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Fünf von acht Nähmaschinen der mittleren Preisklasse überzeugen im Test. Bei zwei Modellen gab der Motor den Geist auf.
Die Schweizer kaufen weniger Nähmaschinen als in den letzten Jahren. Doch sie wählen teu-rere Modelle aus als früher. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie Grossbritannien nähen die Schweizer ihre Kleider in der Wirtschaftskrise nicht vermehrt selber. Aber wenn sie es tun, wünschen sie mehr Komfort.
Teure Modelle mit mehr Zierstichen und Einstellungen
Nähmaschinen kosten im Extremfall 3000 Franken, für Modelle mit Stickmodul bezahlt man gar bis zu 10000 Franken. Teurere Maschinen bieten in der Regel zusätzlich zu den normalen Stichen auch Zierstiche und generell mehr Einstellungen und Bedienungskomfort. Mit dem Preis steigen auch die Erwartungen an die Verarbeitungsqualität. saldo hat acht Nähmaschinen in der Preislage von rund 400 bis 1000 Franken getestet. In der Auswahl waren Geräte aller bekannten Marken, eingekauft im Fachhandel. Darunter ist auch die teuerste Nähmaschine im Test, die Bernina Activa 210 für 995 Franken. Zu sechs Markenmaschinen gesellen sich zwei günstige Modelle: Toyota SPA 15 aus dem Fust für 399 Franken und Mio Star M 12 aus der Migros für 479 Franken.
Brother und Elna: Fast so gut wie Bernina, aber viel günstiger
Das erfahrene Prüflabor SLG im sächsischen Hartmannsdorf hat mit den Maschinen verschiedene praktische Näharbeiten ausgeführt. In der Tabelle werden die Resultate mit Schulnoten bewertet. Der Prüfpunkt «Handhabung» sagt, wie einfach diese Tätigkeiten auszuführen sind. Unter «technische Prüfungen» lassen sich die Ergebnisse der Langlebigkeit und der sogenannten Richtungsstabilität ablesen (siehe auch unten «Kriterien»).
Am besten schneidet die teuerste Maschine Bernina Activa 210 ab. Sie gehört in allen Prüfpunkten zu den besten Nähmaschinen. Aber Brother NV-10 und Elna 2800 sind fast gleich gut und deutlich billiger. Nachteile der Brother gegenüber der Testsiegerin liegen beim Säumen mit Blindstich und beim Verstauen der Maschine, diejenigen der Elna beim Knopflöchernähen, beim Versäubern der Kanten und auch beim Verstauen. Der Elna-Maschine liegt zudem eine vergleichsweise schlechte Bedienungsanleitung bei. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis hat Brother die Nase vorn. Dieses Gerät kostet rund 550 Franken, also fast halb so viel wie die Testsiegerin Bernina Activa 210.
Mio Star M 12: Erste Störungen schon nach acht Stunden Dauerlauf
Im Test durchgefallen sind zwei Nähmaschinen: Mio Star M 12 ist im Dauerlauftest schon nach 24 Zyklen ausgestiegen, bei einer Minimalanforderung von 50 Zyklen. Im Dauerlauf wird die Langlebigkeit der Maschine getestet. Die Migros geht von einem Einzelfall aus: «Unser Kundendienst hat bisher keine defekten Motoren erhalten.» Grund für den Ausstieg war nämlich ein Motorschaden. Doch hatte die Maschine schon vor dem endgültigen Aus nicht perfekt funktioniert. Bereits nach acht Stunden nähte sie im Vorwärtsprogramm rückwärts. Und sie hat weitere Schwächen: Das Nähen eines Knopflochs mit dem dafür mitgelieferten Spezialfüsschen funktioniert nicht. Die Halterung des Knopfes am Füsschen verstellte sich beim Nähen, und durch die Vibration der Maschine hüpfte der Knopf davon (Kurzfilm auf www.saldo.ch).
Noch schneller gab das viel teurere Singer-Modell Confidence 7465 den Geist auf – Confidence heisst übrigens «Vertrauen». Schon nach acht Stunden Dauerbetrieb war endgültig Schluss. «Wir können nur festhalten, dass wir von unseren Endverbrauchern keine Reklamation bezüglich Motorschäden oder Ähnlichem bekommen haben», lautet die Stellungnahme von Singer. Die anderen sechs Nähmaschinen überstanden den Dauerlauf ohne Zwischenfälle.
Von diesen Modellen fällt die Toyota SPA 15 von Fust ab. Weder die praktischen Näharbeiten noch die Bedienung überzeugten die Laborexpertinnen. «Mit jeder anderen getesteten Maschine kann man problemlos ein qualitativ gutes Kleidungsstück selber nähen», sagt Prüfleiterin Annett Monden. Nur mit dem Toyota-Modell sei dies nicht zu empfehlen. «Die Funktionen sind zu eingeschränkt», ergänzt sie. Als einziges Modell im Test kann es keine Overlock-Stiche nähen, das sind von aussen unsichtbare Nähte für saubere Kantenabschlüsse. Weitere Nachteile der Toyota-Maschine: Beim Abnehmen des Faches fällt Zubehör heraus.
Und als Bedienungsanleitung wird vom Hersteller bloss eine Kurzanleitung beigelegt. Die vollständige Ausführung gibt es nur auf CD. Zur Bedienungsanleitung schreibt Fust, das Anleitungskonzept sei «clever aufgebaut». Auf der Kurzanleitung sei diese einfach zu bedienende Maschine «unserer Ansicht nach in ausreichendem Masse erklärt».
Geringe Auswahl an Stichen ist noch kein Nachteil
Ein weiteres Minus der Toyota SPA 15 ist, dass nur acht verschiedene Stiche zur Auswahl stehen, deren Länge sich nicht verändern lässt. Expertin Annett Monden rät jedoch davon ab, die Stichzahl als Massstab für die Beurteilung einer Nähmaschine heranzuziehen. «Wenn genügend Variationsmöglichkeiten in Länge und Breite vorhanden sind, ist eine geringe Auswahl an Stichen kein gewichtiger Nachteil.» Dabei denkt sie vor allem an die Bernina Activa 210. Dieses Modell wurde mit nur neun Stichen Testsiegerin.
Kriterien
Das Labor SLG in Hartmannsdorf (Deutschland) hat für saldo acht Nähmaschinen getestet.
Auf einen Blick: Vor- und Nachteile der getesteten Modelle
04. Oktober 2009 | Rolf Muntwyler, Redaktion K-Tipp/Saldo
