasche getestet. Geprüft wurden zehn Verschlüsse: der Original-Korken der Flasche, drei Flaschenverschlüsse, vier Vakuumpumpen und zwei spezielle Wein-KonservierungsMethoden (mit Gas).
08. November 2009 | Darko Cetojevic, Redaktion K-Tipp
