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Auf viele Blutdruckmessgeräte ist kein Verlass. Der saldo-Test zeigt: Manche Modelle liefern zu häufig falsche Werte.
Bluthochdruck gilt als Hauptrisiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Perfide daran: Einen zu hohen Blutdruck spürt man nicht. Ist der Druck in den Arterien zu hoch, schädigt das die Gefässe. Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Hirnschlag steigt massiv. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, sollten alle ab 30 Jahren ihren Blutdruck jedes Jahr beim Arzt oder in der Apotheke kontrollieren lassen (siehe unten «Tipps»).
Wer von seinem Arzt oder seiner Ärztin die Diagnose Bluthochdruck erhalten hat, sollte seinen Blutdruck zur Kontrolle der Therapie zu Hause überwachen. Dazu eignen sich die vollautomatischen Messgeräte, die den Druck an der Innenseite des Handgelenks messen. Solche Handgelenk-Geräte sind sehr beliebt, weil sie einfach anzuwenden sind. Diese Blutdruckmesser funktionieren nach dem Prinzip der Oszillation: Die Sensoren in der Manschette erfassen über die Schwingungen der Gefässwand die Druckänderungen in der Arterie.
Hydas: Ungenügend wegen zu vieler Fehlmessungen
saldo hat acht Modelle zwischen 59 und 149 Franken ins Labor geschickt, wo Experten die Anzahl Fehlmessungen, die Messgenauigkeit und die Handhabung der Geräte bewerteten (siehe unten «So wurde getestet»). Fazit des saldo-Tests: Das Gesamturteil «gut» erreichten nur gerade zwei Blutdruckgeräte, und zwar der Miostar Cardio-plus 300 PC von der Migros und das in Apotheken und Drogerien erhältliche Modell Beurer BC 20. Nicht überzeugt hat der Hydas-Blutdruckmesser – zu viele Fehlmessungen führten zur Note «ungenügend».
Punkto Messgenauigkeit erhielten alle Modelle eine genügende Note. Um die Genauigkeit der Geräte zu ermitteln, wurden mit jedem Gerät insgesamt 60 Messungen an 20 Testpersonen durchgeführt. Diese Messungen wurden mit einer Referenzmessung verglichen, die von medizinisch geschultem Personal mit einem geeichten Manometer und einem Stethoskop durchgeführt wurde. In Sachen Messgenauigkeit zeigten sich keine allzu grossen Unterschiede: Bei diesem Testkriterium erreichten alle Geräte die Teilnote «genügend». Am genauesten mass das 149 Franken teure Omron-Gerät. Die höchste Abweichung registrierten die Experten beim Medisana-Blutdruckmesser.
Negativ: Manschetten sind in der Grösse nicht verstellbar
Weicht ein Wert über 15 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) von der Referenzmessung ab, taxierten die Experten dies als Fehlmessung. Für solche Fehlmessungen sind nicht unbedingt technische Mängel der Geräte verantwortlich, sondern häufig ihre Konstruktion. Denn manchmal sind die Benutzer trotz Bedienungsanleitung nicht in der Lage, das Gerät richtig anzuwenden. Ein weiterer Schwachpunkt: Die vorgeformten Manschetten lassen sich nicht in ihrer Grösse verstellen, sie sollten also einer zierlichen und einer kräftigen Person gleichermassen passen. Am wenigsten Fehlmessungen registrierten die Experten beim Testsieger Miostar Cardioplus 300 PC: Nur 4 Prozent aller Messungen waren falsch. Auch beim Beurer-Gerät kam es zu relativ wenig falschen Werten. Beide Blutdruckmesser erreichten aufgrund dieser guten Ergebnisse als einzige ein gutes Gesamturteil.
Markierung für die richtige Positionierung fehlt bei allen Geräten
Wenig zuverlässig sind hingegen die Geräte von Medisana und Hydas. Bei Medisana zählten die Tester 13 Prozent falsche Messwerte und bei Hydas sogar 15 Prozent – was zu ungenügenden Noten führte. Jürgen Feige von der Firma Hydas zeigte sich überrascht ob diesem mangelhaften Ergebnis: «Wir haben keine Kenntnis von Fehlmessungen, werden aber den Hersteller in China damit konfrontieren.» Neben der Genauigkeit der Messung beurteilten die Tester die Bedienungsfreundlichkeit der Geräte. Hier liegen die Blutdruckmesser der Marken Omron und Braun an der Spitze: Sie glänzen beide mit einer Handhabungsnote von 5,1. Bei einem Punkt gab es allerdings für alle Blutdruckmesser Abzug: Die Anwender können nicht kontrollieren, ob die Position des Gerätes korrekt ist, weil eine Markierung für die richtige Lage am Handgelenk fehlt. Bei den Modellen von Hydas und Medisana kommt erschwerend hinzu, dass die Geräte schnell verrutschen. Dabei wäre es für die Hersteller ein Leichtes, Bedienungshilfen anzubringen, sodass den Benützern die korrekte Posititon über der Arterie und der Abstand vom Handgelenk klar wären.
Bedienungsanleitung: Beispielhaft bei Miostar und Omron
Weil es beim Messen des Blutdruckes wichtige Punkte zu beachten gilt (siehe unten), ist eine verständliche, vollständige Gebrauchsanweisung wichtig. Hier gehen Miostar und Omron mit gutem Beispiel voran. Beide erreichten hier das Urteil «sehr gut». Insgesamt ist der Bedienungskomfort recht hoch. Viele Modelle verfügen sogar über Zusatzfunktionen: So können die Daten des Miostar Cardioplus 300 PC auf den Computer übertragen und dort ausgewertet werden. Beim Medisana-Blutdruckmesser werden die Werte dank einer Sprachfunktion zusätzlich zu den Angaben auf dem Display vorgelesen.
Der «K-Tipp» hat vor drei Jahren Blutdruckmessgeräte getestet. Zwei Geräte erhielten die Note «gut», beide sind noch erhältlich:
So wurde getestet
Das ipi Institut für Produktforschung und Information GmbH in Stuttgart untersuchte die Blutdruckmessgeräte auf folgende Punkte:
Tipps: Den Blutdruck richtig messen
Weitere Informationen finden Sie unter: www.swissheart.ch, www.swisshypertension.ch.
15. Februar 2009 | Jeannette Büchel, Redaktion K-Tipp/saldo
