|
(0) |
Die Telekomfirmen Swisscom und Sunrise senken Tarife fürs Telefonieren und Surfen im Ausland. Doch die Preise bleiben weit über EU-Niveau.
Am 15. Juni haben der K-Tipp, Bon à Savoir und Saldo die Petition gegen überrissene Roaming-Tarife übergeben. Über 55 000 Personen haben unterschrieben. Zwei Telekomfirmen machen nun erste Zugeständnisse.
Sunrise kündigte am Montag in einer Pressemitteilung an, sie vergünstige ab dem 1. Juli die Auslandtarife fürs Handy. Tatsache ist: Die Preise bleiben gleich. Sunrise vergünstigt einzig die Zusatzoption. Die Grundgebühr für die neue Option «Sunrise Roaming» beträgt fünf Franken. Früher hiess das Paket «Sunrise Global» und kostete neun Franken im Monat.
Innerhalb des Pakets bleiben die Tarife gleich. Sunrise hält auch an der Vermittlungsgebühr von einem Franken für jeden Anruf fest. So lohnt sich der Abschluss des Zusatzabos nur für Personen, die mit ihrem Handy wenig Anrufe machen und dafür lange telefonieren. Mit «Sunrise Roaming» kosten die Anrufe in die Schweiz 50 Rappen statt 1.70 Franken pro Minute. Das Versenden von einem SMS kostet 40 statt 50 Rappen.
Selbst mit Zusatzabo telefonieren Sunrise-Kunden also immer noch teurer als EU-Bürger. Diese bezahlen ab dem 1. Juli innerhalb von Europa höchstens 49 Rappen pro Minute. Und ein SMS kostet höchstens 15 Rappen.
Die Swisscom vermeldete am 21. Juni, sie lanciere zwei neue Optionen für das Surfen mit dem Handy im Ausland – ebenfalls ab dem 1. Juli:
Swisscom-Kunden ohne Zusatzoption bezahlen 7 Franken für 5 Megabyte. Das heisst ein Megabyte kostet 1.40 Franken. Zum Vergleich: Kunden des deutschen Telekomanbieters E-Plus zahlen für ein Datenpaket mit 50 Megabyte rund 6 Franken. Oder 12 Rappen pro Megabyte.
Tipp: Sollten Sie über ein Handy ohne SIM-Sperre verfügen, können Sie vor Ort eine SIM-Karte kaufen. Damit lässt sich wesentlich günstiger telefonieren und surfen.
30. Juni 2011 | Jonas Arnold
