Alice, 70, leidet an unerklärlichen Ängsten. Sie kann das Haus nur verlassen, wenn jemand sie begleitet. Vorher muss sie aber das Beruhigungsmittel Lexotanil nehmen. Sie weiss nicht, wie das weitergehen soll.
Selbst das Anstehen an der Kasse wird zum Spiessrutenlauf: Menschen mit einer Sozialen Angststörung sind krankhaft schüchtern. Oft verschreiben Ärzte Antidepressiva. Doch das muss nicht zwingend sein.
Schwitzen, Zittern und Schweissausbrüche, sobald andere Menschen in der Nähe sind: 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung leiden an einer sozialen Phobie. Nur eine Modeerkrankung?
Wer sich an ein medizinisches Call-Center wendet, hofft auf kompetenten Rat. Oft jedoch vergeblich: Nicht überall sind Ärzte am Draht. Und nicht selten werden Hilfesuchende an den Hausarzt verwiesen.