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Gefährlicher als der Borkenkäfer: Der Citrusbockkäfer greift an

Der aggressive Citrusbockkäfer ist in der Schweiz aufgetaucht: Er schädigt gesunde Laubbäume und Pflanzen.

Gefährlicher als der Borkenkäfer: Der Citrusbockkäfer greift an

In Asien zählt der Citrusbockkäfer zu den gefährlichsten Schädlingen. In die EU ist die Einschleppung verboten. Der Grund: Dieser Käfer befällt gesunde Zitruspflanzen und bis zu 100 verschiedene Laubbäume. Die Folgen eines Befalls sind für die Natur dramatisch: Nach seinem Tun finden sich nur noch geschädigte oder abgestorbene Bäume.

Nun wurde er in der Schweiz entdeckt, wie die Forschungsanstalt Agroscope Changings-Wädenswil auf Anfrage von "K-Tipp-Online" bestätigt: "Wir haben inzwischen Kenntnisse von mehreren Fällen", sagt der zuständige Bereichsleiter Benno Graf.

Noch ist unklar wie dieser Schädling in die Schweiz gelangte. Möglicherweise mit einer Zierpflanzen-Lieferung aus China, glaubt Benno Graf. Er bezieht sich damit auf einen Vorfall in Deutschland. Dort wurde der Schädling erstmals vor zwei Wochen entdeckt. Die Käfer gelangten über "Fächerahorn-Bäumchen" aus China an eine grosse Deutsche Supermarktkette.

"Der Citrusbockkäfer ist viel gefährlicher als der Borkenkäfer. In der Regel befällt der Borkenkäfer nur geschwächte Bäume. Dagegen breitet sich der Citrusbockkäfer auch in gesunden Laubbäumen und Pflanzen aus", erklärt Gerlinde Nachtigall, Pressesprecherin beim zuständigen Deutschen Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen.

An eine grossflächige Citrusbockkäfer-Ausbreitung in der Schweiz mag Benno Graf nicht glauben. Ein Befall sei rasch sichtbar und damit bleibe Zeit für Gegenmassnahmen.

Gerlinde Nachtigall äussert sich pessimistischer: "Der Käfer wurde erneut in Deutschland in einer Pflanzen-Lieferung aus Asien entdeckt. Rund 10 Prozent der gelieferten Bäumchen waren bereits befallen." Es sei nicht immer feststellbar ob ein neu gekaufter Baum aus Asien oder Zitruspflanze bereits von diesem Käfer infiziert seien: "Die Larven des Käfers leben bis zu zwei Jahre im Holz des Baumes versteckt."

Mit etwas Glück mache sich der Käfer trotzdem noch auf seine Weise bemerkbar, sagt Gerlinde Nachtigall: "Eine wöchentliche Überprüfung bei Bäumen aus Asien empfiehlt sich: Teilweise sind bei betroffenen Bäumen bis zu 1,5 Zentimeter grosse Löcher zu sehen. Und vor dem Schlupf liegen möglicherweise Bohrspäne am Boden." Bei Unsicherheiten soll man sich an einen Gärtner wenden.

 

30. Juni 2008 | Philipp Schwarz


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