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Test | saldo 08/2008

Entsafter

Wer gern frischen Saft trinkt, ist mit einem Entsafter gut bedient. Aber Achtung beim Kauf: Einige Geräte haben Schwächen bei der Handhabung. Das zeigt der saldo-Test.


«Fünf am Tag» – die Kampagne will dazu animieren, der Gesundheit zuliebe fünf Portionen Früchte und Gemüse pro Tag zu essen. Das lässt sich aber nicht immer realisieren – Frucht- und Gemüsesäfte können da hilfreich sein. Wer nicht auf das Angebot im Kühlregal zurückgreifen will, stellt den Saft selber her. Selbst gepresst ist er nicht nur frischer, sondern meist auch günstiger im Preis. Und die Handarbeit nimmt einem ein Entsafter ab.

saldo hat acht Entsaftungsgeräte mit Preisen von 40 bis 320 Franken im Labor testen lassen (siehe unten). Nur ein Gerät erreichte das Urteil «sehr gut»: der Juice Fountain Premium von Solis. Vier Entsafter erhielten die Bewertung «gut», darunter das teuerste Modell im Test, der Eon von Kenwood. Die drei günstigsten Geräte im Test waren nur gerade genügend.

So wird es gemacht: Früchte und Gemüse werden gewaschen und zerkleinert und ins laufende Gerät eingefüllt. Die Entsafter zerkleinern Obst und Gemüse mit einer Reibescheibe und schleudern den Saft mittels Zentrifugalkraft in einen Behälter. Deshalb werden die Geräte auch Saftzentrifugen genannt. Das Fruchtfleisch fällt in einen Tresterbehälter.

Mit den Saftzentrifugen lassen sich praktisch alle Arten von Obst und Gemüse zu Saft verarbeiten. Äpfel und Birnen können mit Kern und Schale verwendet werden, Zitrusfrüchte hingegen schält man besser.


Fust Primotecq: Beim Pressen von Orangen keine Glanzleistung

Wie viel Saft die Geräte aus den Früchten pressen, hat das Labor in einem Praxistest ermittelt. Mit dem Auspressen von Orangen hatten die meisten Geräte keine Mühe. Einzig das Gerät von Fust Primotecq war hier ungenügend: Nur gerade 39 Prozent der geschälten Orangen landeten als Saft im Glas. Der Grund: Ein Teil der Flüssigkeit blieb im Tresterbehälter. Fust-Sprecherin Sabine Weber weist darauf hin, dass das Gerät zehnmal günstiger sei als andere Entsafter und deshalb nicht die gleiche Leistung erwartet werden könne.

Spitze bei diesem Kriterium war hingegen Princess: Dieses Gerät schaffte es, 70 Prozent der Orangen zu Saft zu verarbeiten. Als einziges Gerät im Test verfügt Kenwood zusätzlich über eine Zitruspresse. Anders als beim Zentrifugieren hält diese das Fruchtfleisch weitgehend zurück. Dennoch erreichte das Gerät einen Wirkungsgrad von 50 Prozent.

Beim Entsaften von Trauben erreichte das Bosch-Gerät mit 80 Prozent den besten Wirkungsgrad. Mit 64 Prozent am wenigsten Saft konnten Philips und Fust Primotecq aus den Trauben pressen. Beim Gemüsesaft, bestehend aus Rüebli, Äpfeln und Randen, war wiederum Bosch spitze – 64 Prozent landeten im Glas. Auf eher magere 49 Prozent brachte es Fust Primotecq.

Das Entsaften von Obst und Gemüse braucht Zeit. Die Saftzentrifugen müssen bereitgestellt werden, das Obst muss gewaschen und geschält werden und nach dem Entsaften muss man das Gerät reinigen. Auch beim Entsaften selbst sind nicht alle Geräte gleich schnell. Spitzenreiter in Sachen Geschwindigkeit sind Solis und Philips. Eher langsam war Kenwood. Firmensprecherin Renata Epp begründet dies mit dem Induktionsmotor des Gerätes. Dadurch werde der Saft nicht so schnell verarbeitet, sodass die Nährstoffe besser erhalten bleiben würden.


Handhabung: Trisa und Coop Satrap ungenügend

In Sachen Handhabung erreichte Philips als einziges Gerät die Note «sehr gut». Ungenügend hingegen waren Trisa und Coop Satrap. Bei Trisa kritisierten die Tester vor allem, dass der Tresterbehälter falsch montiert werden kann. So besteht die Gefahr, dass man sich beim Einfüllen die Finger einklemmt und sich das Gerät schlecht reinigen lässt. Trisa kommentierte diese Ergebnisse nicht.

Kritikpunkte bei Coop Satrap waren die sehr kleine Einfüllöffnung und der Saft, der zum Teil nicht in den vorgesehenen Behälter tropft. Zudem muss das Gerät zerlegt werden, damit der Tresterbehälter entfernt werden kann. Obendrein lässt es sich nur schlecht reinigen. Coop-Sprecher Takashi Sugimoto schrieb, dass man punkto Handhabung keine Reaktionen von Seiten der Kundschaft erhalten habe.


So wurde getestet

Das Ipi, Institut für Produktforschung und Information GmbH im deutschen Esslingen, prüfte die Qualität der Entsafter. In einer Praxisprüfung ermittelten die Tester, wie gut sich mit den Geräten Orangen-, Trauben- und Gemüsesaft gewinnen lässt. Bewertet wurde die Saftmenge und die Zeit, die für den Entsaftungsvorgang benötigt wurde.

Zudem bewerteten zwei Laborexperten die Handhabung der Geräte. Sie beurteilten unter anderem, wie gut sich Früchte und Gemüse einfüllen lassen, ob Trester- und Saftbehälter einfach zu leeren sind und ob sich die Geräte problemlos zerlegen und reinigen lassen. Ebenfalls bewertet wurde die Standsicherheit der Entsaftungsgeräte und ihre Lautstärke.

28. April 2008 | Jeannette Büchel


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Nur ein Entsafter mit der Note ”sehr gut”
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